Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Samstag, 11. September 2010

Wo sind die Grenzen der Berichterstattung

Hallo Odin

In den letzten Tagen hält ein psychisch aufgewühlter, unausgeglichener Mensch die Schweiz und insbesondere die Stadt Biel in Atem. Er hat sich, scheinbar aus Frust gegenüber den Behörden, in seinem Haus verschanzt. Hat aus dem Haus auf die heranrückende Polizei geschossen und ist mit der Waffe aus dem Haus getürmt.
Eine Eliteeinheit der zürcher Polizei, haben das Haus umstellt und trotzdem konnte der Mann erneut ins Haus gelangen und auch abermals daraus entkommen.

Ich war entsetzt, sehr entsetzt, dass diese Geschichte derart frei in den Medien erzählt wurde. Man schürt so nur Anegste. Stell Dir eine angstgeplagte Mutter vor, welche Kinder in Biel zur Schule schicken muss und sie weiss, dass irgendwo im Wald ein "verrückter" mit geladenem Gewehr lauern könnte. Zweitens ist es für die Polizei sehr schwer gut, ruhig und gezielt zu arbeiten.

Du weisst ja lieber Odin, wie sehr ich es hasse, wenn ich in einem Notfalleinsatz von zig Menschen angegafft werde. Es ist lähmend und für alle wirklich Beteiligten mühsam. Notfälle sind keine Showveranstaltungen, wer sowasen sehen will, soll sich mit Emergeny Room, Dr. House, oder sonst einer Krimiserie begnügen. Im Alltag muss man immer konzentriert und stressfrei arbeiten können. Wenn der Notfall vorüber ist, ist es gut den Einsatz nochmals mit allen Beteiligten zu durchdenken und falls Fehler gemacht wurden diese so möglichst in einem nächsten Einsatz zu vermeiden.
Ein Mensch der arber von der Medienmeute bereits vorverurteilt wird, ist kaum mehr vernünftig für Notfalleinsätze zu gebrauchen.
Die wahren Helden des Alltags, lieber Odin, wissen dass sie jederzeit einen Fehler machen können. Sie plustern sich mit ihren Taten deshalb nie auf. Sie  hassen es gefeiert zu werden. Sie tun einfach ihre Arbeit, die sie gerne machen  und wollen dafür am Ende eines Monats einen ebenso ehrlichen Lohn. Anerkennung sind die täglichen kleinen und grösseren Erfolge,  welche man im Stillen für sich selber geniessen darf. Sie brauchen weder einen roten Teppich noch ein Champagnierglas. Nein es wiedert sie sogar an an eine Cocktilveranstaltung zu gehen. Sie lassen sich nicht kaufen, sie sind einfach.
Ueberheblichkeit und ostentative Selbstdarstellung ist das Gift eines jeden Helden. Schau Dir Superman an, die Geschichte hat was. Der wahre Held bleibt unsichtbar. Er schmiegt sich im allgemeinen Arbeitsalltag ein, schiesst dann scharf (mir Worten, Gesten, was immer auch) wenn es einen Notfall gibt, taucht nach getaner Arbeit wieder in die Unsichtbarkeit ab und lässt andere vor die Kameras treten, Ruhm und Ehre einheimschen. Er will seine Auszeichnungen nicht von Politikern, oder Jurys entgegennehmen. Zahltag ist am Ende einer Existenz, das weiss er, nie am Ende einer Einzeltat.
Ein waher Held ist in der Oeffentlichkeit oft eine graue Maus. Durchschnittlich angezogen, unauffällige Frisur, schlicht und einfach  total unauffällig. Ein wahrer Held, darf nur kurz aufblitzen wenn es ihn braucht und muss sich dann sofort wieder zurückziehen.
Denn nur in der Stille und auch Einsamkeit, kann er sein Wissen vertiefen, seine Sinne schärfen, sich vorbereiten auf den nächsten Einsatz.
Die wahren Helden werden durch Kameras und Zeitungen zerstört. Sobald sie öffentliche Personen werden, ist ihre magische Kraft erschöpft. In dem Moment werden sie zu Plastikhelden, von welchen man zwar ein Autogramm erhält aber sicher keine Hilfe.

Du kanns Dich entscheiden im Leben, Odin, frei entscheiden. Ob Du ein wahrer Held, oder ein Plastikheld werden willst.

Ich wünsche, dass in Biel die Angst weicht und dass die Polizei und andere Einsatzkräfte ihre Arbeit ungestört machen können. Helden sind lichtscheu.

Gruss Dein simorre

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