Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Sonntag, 20. Februar 2011

Deutschsein ein römisches Erbe? Teil III

Hallo Odin


Du hast nun also gelernt, dass die germanischen Stämme gegen Süden drangen. Wenn Du die Karte der Völkerwanderung genau anschaust, siehst Du Erstaunliches. Die Germanestämme stammen nämlich vor allem aus dem Bereich des heutigen und ehemaligen Deutschland, nämlich von Preussen bis rüber in die Normandie. Preussen wurde demnach schon vor Jahrhunderten von Germanen besiedelt. Auch interessant ist, dass England von den zwei germanischen Stämmen Angeln und Sachsen besiedelt wurde. Die englische Sprache war ursprünglich Angelsächsisch, was einem germanischen Dialekt entspricht.

Die wichtigsten Germanenzüge möchte ich repetieren.

Die Goten stammen aus den nordöstlichen Gebieten, etwa aus der Gegend des ehemaligen Ospreussen. Die kurische Neehrung und das Haff war Gotenland. Damit Du Dir das besser vorstellen kannst schiebe ich nochmals eine Karte ein.


Die Goten, teilten sich in West- und Ostgoten auf. Sie kämpften für die römischen Heere und erhielten im Gegenzug Land und zunehmend auch politischen Einfluss. So mauserte sich deren Anführer Theoderich zu einem einflussreichen Warlord am Hof des oströmischen Kaisers Zenon. Theoderich hat ja den ersten germanischen König Italiens (Odoaker) ermordet, um selber die Macht an sich zu reissen.

Die Vandalen stammten aus dem Gebiet des künftigen Schlesien-Böhmen-Mähren etc. Sie zogen kämpfend, raubend und brandschatzend vom Hunger getrieben gegen Westen und liessen sich in Südspanien und Nordafrika von Marokko bis Tunesien nieder.

Die Burgunder stammen aus dem Bereich des Elsass-Lothringen und eben des Burgunds und fielen in Norditalien ein. Damit ist bewiesen, dass auch Elsass-Lothringen einen germanischen Ursprung hat. Das Elsäsisch gehört zu den allemanischen Sprachen und ist dem Baslerdütsch sehr ähnlich.

Die Franken kamen aus dem mittleren Rheingebiet und zogen Richtung Normandie. Erst viel später eroberten französisch sprechende Normannen (Westfranken) die Normandie und die Deutsche Sprache wurde zurückgedrängt. Die Flamen-Holländer und Ostfriesen sprechen noch heute den deutschen Dialekt, den man früher in der ganzen Normandie sprach.

Die Jüten, Sachsen und Anglen kamen ürsprünglich aus dem heutigen Schleswig-Holstein-Dänemark und der Nordseeküste. Sie zogen gegen die Kelten auf die britischen Insel und liessen sich da nieder.

Die Langobarden zogen aus dem Elbgebiet Richtung Süden und kämpften dort mit den Vandalen. Sie liessen sich in der römischen Provinz Pannonien nieder (Ungarn-Niederösterreich). Sie zogen später  auch Richtung Italien und liessen sich auch in Oberitalien nieder. Einerseits kämpften sie gegen die Ostgoten, aber auch gegen andere germanische Stämme und standen aber andererseits als Legionäre im römischen Heer Seite an Seite mit Ostgoten.
Mit der unglaublichen Prunksucht und Verschwendung am Hof der Caesaren in Rom schwand der römische Staatstresor. Die germanischen Legionäre konnten nicht mehr mit Gold bezahlt werden. Vielen wurde deshalb Land in Italien vom Staat gegeben. So wurden viele Langobarden sesshaft, adaptierten sehr schnell das römisches Recht (auch unter sich) und die römische Kultur. Sie waren es auch, welche den byzantinischen Baustil und Kunststil (Hauptsitz der byzantinischen Kunst im Westen war Ravenna) ins weströmische Reich brauchten. Die Langobarden wurden zu einer  starken Macht in Oberitalien. Sie waren unter sich sehr gut organisiert, wohlhabend, aber auch in der römischen Politik und vor allem im Heer waren sie eine zunehmend bestimmende Grösse.

Kleiner Einschub:
 Noch heute gibt es einige tausend Menschen in Italien und Südösterreich (Zimbern) welche einen ganz alten germanischen Dialekt sprechen, man nimmt an, dass es sich um Langobardisch handelt.

Damit Du mal hörst wie Langobardisch so tönte hier wird ein langobardisches (zimbrisches) Lied vorgetragen. Urig nicht?? In der heutigen Lombardei sprach man also früher langobardich-germanisch.





Ediktus Rothari 643n.Chr.




Theoderich und seine Ostgoten trafen auf ihrem Zug gegen Süden auf das oströmische Reich. Nach einigen Scharmüzeln wurde Theoderich  besiegt und an den oströmischen Hof zu Kaiser Zenon geschleppt. Theoderich und seine Ostgoten stammten ursprünglich aus Pannonien, das ist eine römische Provinz welche Niederösterreich, Ungarn, Rumänien sogar die dalmatinische Küste einschliesst, wie ich oben bereits geschildert habe.
Theoderich wurde als Geisel von Kaiser Zenon in Konstantinopel am Kaiserhof gehalten. Erstaunlicherweise konnte er im oströmischen Heer (zusammen mit seinen Ostgoten) trotzdem Karriere machen (Germanen waren gross und kräftig und deshalb überall gerne als Kämpfer angeworben) und wurde sogar Konsul. Nachdem Theoderich Konsul war, kam es zu immer heftigeren Spannungen mit Kaiser Zenon.
Als das weströmische Kaiserreich fiel und Odoaker Italien an sich riss. Hielt Zenon anfänglich zu Odoaker, schickte dann aber schon nach kurzer Zeit Theoderich nach Westrom, um Odoaker zu stürzen.


Fünf Jahre lang bekämpften sich zwei germanische Söldnerheere.. Nämlich die Langobarden in Westrom gegen die Goten in Ostrom. Odoaker verschanzte sich in der langobardischen Stadt Ravenna. Die Rabenschlacht wurde von Theoderich verloren. 493 konnten sich die Kontrahenten zu einem Vergleich in Ravenna durchringen. Doch wenige Tage später ermordete Theoderich Odoaker eigenhändig bei einem Treffen.

Die goldene Epoche Italiens unter Theoderich konnte beginnen.


Ravenna wurde zum Sitz von Macht-Gerechtigkeit-Kultur. Unter Theoderich kehrte endlich wieder Ruhe in Italien ein. Es war ein kleines goldenes Zeitalter. Theoderich brachte die Kultur von Byzanz mit sich. Das byzantinische Reich war gross und der Kaiser in Konstantinopel ein Garant für Stabilität.


Byzantinisches Reich. Theoderich konnte ziemlich unabhängig regieren, war aber trotzdem Konstantinopel unterstellt.


Konstantinopel gab den Germanen grosse Freiheiten, nicht weil es wollte, sondern weil es musste. Denn das oströmische Reich war unter extremem Druck und hatte an allen Grenzen zu kämpfen. Im Norden einerseits gegen die Slawen und die Bulgaren (wenigstens mit den Germanen hatte man einigermassen Frieden) im Süden und Osten gegen die Perser und später auch gegen die immer stärker werdenden Araber. Der Kampf war lang, Konstantinopolis fiel erst 1453 an Mehmed II. Die Hauptstadt Ostroms und der othodoxen Kirche wurde muslimisch, das war ein tiefer Schock fürs christliche Abendland.

Eine der schönsten Bauten aus der damaligen goldenen byzantinischen Zeit Konstantinopels ist sicher die Hagia Sophia.

Hier ein Bild


So hat sie einmal ausgesehen, vor dem islamischen Bildersturm.






So sieht sie heute aus, umgeben von Minaretten.
 Theoderich musste also dem öströmischen Kaiser im Westen den Rücken decken, aber gegen wen? Gegen seine germanischen Brüderstämme auf der nördlichen Seite der Alpen. Denn dort hat sich in der Zeit des Machtvakuums (Fall Westroms) ein weiterer germanischer Stamm ganz unabhänig von allen römischen Einflussen etablieren können, nämlich die Franken unter Chlodwig I.
 Im Süden des ehemaligen römischen Reichs liessen sich die Visigoten (Westgoten) unter Alarich II nieder. Sie machten Teile Galliens und die iberische Halbinsel zu ihrem Reich.
Theoderich war bestrebt diese beiden germanischen Stämme an sein Weströmisches Reich zu binden. Er wollte ein friedliches geeintes Germanien. Chlodwig akzeptierte aber die Einmischung Theoderichs (Ostroms) nicht. Er bekehrte sich zum Katholizismus (im Gegensatz zu den arianischen Germanenstämmen) und fand so einen Vorwand, trotz bestehenden Friedensvertrages, die Westgoten anzugreifen.
Theoderich zögerte damit, sich in diesen Konflikt einzumischen. Einerseits musste er im Osten seines Reiches zusammen mit Ostrom gegen den slawischen und persischen Feind kämpfen und andererseits war er ja mit einer Merowingerin (Schwester ves Frankenkönigs Chlodwig I) verheiratet.

Aber auch Alarich (der Westgotenkönig) war mit Theoderich familiäre eng verbunden, er hatte eine Tochter von Theoderich geheiratet. Zudem hat Alarich obendrein Theoderich im Kampf gegen Odoaker damals Truppen geschickt und war somit ein ganz wichtiger Bündnispartner. Theoderich konnte demnach Alarich den Westgoten, jetzt nicht im Stich lassen. Dazu kam noch, dass Alarich Arianer war, wie Theoderich auch. Theoderich griff trotzdem nicht ein.
Chlodwig, der Frankenkönig, beseigte nach einigen Kämpfen und Jahren Alarich II den Westgoten. Das Frankenreich wurde dadurch bedeutend grösser.

Fazit:

Theoderich hatte zwar Ravenna und Westrom zu einer neuen kulturellen Blüte
, aber seine germanische Bündnispolitik war gescheitert. Er konnte die Bruderkriege jenseits der Alpen nicht verhindern. Im Norden herrschten nun ganz starke, katholische Frankenkönige.

 Nach dem Tod Theoderichs gab es ein erneutes Machtvakuum, da die Nachfolge nicht geregelt war. Der byzantinische Kaiser Justinian I musste sich nun gezwungernermassen wieder selber der Probleme im Westen annehmen, obwohl er mir der Abwehr gegen die Perser mehr als genug zu tun hatte. Es war eine ganz schwiereige Zeit, welche nach dem Tod Theoderichs (oströmischer Konsul) auf Byzanz zukam.










links Theoderich, rechts Justinian



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen