Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Dienstag, 22. Februar 2011

Die Zeit vor Karl dem Grossen Teil VI

Hallo Odin


Die Langobarden sind also immer noch an der Macht in Italien. Unter den Langobarden gibt es diverse ganz blutige Familienfeden. Der Codex Rothari hat sich noch nicht durchgesetzt. Unter den Germanen ist noch keine Einigkeit. Ostrom spielt diese internen Germanenquerelen für seine Zwecke aus. Eines hat sich aber geändert und das von ganz grosser Wichtigkeit werden. Die Germanen sind nun allesamt katholisch, das Arianertum ist beseitigt.

Lieber Odin weshalb haben sich eigentlich arianische Germanen und katholische Germanen bekämpft. Worin lag der Unterschied in ihrem Glauben? Ich mache deshalb einen kleinen Exkurs zum Stiftungsvater des Arianismus. Arius lebte von 260-336 im oströmischen Einflussgebiet. Er wurde in Libyen geboren, studierte in Antiochia, wurde in Alexandrien zum Preister geweiht wo er lange lehrte und starb in der Hauptstadt Ostroms Konstantinopolis.
 Alexandria war zur Zeit des Arius immer noch eine hellenistische Stadt im oströmischen Reich. Alexander der Grosse hat Alexandrein 300 v. Christus gegründet. Seither war diese Stadt eine privilegierte Wirtschaftsmetropole und auch kulturelle Hochburg.  Im wohlhabenden Alexandria pflegte man, auch zur Zeit des römischen Imperiums, den freigeistigen Hellenismus. Die Lehre Platons war omnipräsent. Du erinnerst Dich sicher an das Höhlengleichnis? Darin beschreibt Platon die Unmöglichkeit die Ideen (Urprinzip aller Dinge, Origenes würde sagen von Gott gelenkter Logos?) direkt wahrzunehmen.
Vordenker von Arius war sicher Origenes. Origenes war ein Kirchenvater (Bibelexeget) der ersten Stunde er lebte in Alexandria. Ich glaube, lieber Odin, dass die Lehren des Origenes sehr nahe am Ursprung des christlichen Glaubens waren, deshalb versuche ich sie heier zusammenzufassen. Falls ein Leser Origenes besser kennt, bin ich froh um jeden Kommentar.
Die Aufteilung der Gnostiker der menschlichen Existenz in Geist, Seele und Körper, wurde von Origenes  übernommen. Für ihn war Gott Vater der gerechte Schöpfer, welcher von den Menschen nur über den Logos (heiligen Geist /Eingebung/Erleuchtung) wahrgenommen werden kann. Gott ist Schöpfer aller Ideen und die Ideen können sich in der von Menschen wahrnehmbaren materiellen Welt manifestieren. Jesus wurde nicht einfach aus dem Nichts geschaffen und er wurde auch nicht einfach bloss gezeugt, sondern sein Geist und seine Seele haben bereits vor seiner Inkarnation (Geburt in Betlehem) existiert. Das heisst aber nicht, dass Jesus immer schon existiert hat, denn alles ist von Gott geschaffen worden. Es gab also eine Zeit in der Jesus NICHT existierte.  Origenes meinte, dass auch der Teufel und die Dämonen Kreaturen Gottes seien und einmal erlöst werden können. Jeder Mensch trag in sich den göttlichen Funken und könne, wenn er die Gebote Gottes befolge erlöst werden. Einige behaupten Origenes habe sogar an die Reinkarnation geglaubt, andere verweisen auf Texstellen von Origenes in denen er die Reinkarnation ganz klar bestreitet.
 Die Lehre des Origens und seines Schülers Arius war der apostolische-machtbewussten Kirche natürlich ein Dorn im Auge. Denn sowohl  Origenes wie auch Arius waren gegen die Kindstaufe, glaubten nicht an eine ewige Hölle, erlaubten den Predigern die Heirat und standen dem Machtgehabe der Bischöfe und Diakone sehr kritsich gegenüber.
 Die Bischöfe hingegen meinten, dass das Volk haben soll vor der ewigen Hölle und Verdammnis. Ein verängstigtes Volk ist leicht zu lenken. Die Erlösungsoffenbarung des Origenes und auch des Arius wurden mit Bannflüchen zugedonnert. Auch jegliche Präexistenz von Geist und Seele vor der Geburt wurden von der katholischen Kirche bekämpft.

Justinian, welcher den Goten Odoaker als Konsul am Hof von Konstantinopel hatte, war sowieso viel mehr auf Machtpolitik aus, als auf religiöse Wahrheit. Das "arianische-Christentum" diente ihm lediglich, um mit voller Grausamkeit gegen die falschgläubigen katholischen  Germanen vorzugehen. Viele Bannflüche der katholischen Kirche umgekehrt hatten sehr wenig mit exegetischer Suche nach der Wahrheit zu tun, sondern dienten als Legitimation für Mord und Totschlag an ketzerischen Feinden.
Die Trinitätslehre diente sowohl West- als auch Ostrom bloss als Grund um den andern anzugreifen. Die Islamisten nahmen den Fehdehandschuh der Christen auf, indem sie behaupteten die einzige wahre monotheistische Religion zu sein, das Christentum habe drei Götter (Gott Vater-Jesus-Maria). Im heiligen Krieg, müsse die Welt von den nicht monotheistischen Religionen gesäubert werden.

Lieber Odin, wie Du siehst bekämpft sich die Menschheit bereits seit Jahrhunderten aus reilgiöser Ueberzeugung und versucht ihr Morden ausgerechnet mit der Fridensbotschaft Jesus Christus zu rechtfertigen. Ich glaube es gibt keine grössere Steigerung von pervers, als das Abschlachten von Menschen in Namen Gottes??

Ich schiebe Dir hier zwei Bilder ein, welche die Trinität darstellen. Als erstes siehst Du die Darstellung der Dreifaltigkeit durch den Maler Cranach der Aeltere, welcher im 15 Jh lebte und für den Kufürsten Sachsens arbeitete.



Ebenfalls in der Renaissance schuf Jeronimo Cosida das untenstehende komplexere Bild der Dreifaltigkeit. Einerseits ist Gott Vater-Sohn und der heilige Geist eins, andererseits sind sie nicht dieselben Personen, oder doch? Diese grosse Frager der christlichen Religion ist noch heute nicht schlüssig beantwortet (Dogma hin oder her, die absolute Wahrheit lässt sie nie in Worte fassen!!)


Noch ein kleiner Exkurs. Ueber Indien-Persien-ist viel spirituelles in den nahen Osten geflossne. Wie sieht das Trinitätsproblem in der ältesten in Wort festgehaltenen Religion der Menschheit, dem Hinduismus, aus?
Da gibt es Brahma-Vishnu-Shiva.  Brahma ist das Allwissen und der Allschöpfer, Vishnu das inkarnierte Leben und der Lebenserhalter, Shiva der Zerstörer (Tod) und Erlöser.
Das weibliche Pendant zur männlichen Dreifaltigkeit heisst: Saraswati-Lakshmi-Kali

Du kannst Dir hier selbstverständlich Deine eigenen Gedanken machen.



Oben siehst Du den "braven?" Leander, welcher Bischof zu Sevilla wurde (Ende 6Jh). Er sagte dem Arianertum im Westgotischen Reich (iberischen Halbinsel) den Kampf an. Schliesslich starb der letzte arianische Westgotische König Leovigild 586. Leander konnte danach erreichen, dass auch das Reich der Westgoten zum Katholizismus konvertierte.

Wir müssen aber nun in unserer lombardischen (resp. langobardischen) Königs-Tabelle weitervorrücken.

Lituprand: 712 kam Lituprand an die Macht. Er kam einem Mordanschalg Rotharis zuvor. Er ermordete den Verschwörer und liess auch seine vier Söhne hinrichten. Italien stand im Spannungsfeld folgender Kräfte, der Langobarden, dem erstarkten Papsttum, Byzanz und den Fürstentümmern Spoleto (Perugia) und Benevent (Campania).
Lituprand koppelte mittels Heirat das Benevent an sein Reich (er gab dem Fürst von Benevent seine Nichte zur Frau). Er selber heiratete eine bayrische Königstochter. Zudem griff er immer wieder in innerbayrische Konflikte ein, teilweise sogar zusammen  mit Karl Martell. Hier ein Vorgeschmack Karl Martells Grabstein in St. Denis.


Karl Martell
Nun kam es zum Ikonoklasmusstreit zwischen Papst Gergor II und Byzanz. Der oströmische Kaiser Papst Leo III liess die Bilder in den Kirchen verbieten. Der Vatikan (Bischof von Rom) und der Langobardenkönig waren entsetzt. Sie rüsteten zum Krieg und eroberten mehrere byzantinische Städte in Italien, unter anderem Ravenna, aber auch Städte wie Rimini, Bologna, Busseto, Monteveglio. Etliche Ländereien schenkten die Langobarden dem Papst. Einmal mehr wurde  die Achse Vatikan-Germanen, durch diese Schenkung, fest besiegelt.
Der merowingische Hausmeier  Karl Martell hatte eine ganz enge Beziehung zu Lituprand. Ihre Frauen waren nämlich Schwestern. Karls Sohn wurde von Lituprand adopiert und sie halfen sich gegenseitig in Kriegen. So half Lituprand Karl Martell im Kampf gegen die Sarazzen (Mauren welche von Spanien bis nach Frankreich kamen) in die Provence. 

Lituprand wurde aber immer machthungeriger, er wollte ganz Italien für sich haben, deshalb kämpfte er sogar gegen Rom und den Papst. Der Papsts erhielt von Karl Martell keine Hilfe und organisierte deshalb byzantinische Hilfe (so schnell wird der Feind zum Freund und umgekehrt).
Lituprand besiegte das byzantinisch-römische Heer und den aufständischen Fürst von Perugia. Lituprand und Papst Zacharias unterzeichneten einen Friedensvertrag und dank Papst Zacharias Vermittlungskünsten unternahm Lituprand keinen erneuten Feldzug gegen Ravenna.

Reliquienschrein mit Jesussandalenpartikeln eingenäht in Schuhe von Papst Zacharias (Prüm; Rheinland-Pfalz)
Unter Lituparand begann auch die Verfolgung von Wahrsagern und Animisten. Es durften keine Baumgeister und andere Naturgeister angebetet werden. Wieviel wertvolles Volkswissen ging wohl so verloren?

Hildeprand war der Neffe von Lituprand. Er hatte das Oberkommando beim Feldzug gegen Ravenna (so ernst nahm man also die päpstliche Bitte, die Stadt zu verschonen, dann doch nicht). Doch die freie Stadt Venedig eroberte wenig später Ravenna von Hildeprand  und Hildeprand geriet in obendrein in venezianische Gefangenschaft und musste freigekauft werden. Nach dem Freikauf ernannte Lituprand Hildeprand zum Mitkönig. Nach dem Tod Lituprands kam es zu einer Revolte des friaulischen Herzogs gegen Hildeprand. Der Herzog von Friaul, Ratchis, besetzte Pavia und stürtze Hildeprand.

Ratchis. War sehr fromm und um den Frieden bemüht. Er hatte mit dem Papst und dem oströmischen Kaiser ein gutes Einvernehmen. Die langobardischen Adeligen opponierten, aber gegen die probyzantinische Politik ihres Königs. Ratchis Bruder, Aistulf, wurde von den Oppositionellen zum König gewähtl. Ratchis ging ins Kloster Monte Cassino.



Kloster Monte Cassino



Aistulf war der Bruder Ratchis. Er hatte eigentlich das Fürstentum Friaul von seinem Bruder übernommen, als dieser König wurde. Leider hat ihm das nicht genügt und er hat zusammen mit den oppositionellen langobardischen Adeligen Ratchis zum Rücktritt bewogen.
Aistulf strebte ein italienisches Grosslangobardien an. Er wollte die Byzantiner vertreiben und Rom entmachten. Aistulf belagerte Rom, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Rom einen starken Verbündeten finden würde.

Denn der letzte merowinger König wurde vom ersten karolingischen König, Pippin dem Jüngeren, abgelöst.
Der Franke Pippin unterstützte die Langobarden nicht mehr, sondern hielt zum Papst, er  zog über die Alpen und besiegte den Langobardekönig Aistulf. Zwischen dem Papst und Aistulf wurde ein Friedensvertrag geschlossen, den Aistulf nach Abzug der fränkischen Truppen umgehend brach. Im Frühjahr passierte Pippin deshalb erneut die Alpen und die fränkische Armee siegte abermals gegen die Langobarden. Nun kamen die Langobarden unter die Herrschaft der Franken. Sie mussten die besetzten byzantinichen und römischen Ländereien zurückgeben und einen jährlichen Tribut an die Franken leisten. 756 starb Aistulf. Damit war das Langobardenreich Geschichte und das Tor aufgestemmt für die  Herrschaft  der Franken unter Karl dem Grossen über das heilige römische Reich deutscher Nation. 



Krönung des ersten karolinger Kaisers Pipin der Jüngere durch Papst Stephan II.

Ratchis versuchte nach dem Tod Aistulfs nochmals an die Macht zu kommen. Er sah den Untergang der Langobarden voraus. Aber er kam gegen Desiderius und seine Verbündeten nicht an.

Desiderius marschierte 758 in das Fürstentum Spoleto ein, um das langobarden Reich in Italien zu vergrössern.

Hier die Karte Italiens ca um 1000 n.Chr.



Fürst Alboin wurde vertrieben und Desiderius setzte einen seiner Günstlinge an dessen Stelle. Er versuchte ein Bündnis mit dem byzantinischen Herrscher Konstantin V zu schliessen, um gemeinsam gegen den Papst vorzugehen. Der Papst aber suchte den Schutz der Karolinger (Franken) und erhielt ihn auch. Es wurden Städte hin und her geschoben grössere Konflikte konnten vorerst vermieden werden. Zusätzlich sicherte sich Desiderius auch ein Bündnis mit Bayern, das ja bereits seit Jahrhunderten zu den Langobarden hielt. Wegen einer vorübergehenden Schwäche der Franken (Tod Pippin III und unklare Thronfolge) konnte Desiderius die Schutzherrschaft über den Papst übernehmen. Stephan III war von Desiderius abhängig.
Ravenna wurde ja zuvor von den Karolingern (Pippin dem Jüngeren) von den Langobarden erobert und dem Papst geschenkt. Der Papst war also mit dem erneuten Uebergriff der Langobarden auf Ravenna gar nicht einverstanden. Als Desiderius den Bischof von Ravenna ernannte, verweigerte der Papst die Anerkennung des Bischofs.

Die Erbstreitereien der Franken warfen die alten Bündnisse über den Haufen. Nach dem Tod des Bruders von Karl dem Grossen floh dessen Wittwe sogar an den Hof von Desiderius, um den nötigen Schutz zu haben. Desiderius ging gestärkt durch die Frankenschwäche zum Papst und erreichte, dass die langobardenfeindlichen Berater abgesetzt wurden.

Bald sollte sich das Schicksal aber gegen die Langobarden wenden. Denn Karl der Grosse verstiess offiziell seine Gemahlin, welche eine Tochter von Desiderius war. Desiderius versuchte den Papst zu überzeugen, dass er die Söhnen Karlmanns (Bruder Karl des Grossen) zu fränkischen Königen salbe, um so Karl den Grossen zu schwächen. Der Papst lehnte ab und setzte seine pro langobardischen Berater ab. Darauf zog Desiderius brandschatzend durch einige Städte im Umland von Ravenna. Papst Hadrian I sah sich bedroht durch die Langobarden, welche auch gegen Rom marschierten und nur durch einen Kirchenbann davon abgehalten werden konnten auch in Rom einzufallen. Der Papst bat Karl den Grossen um Hilfe. Dieser sandte ein grosses Heer über die Alpen gegen die Langobarden. Desiderius musste sich in Pavia verschanzen und sich nach neun Monaten fränkischer Belagerung geschlagen geben.

Karl der Grosse nahm Desiderius und seine Gemahlin gefangen und steckte sie im Frankenreich in ein Kloster. Der Sohn des Desiderius konnte nach Byzanz fliehen (wenn es um Machtspiele geht, werden Feinde auch schnell zu Freunden). Karl der Grosse bestätigte die pippinischen Schenkungen an den Papst und gründete damit offiziell den Kirchenstaat.







Karl der Grosse Schutzherr der katholischen Kirche und Gründer des Kirchenstaates.








Karl der Grosse König von Gottesgnaden.


Ein ganz wertvolles Video über die Germanen





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