Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Donnerstag, 2. September 2010

Doomsday

Hallo Odin


Ich kopiere hier schnell mal einen Text eines Wirtschaftsjournalisten ein. Er behauptet Pessimist zu sein. Ist er aber in meinen Augen nicht, er beschreibt bloss den Stand der Dinge.


Aus dem Tagi 2.9.2010

Mein Chef hält mich für einen unverbesserlichen Pessimisten. Sogar meinen Namen hat er in Markus «Doom» Meier abgewandelt. Klar weiss ich, wie er darauf kommt. Selbst bei Berichten zu hohen BIP-Wachstumsraten – wie zu jenem von heute aus der Schweiz – verweise ich auf die Haarbüschel in der Suppe (und stehe damit offensichtlich nicht alleine da). Wenn wieder Hoffnung an der Börse keimt und mein Chef hofft, er könnte demnächst seine UBS-Aktien ohne Verluste verkaufen, die er vermeintlich günstig beim Kurs von 19.50 Franken gekauft hat, winke ich ab.



Ja, ich bin pessimistisch. Nicht grundsätzlich und nicht aus Prinzip. Nein, ich glaube nicht an eine finale Krise, keinen Weltuntergang und auch keine gigantische Verschwörung, noch nicht einmal ans Ende des Kapitalismus. Ich benötige keine Therapie, bin ganz zufrieden und liebe das Leben. Aber ich bin für die nächste Zukunft pessimistisch, was den Verlauf der Weltwirtschaft betrifft – und für die Börse.
Klar, Pessimismus zahlt sich im Journalismus zuweilen aus. Wen interessiert schon eine Story mit dem Titel: «Alles ist gut und wird es auch bleiben». Krisen haben für Journalisten die gleiche Bedeutung, wie Brände für Feuerwehrleute: Wir finden sie tragisch, aber sie rücken unsere Arbeit in den Mittelpunkt des Interesses. Das teilen wir auch mit den Ökonomen.
Doch pessimistische Journalisten (und Ökonomen) gelten auch als Brandstifter – man wirft uns vor, wir reden den Leuten die Krise ein und würden sie dadurch verlängern oder verschärfen. Das ist Mist. So viel Einfluss haben wir nicht. Und wir sprechen uns nicht ab. Im Gegenteil: Die Konkurrenz ist knallhart: Sind fast alle pessimistisch, räumen die Optimisten ab. Wie dieser Beitrag zeigt, werden in den USA trotz aller Negativdaten die Artikel immer optimistischer. Eben noch hochgefeierte Pessimisten gelten neu als «geschwätzige Orakel», wie dieser Beitrag zeigt. (Alan Greenspan passt hier denkbar schlecht dazu, die anderen haben bisher ein besseres Einschätzungsvermögen bewiesen, als all ihre Kritiker – auch schon vor dieser und früheren Krisen).
Ganz ehrlich: Der publizistische Schweinezyklus interessiert mich nicht. Ich halte vorerst unbeirrt an meinem Pessimismus fest: einfach deshalb, weil sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit – zum Beispiel hier, hier (PDF) und hier – und aus guten theoretischen Überlegungen – zum Beispiel hier und hier – meiner Überzeugung nach eine optimistische Sicht für die Wirtschaftsentwicklung der nächsten Zeit nicht begründen lässt. Zumindest wenn mit Optimismus mehr gemeint ist, als bloss positive Wachstumsraten: etwa eine deutlich geringere Arbeitslosigkeit an all den vielen Orten, wo sie momentan im Vergleich zum Normalzustand besonders hoch ist.
Hoffentlich habe ich unrecht – und damit all jene, auf deren Beobachtungen, Urteile und Berechnungen ich meine Überzeugung unter anderem stütze. Niemand kann die Zukunft voraussagen. Daher ist das natürlich nicht ausgeschlossen. Mir fehlen dafür bloss gute Argumente.
Wenn das keinen Widerspruch hervorruft, wäre selbst mein Pessimismus noch zu optimistisch.



Ich habe darauf folgenden Kommentar geschrieben, lieber Odin. Und dieser Kommentar beinhaltet den menschlichen Wirtschaftszyklus, der immer wieder kehrt. Weil der Mensch, seine Gier, seine Kurzsichtigkeit und seine Triebversessenheit von Generation zu Generation weitergibt.

2. September 2010 um 18:38

Man muss nicht Pessimist sein um schlechte Prognosen zu wagen. Wir leben in einer Zeit der Stagnation. Eine alte reiche Garde (Nachkriegsgeneration) klebt am “wohl verdienten??” Geld. Nach dem zweiten WK war in Westeuropa und den USA Goldgräberstimmung, man konnte etwas aufbauen und einen Sozialstaat (man hat ja die Bolschewiken auf Distanz gehalten) im heutigen Stil gab es noch nicht. Die alten Menschen waren damals mit wenig zufrieden, die Medizin nicht teuer und auch die Löhne tief. Grundstücke konnten für ein Apfel und ein Ei gekauft werden, bauen war gratis. Auflagen und Kontrollen gab es kaum, man war froh wenn einer etwas wagte. Geschäften rentierte, wenn man es einigermassen seriös betrieb. Jeder Büezer (sehe ich in meinem Umfeld) schaffte es ein Einfamilienhaus zu bauen und auch abzuzahlen. Heute strampeln sich die jungen Menschen zu tode und es bleibt Ende Monat trotzdem kaum etwas übrig. Investitionen rentieren nicht (weder in Immobilien noch in Börsen). Einen Betrieb aufbauen, rentiert nicht, denn die globalen Riesen haben das Terrain unter sich aufgeteilt. Dem Durchschnittsmenschen bleiben Brosamen und einer ganz kleinen Elite der grosse Klotz. Zur Zeit der absolutistischen Monarchien haben wir in Europa ähnliche Verhältnisse gehabt. Einige Könige, etwas mehr Fürsten und Bischöfe und einen kleinen Haufen von anderen Günstlingen teilten sich Grund, Boden und Geld. Der Rest waren Schuldknechte. Die Abgaben horrend, die Aussicht aus der Misere zu kommen für den Normalbürger minim.

Voltaire, Rousseau bereiteten Revolutionen vor. Welche in mehreren Wellen über Europa rasten. Die “Abschaffung” der Monarchien frass Millionen von Soldaten und Zivilisten. Nach dem II WK schien es geschafft, man wähnte sich frei.

 Heute scheint, dass Europa wieder auf die Zeit vor der französischen Revolution zurückkatapultiert wurde. Wir in der Schweiz merken davon noch relativ wenig, in Frankreich und Deutschland sind die Zustände schon krasser und in Italien und Spanien, USA, GRB (pardon den Ausdruck) ist die Kacke bereits offensichtlich und mächtig am dampfen.

Aus freien Stücken wird es kaum eine Umschichtung der Macht und des Geldes geben, es ist also eine Frage der Zeit bis der Mob wieder gegen den Mob schreitet und Menschen erneut auf verbrannter Erde “Wirtschaftswunder??” vollbringen.

Ich hoffe auch, dass ich das falsch sehe

Ach ja und die Brüder im Hintergrund, sind jene die das Rad des menschlichen Wirtschaftszyklus immer schön drehen. Einige habe ich in der Fotogallerie gepostet.

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