Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Sonntag, 27. Februar 2011

Heiliges römisches Reich deutscher Nation Teil IX

Hallo Odin


Unsäglich war der Kampf um das Erbe Karl des Grossen resp. seines Sohnes Ludwig des Frommen. Die Streiterein führten zu Instabilität und vor allem zu einer Reichsaufteilung.


Weil es kompliziert ist versuche ich nochmals eine kurze Zusammenfassung zu machen.
Das westfränkische Reich ging an Karl der Kahle. Wegen ihm begannen ja die Erbstreitereien, denn er stammte aus zweiter Ehe Ludwig des Frommen mit Judith der Schwäbin. Ihm stand gemäss fränkischem Gesetz keine Königsherrrschaft zu, sein Vater brach dennoch mit dieser Tradition. Es folgten, wie im Eintrag zuvor beschrieben, wüste Streitereien, welche erst nach dem Tod Pippins (Sohn Ludwig des Frommen aus erster Ehe) im Vertrag von Verdun 843 mit einer Reichsteilung beigelegt werden konnten. Lothar, welcher zweimal nach Italien in die Verbannung geschickt wurde, erhielt den mittleren Teil und Ludwig der Deutsche das Ostfrankenreich.

Trotz dieses Vertrags gingen die Streiterein unter den Brüdern weiter. Ludwig der Deutsche hatte zwar das Recht frei Bischöfe ernennen. Er gründete diverse Klöster und ernannte Bischöfe, welche in seinem Sinn Teile seines Reiches REGIERTEN. Ja du hörst richtig Odin, die Kirche erhielt Ländereien im Frankenreich. Du kannst Dir leicht vorstellen, dass es somit für Deutschland einmal ganz schwer werden sollte ein Nationalstaat zu werden, denn in keinem nordeuropäischen Land hatte die Kirche eine derartige weltliche Gewalt wie in Europa. Millionen von Menschen sollten den wüsten Religionskriegen während der Reformation in Deutschland noch zum Opfer fallen.
Nun aber zurück zur fränkischen Geschichte. Ludwig versuchte auch Böhmen und Mähren zu christianisieren. Den Slawen konnte er aber keine weiteren Territorien mehr abringen und die Christianisierung gelang nur sehr bedingt.
Als 855 Lothar starb wurde das Mittelreich unter den beiden Brüdern Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Nun ging der Kampf zwischen den beiden Brüdern um die Kaiserkrone los. Der Papst entschied sich für Karl den Kahlen, den König des Westfrankenreichs.Bereits damals kämpften die beiden Könige verbissen um Lothringen.  Bis zum zweiten Weltkrieg sollte Elsass-Lothringen ein steter Zankapfel zwischen dem West-. und dem Ostfrankenreich bleiben.

876 starb Ludwig der Deutsche bei einem Kampf gegen das Heer seines Bruders.

Karl der Kahle versuchte nun das Reich erneut zu einen. Er starb aber bereits kurz nach Ludwig (877). Während der Zeit der blutigen fränkischen Bruderkriege fielen die Normannen (welche sich in England ein neues Reich erschaffen hatten) immer häufiger Westfrankenreich ein. Der unsinnige Krieg Ludwig des Frommen gegen die  Bretagnie (Kerngebiet der Normannen) war natürlich nicht vergessen. Rache ist süss auch wenn sie jahrzehntelang auf sich warten lässt.
 Die karolingische Hausmacht schwächelte immer stärker, als man dem einzigen überlebenden Sohn Ludwig des Deutschen, er hiess Karl III (der Dicke), die Kaiserkrone übergab, war zwar das Frankenreich für kurze Zeit wieder vereint. Aber da Karl III vorher König von Bayern und Italien war und aus dem Ostfrankenreich stammte, war er dem westfränkischen Adel ganz klar nicht genehm. Viele liebäugelten mit einem eigenen Herrscher, zumal Karl III, der Dicke sich als militärisch ungeschickter und körperlich kranker Kaiser erwies. Karl III liess die Normannen zweimal nach einem Sieg gegen Kaution ziehen. Der Unmut gegen den unfähigen Kaiser wurde im West- und Ostfrankenreich immer stärker. Schliesslich kam es zu einem Aufstand im Ostfrankenreich und Arnulf, ein Neffe Karl III setzte sich als neuer König des Ostfrankenreichs durch.  900 starb Arnulf und sein 7jähriger Sohn Ludwig IV (das Kind) übernahm den Thron. Immer öfter fielen im Osten die stärker werdenden Ungarn ins Reich ein.

 Im Westen des Reichs waren die Verhältnisse nicht sicherer. Normannen und Wikinger (Dänen) drangen bis Paris vor. Im Kampf gegen die kriegerischen nordischen Stämme machte sich Odo von Paris einen Namen. Odo von Paris stammte aus dem fränkischen Adelsgeschlecht der Robertiner. Nach dem Tod Karl des Dicken hatte er  die volle Unterstützung der nordlichen Adeligen des Westfrankenreichs.  Und nach wiederholten Siegen gegen die Normannen konnte er auch die restlichen Adeligen für sich gewinnen. Arnulf, Kaiser und König des Ostfrankenreichs anerkannte die westfränkische Reichsübernahme durch Odo. Und entmachtete den Nachfolger Karl III, welcher noch ein Kind war. Damit übernahm das Geschlecht der Robertiner die Macht im vormals karolingischen Westfrankenreich und die endgültige Spaltung zwischen dem heutigen Frankreich und Deutschland war besiegelt.

Oben habe ich Dir das Foto einer Karlsstatue aus dem Münster in Zürich gepostet. Das zürcher Münster wurde von Karl dem Dicken gestiftet. Vor allem dessen Frau gründete haufenweise Kirchen und Klöster.

Interessant ist, dass seit dieser Zeit die Herzöge immer einen grösseren Einfluss auf die Königs und sogar Kaiserwahl haben werden. Was ist aber ein Herzog?


Ursprünglich war bei den Germanen der Herzogtitel eine adelige Auszeichnung für einen erfahrenen Kriegsführer. Wenn die Herzöge in Pension gingen erhielten sie normalerweise ein kleines Stück Land zugeteilt. Nun erwarben einige Herzogsfamilien immer mehr Ländereien dazu und es entwickelten sich eigentliche fast autonome Herzogreiche innerhalb des Kaiserreichs. Eigentlich hätten die Herzöge keinen grossen politischen Einfluss nehmen dürfen. Aber in der Zeit der schwachen und sich Gegenseitig bekämpfenden Karonlinger nach Karl dem Frommen waren oft sie es, welche mit ihren eigenen Heeren in den Kampf gegen äussere Angreifer gingen. Durch ihre militärischen Erfolge waren sie in der Bevölkerung als Schutzherren anerkannt. So gestärkt nahmen sich die Herzöge gegenüber den karolingischen Herrschern immer mehr Sonderrechte heraus. Und mit der Königswürde Odos von Paris wurde dieser Ungehorsam sogar noch vom Kaiser und der Kirche abgesegnet. Der Grundstein für immer kostspieligere Kämpfe unter den Herzögen war gelegt. Die späteren Geldgeber und heutigen Weltherrscher (Hoffaktoren) sollten die lachenden Dritten werden. Das sollte aber noch einige Jahrhunderte dauern und Millionen von unschuldigen, völlig verarmten Bürgern das Leben kosten.


Hier siehst Du den Herzog von Sachsen.
Das Bild ist einige Jh nach der Zeit der Karolinger
gemalt worden. Man muss die Funktion der Herzöge
kennen, wenn man die weiterd europäische Geschichte
verstehen will. Ob Duke, Duc oder Herzog, es gab sie in fast allen
Königreichen Europas.



Die Kaiser setzten  in den immer autonomer werdenden Herzogtümern Pfalzgrafen ein. Pfalzgrafen waren verpflichtet zur Loyalität mit dem Kaiserhof. Sie hatten die Rechte des Kaisers in den Herzogtümern umzusetzen. Zu Beginn übernahmen die Bischöfe diese Funktion, denn Bischöfe konnten vom Kaiser ernannt werden und waren ihm somit hörig. So wurde natürlich die katholische Kirche immer weltlicher und sollte sich auch immer wieder in die Machtpolitik des Frankenreichs einmischen.

Bereits 911 starb Karl das Kind. Die ostfränkischen Herzöge akzeptierten, wie die Westfranken keinen Karolinger mehr. In der Zeit bildeten sich die Herzogtümmer Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben und Lothringen zu halbautonomen Herrschaftsgebieten.

Konrad der letzte Karolinger konnte sich gegen die Herzöge nicht durchsetzen. Er war im Kampf gegen die Ungarn und Normannen hoffnungslos überfordert, denn er hatte die Mittel nicht sich entschlossen den heidnischen Eindringlingen entgegenzustellen.  Die Herzöge ohnehin oft ohne die königlichen oder kaiserlichen Truppen auf eigene Faust. Jeder Sieg steigerte deren Ruf und Ansehen im Volk und brachte Geld in die Herzogskasse (Raubgold).
Nach Konrads Tod, gab es kein Halten mehr (er ist in Fulda begraben) nun folgte ein Herzog auf den Thron.



Nun hatten die Herzöge auch im Ostfrankenreich die Oberhand. Ab jetzt bestimmten sie aus ihren Reihen den Kaiser. Der Sachsenherzog  Heinrich der I wurde erster nicht karolingischer Kaiser des Frankenreichs. Die Zeit der Karolinger war definitiv vorüber.


Kleiner Exkurs. Die katholischen Klöster hatten nicht nur das Bildungsmonopol fest in ihren Händen, sondern es gab nun auch einen einheitlichen musikalische Musikrichtung im ganzen heiligen römischen Reich deutscher Nation. Der gregorianische Choral war fester Bestandteil der damaligen sakralen Feiern.

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