Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Donnerstag, 24. Februar 2011

Karl der Grosse VIIa

Hallo Odin


Es ist nicht einfach etwas über Karl den Grossen zu schreiben. Um jede grosse Persönlichkeit ranken sich üppige Legenden und Mythen. Genauso wirft aber alles Grosse auch grosse und sehr dunkle, kalte Schatten. Karl ist keine Ausnahme.

Er wurde in Aachen geboren. Und hat wahrscheinlich wie sein Bruder Karlmann die freien sieben Künste in St. Denis studiert. Aachen liegt sehr nahe an der Grenze zum heutigen Frankreich. Es erstaunt also nicht, dass beide Länder, Frankreich und Deutschland, ihn als ihren jeweiligen Nationalvater bezeichnen. Zur Zeit Karl des Grossen war das Frankenreich ja auch noch gar nicht getrennt. Heutiges Deutschland und Frankreich bildeten eine Nation, dazu aber später.



Karl der Grosse liess diesen Dom in Aachen bauen. Sein Thron ist heute noch in der Kathedrale zu sehen.



Karl lernte also in St. Denis die sieben Freien Künste.  Das Trivium beinhaltete die sprachlichen Fächer. Grammatik, Rhetorik, Dialektik (Logik). Und das Quadrivium die mathematischen Fächer: Arithmetik, Geometrie, Astronomie (heute leider vernachlässigtes Fach) und die Musik.
Karl genoss also eine für die damalige Zeit breite scholastische Ausbildung. Die Tradition der humanistischen Ausbildung hatte in Europa (bei den Sumerern und Aegypter wurde natürlich schon mehr als 1000 Jahre zuvor gut ausgebildet) ihren Ursprung im antiken Griechenland. Pythagoras-Platon-Aristoteles gründeten Schulen in denen junge fähige Menschen in verschiedenen freien Künsten ausgebildet wurden. Erstmals verfasste Martianus Capella (welcher in Karthago, im Reich der Vandalen, lebte) einen Kanon und gelungenes Lehrbuch der freien Künste, welcher das Trivium und Quadrivium umfasste.
In dieser griechisch-römischen Tradition wurde Karl ausgebildet, da die Germanen das römische Schulsystem übernahmen. Aber lange nicht alle Kaiser, welche nach Karl dem Grossen das heilige römische Reich deutscher Nation führten, hatten eine so gute Bildung wie Karl.


Darstellung der sieben freien Künste

 Karl war der erste germanische Kaiser vom intellektuellen Format eines römischen Caesaren, ohne sein geistiges Fundament hätte das heilige römische Reich deutscher Nation nicht 1000 Jahre lang überleben können. Nun aber zurück zur Biographie Karls.

768 starb der Vater Karls. der Familientragik aber nicht genug, starb Karls Bruder Karlmann  bereits drei Jahre sptäer auch. Karl verlor damit nicht nur seinen Bruder, sondern vor allem auch den einzigen Mitkönig. Karl wurde innert weniger Jahren Alleinherrscher über das ganze  Frankenreich.
Die Zeit in der er König wurde, war extrem spannungsgeladen. Im Norden des Reichs wandten sich die Sachsen von der katholischen Kirche ab. Im Osten fielen die Awaren und Slawen ins römsich-katholische Reich ein. In Italien rangen der Papst, die Langobarden und Byzantiner, sowie freie Herzogtümer um Macht und Land. Und im Süden (im Land der Westgoten) drohten die Sarazzen (Araber/Ummayyadenkalifate in Spanien) einzuwandern.
Für Karl gab es also viel zu tun, schwer lastete die Verantwortung auf seinen noch jungen königlichen Schultern.

Im Westens seines Reichs versuchten nach dem Tod Pippins (Karls Vater) die Herzöge von Aquitanien und der Cascogne den Aufstand.

Einschub aus persönlichen Gründen!! Simorre ist ein Dorf in der Gascogne.
 Die Gascogne ist das Land des Armagnac und der drei Musketiere (Alexandre Dumas Roman). Ein wunderschönes Land am Fusse der Pyrenäen, wenn Du mal nach Auch fährst, wirst auch du der Schönheit der Gascogne verfallen, da bin ich mir fast sicher.



Im Nord-Osten des Frankenreiches war das Reich der stolzen Sachsen/Angeln. Sie glaubten immer noch an ihren Gott Odin und den Weltenbaum Irminsul (Yggdrasil). Zudem fielen von Norden her immer wieder Wikinger als Piraten plündernd über Küstengebiete her.

Du erlaubst mir, dass ich kurz den nordischen Glauben beschreibe. Denn der Kampf gegen das Christentum wurde von den Sachsen und anderen germanischen Stämmen verbissen geführt.


Der Weltenbaum war den nordischen Völkern Sinnbild für das eigene Leben. Er symbolisierte aber gleichzeitig auch den Kosmos. Die germanischen Tradtitionen  gliederten die Welt in drei Teile. (Aehnlich der Trinität der Christen??)

1. Midgard: Die materielle Welt. (die Mitte, das Menschsein, die Erde),
2. Hell: Die Seelenwelt: (Unterwelt, Seele, Nispelheim mit Riesen und Alben, Zwergen, Schlangen, Drachen)
3: Asgard: Die geistige Welt: Der Himmel, Sitz der Aasen und Götter).

Die Germanen glaubten an eine zyklische Weltgeschichte. Also an ein weiges Pendeln zwischen göttlicher Schaffung des Universums und Zerstörung (Ragnarök (Apokylpse). Sie personifizierten die Kräfte, welche diesen Zyklus in Bewegung halten wie folgt:
Wasser: Ist die elementare Qualität in Nifelheim, was der Unterwelt entspricht. Die Unterwelt wurde auch Hell, heute dem Wort Hölle entsprechend, genannt. Die  Bewohnern der Unterwelt waren Alben/Elfen und den Urelementarprinzipien den Wasserriesen (Aegir, Ran, Hler, Gymir). Freud würde die Unterwelt als Unterbewusstsein (Seele) bezeichnen.
Feuer: Mispelheim Wohnsitz der Feuerurkräfte den Feuerriesen aber auch der Aasen und des göttlichen geistigen Prinzips, auch Sinnbild der Vernunft.
Erde: Midgard: Urprinzip:  Erdriesen, Menschen. Die materielle, vergängliche Welt, dem menschlichen Körper entsprechend.
 Luft: Zwischenwelt, das Plasma aus dem alles werden kann. An sich ohne Wertung und Aussage. Das Eichhörnchen Ratatosk ist das Sinnbild für das Element Luft. Das Plasma verbindet die drei  obgenannten Prinzipen. Es springt im Kosmos (dem Weltenbaum) dauernd von den Wurzeln (Sitz der Nornen, welche dem Schicksal entsprechen) bis zur Krone (Odin) und zurück. Das Plasma ist ohne Anfang und Ende, es ist ewig in sich unbewegt und überall. Es ist der Kitt, der alles zusammenhält, es ist der Ueberraum, der dem Raum einen Grund gibt. Man könnte es auch mit dem heiligen Geist, oder der Weltenseele vergleichen.




Soviel zur Mythologie der nördlichen Bewohner des Frankenreichs. Den "heidnischen" Sachsen das Christentum entgegenzuhalten war für Karl dem Grossen natürlich nicht leicht.

Karl der Grosse hat die Sachsenkriege (Krieg gegen die Heiden), welche schon die Merowinger begonnen haben, im Auftrag der Kirche weiterzihen müssen, denn als König war er gesalbter irdischer Repräsentant Gottes. Die Sachsenkriege unter Karl dem Grossen dauerten ganze dreissig Jahre lang.  Einerseits wollte er die Heiden zum richtigen Glauben zwingen, andererseits seine Macht ausweiten indem er das Frankenreich zu konsolidieren versuchte. Ereneut mussten Zehntausende wegen einem Glaubenskrieg sterben. Schlussendlich wurde der germanische Lebensbaum Ygddrasil gefällt und auf seinem Grund das katholische Kaiserkreuz auch in Sachsen eingeschlagen. Die Sachsen waren besiegt und die katholische Kirche auch in Norddeutschland als alleinige seeligmachende Religion institutionalisiert.  Heiden, Paganen wurden hart und unbarmherzig  verfolgt. Reste des alten Glaubens konnten sich jedoch lange halten. Teile überlebten bis heute.
Man kann sich darüber streiten, ob die katholische Scholastik die weisere Schule ist, als die schamanistisch angehauchte nordische Naturreligion. Ich sage nicht, dass die katholische Kirche schlecht sei, es haben sich in ihr ganz grosse spirituelle Meister entwickeln können (Hildegard von Bingen, Jakob Böhme etc), aber es wurde auch gemordet, vergewaltigt, ausgeraubt und gestohlen im Namen der katholischen Kirche. Ueber den unglaublichen Reichtum der keltischen und germanischen Bräuche werde ich Dir sptäter einmal noch mehr erzählen. Aus reiner Machtgier versuchte man alle Heiden unter das katholische Kreuz zu zwingen.
Bereits Karls Vater Pippin hat gegen Ostrom gekämpft und unter anderem das Exarchat Ravenna, Istrien, Tuszien erobert. Er hat die oströmischen Gebiete der römisch katholischen Kirche geschenkt. Im Gegenzug wurde Pippins Sohn Karl um 800 zum Kaiser gekrönt. Damit hatte Westrom sich definitiv von Ostrom abgenabelt und erneut ein eigenes weltlich (Kaiser) und ideologisch (Papst) untermauertes Imperium gegründet. Was diese enorme Last für die Entwicklung der deutschsprachigen Länder für tragische Konsequenzen haben soll, darum geht es in meinem Blog.
 Die Herzöge, Fürsten, Könige und der Kaiser waren von nun an verpflichtet die katholische Kirche zu schützen, dafür erhielten sie die kirchliche Salbung und waren somit rechtmässige, irdische Herrscher im Auftrag Gottes. Kein gläubiger Christ konnte es wagen einen von der katholischen Kirche gesalbten Herrscher in Frage zu stellen. Kaiser und Papst waren also gegenseitig aufeinander angewiesen und gemeinsam unanfechtbar.

Ein letztes Lied für Ygddrasil in katholischem Spanisch gesungen, das ist fast schon blasphemisch, oder?





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen