Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Samstag, 26. Februar 2011

Karl der Grosse VIIb

Hallo Odin


Nach dem Sieg über die germanischen Heiden im Norden geht es jetzt mit Karl dem Grossen Richtung 1001 Nacht. Wusstest Du, dass Karl der Gross in Bagdad (Irak) beim Kalifen Harun al Rashid vorsprach? Und dieser seinem Bündnispartner Karl, als Beweis für ihre enge Freundschaft, einen weissen asiatischen Elefanten schenkte? Dies war der erste geschenkte Elefant, welcher jenseits der Alpen gelebt hat. Natürlich hat Hannibal, der Karthager, im zweiten punischen Krieg bereits die Alpen mit Elefanten überquert. Er hat dies mit mehr als dreissig Kriegselefanten getan, diese lebten aber nicht permanent im Norden.
 Unter dem Bild des weissen karolingischen Elefanten hänge ich noch das Bild eines hannibalischen Kriegselefanten an.




Krieg von Zama (punischer Krieg)

 Karl der Grosse bekämpfte in Spanien, jenseits der Pyrenäen, auch die Mauren. Der Emir von Saragossa bat Karl den Grossen um Hilfe gegen den Emir von Gordoba. Die Geschichte ist aber noch einwenig komplizierter. Die neue Religon Islam war nämlich nach dem Tod ihres Religionsstifters nicht einig wer das Erbe Mohammeds übernehme sollte. Es kam dabei zur Aufteilung in Shiiten udn Sunniten. Der oberste Herrscher über das islamische Reich nannte man Kalif. Die erste islamische Hochkultur entstand unter den Umayyaden, welche ihren Sitz in Damaskus hatten. Doch ab Mitte 8 Jh. übernahmen die Abbasiden die Macht, ihr Zentrum lag in Bagdad. Es kam zum Streit zwischen den beiden Familien. Die Umayyaden wurden aus dem ganzen Reich gedrängt und konnten sich nur noch im fernen Maghreb (Ende der arabischen Welt) und Spanien halten. Nun wurde Karl also vom Kalifen in Bagdad eingeladen, um gemeinsam gegen die Umayyaden in Spanien zu kämpfen!

Kleiner Exkurs in die arabische Welt.

Die Architektur der Mauren ist wunderschön. Und den kulturellen-wissenschaftlichen Entwicklungsschub welche die Uebersetzungen der arabischen,  hebräischen und griechischen Klassiker ins Lateinische mit sich brachte, war enorm. In Toledo existierte damals die grösste Uebersetzungsschule. Ohne Toledo wäre z.B. ein Thomas von Aquin nicht denkbar gewesen, denn er konnte weder Griechisch noch Hebräisch oder Arabisch, er war also auf die Uebersetzungen aus Toledo angewiesen.  In Andalusien waren die maurischen  Emirate freie Städte. Sie mussten keinem König und keiner Kirche horrende Tribute zahlen und erlaubten ihrer Bevölkerung die freie Religionsausübung.
Hebräisch, Lateinisch und Arabisch waren offizielle Amtssprachen in Sevilla, Gordoba und Granada. Schnell wurden obgenannte Städte zu den reichsten und einflussreichsten in Europa. Die Geschäfte florierten und vor allem die Wissenschaft machte innerhalb kurzer Zeit viele neue Entdeckungen.
Karl der Grosse sah in diesen Freiheiten und Wohlstand der Städte natürlich einerseits eine Bedrohung der katholischen Kirche (die er als ihr Schutzherr zu verteidigen hatte) und eine Unterwanderung der königlichen Macht. Noch war man weit entfernt von den Ideen der französischen Revolution. Freies Bürgertum war für Karl den Grossen reinster Frevel. Er selber war ja kurz davor das Feudalsystem zu erschaffen. Freies Bürgertum kamen für ihn und die anderen Frankenkönige ganz und gar nicht in Frage.
Und die freie Ausübung von anderen Religionen, beziehungsweise von Wissenschaften ohne kirchliche Kontrolle (Zensur) wurde als trotzige Ketzerei bezeichnet.
Der Kampf war den maurischen-Arabern also von seiten der katholischen Kirche unter Führung Karl des Grossen sicher. Europa sollte durch Karl von den arabischen Freigeistern gereinigt werden und dafür dunklen katholischen Zeiten während dem ganzen Mittelalter Platz machen. Auf die Inquisition kommen wir später noch zu sprechen. Karl der Grosse hat zusammen mit der römisch katholischen Kirche den Grundstein dazu schon sehr früh gelegt.

Schau Dir mal die filigrane Architektur der Mauren in Südspanien an. Ich poste einige Beispiele aus Gordoba und Granada.




beide Bilder stammen aus Gordoba

und nun die bekannte Alhambra in Granada, welches vor der schönen Sierra Nevada liegt






Ein Lied von Alice (1982) in welchem sie die Zigenuerfrauen beschreibt. Sogar bis in die schweizer Alpentäler haben sich verfolgte Mauren (Sarazen) zurückgezogen. Saas Almagel, Alanin sollen als Namen von dieser Epoche zeugen. Es gibt Walliser, welche gar nicht dieser Meinung sind, aber die zwei Ortsnamen lassen dennoch ganz stark vermuten, dass arabisch sprechende Menschen sich einst da niedergelassen haben müssen. Denn in die engen Alpentäler drangen die kaiserlich-katholischen Truppen nicht vor.

Karl erweiterte dann sein Reich auch im Süden Richtung Italien. Um 790 wurde das bayrische Königtum unterworfen, nach dem bereits die Langobarden unter fränkische Herrschaft geraten sind. Du erinnerst Dich sicher an den grössenwahnsinnigen Langobardenkönig Desiderius, welcher massgebend dazu beigetragen hat, dass das Langobardenreich untergegangen ist (vielleicht sollte ja Wilhelm II eine Inkarnation des Königs Desiderius sein, das Verhalten der beiden war jedenfalls ähnlich unvorsichtig und grössenwahnsinnig).

Nun ergab sich ein Bündnis, welches den Uebergang von der Spätantike in das Frühmittelalter einleutete. Die Macht des Weströmischen Reiches wurde zwischen dem deutschen Kaiser und dem römischen Papst geteilt und jene des oströmischen Reiches zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und dem oströmischen Kaiser. Das Bündnis mit der katholischen Kirche sollte für das spätere Deutschland unangenehme Belastung werden, mehr Joch als Ehre.

 Leo III  wurde 793 zum Papst gewählt. Einigen Adeligen war dieser Papst nicht genehm. Die römischen Patrizier verübten ein Attentat  auf Papst Leo III. Sie wollten ihn gefangennehmen, um ihn zu blenden und seine Zunge herauszureissen. Er sollte für sein ausschweifendes Leben (Ehebruch) bestraft werden. Ja Du hörst richtig, Odin, damals durften sogar Päpste noch heiraten. Ehebrechen durften sie aber schon damals selbstverständlich nicht.
 Die Ostkirche hingegen kannte das Zölibat bereits ab dem 7Jh aber nur für Bischöfe und höhere Ordensleute, nicht aber für einfache Priester. Und im Westen sollte das Zölibat für alle katholischen Priseter und höheren geweihten Aemter erst auf der Synode in Pavia 1022 eingeführt werden durch Papst Benedikt VIII und Kaiser Heinrich II.

In Paderborn (Paderborner Epos hält diese Geschichte in wunderbaren Hexametern fest) kam es zum Treffen zwischen, dem vor seinen Attentätern geflohenen, Papst Leo III und seinem Schutzherrn von Gottesgnaden dem fränkischen König Karl dem Grossen. Dieses Treffen war es dann auch, welches die Kaiserkrönung Karls am Weihnachtstag  800 erst möglich machen sollte. Es gab also erstmals seit 476 wieder einen weströmischen Augustus (Augustus ist die Bezeichnung für Kaiser von Westroms). Im offiziellen Titel welcher Karl vom Papst anlässlich der Kaiserkrönung erhielt, hiess es
 Karolus serenissimus Augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum atque Langobardorum (frei übersetzt: „Karl, durchlauchter Augustus, von Gott gekrönter, großer friedensstiftender Kaiser, das römische Reich regierend, von Gottes Gnaden König der Franken und auch der Langobarden.
Das heilige römische Reich fränkischer (später deutscher) Nation war damit also gegründet.

Als Zeichen, dass ihn auch das byzantinische Reich akzeptierte, erhielt er aus Byzanz den Schlüssel zur Grabkirche Jesu.

Kleiner Exkurs: Dieser Schlüssel des Grabes Jesus wird heute von einer arabisch muslimischen Familie aufbewahrt, weil sich sonst die verschiedenen christlichen Religionen  in die Haare geraten würden. Jeden Abend werden die katholischen, griechisch orthodoxen, aramäische, koptischen und äthiopischen Mönche in der Grabeskirche Jesu von einem Muslim eingeschlossen und am morgen wird den über Nacht eingeschlossenen Christen wiederum von einem Araber das Tor zur Aussenwelt geöffnet. Grotesk nicht?
Du musst zu diesem Thema unbedingt den Dokumentarfilm über die Grabeskirche Jesu anschauen. Er heisst "Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen". Eigentlich sollte es ein ernster Dokumentarfilm werden, aber es gibt soviel absurde, belustigende Szenen, dass es eher eine Tragikkoödie geworden ist.




Ich versuche, als Zusammenfassung einen kleinen Ueberblick über den Staatsmann Karl den Grosseen zu geben.

774 eroberte Karl der Grosse im Auftrag des Papstes das Langobardenreich und setzte den König Desiderius ab. Die Streitereien zwischen den nördlichen Fürsten und den Langobarden sollten über Generationen weitergehen.

756-788 Kriegszug gegen die Mauren auf Geheiss des Emirs von Saragossa. Es kam zu wiederholten Kämpfen mit den Sarazen (Mauren). Eine vernichtende Niederlage in Roncesvalles (Ausgangsort für Jakobspiler) wird im Rolandslied eindrücklich besungen.
Die Franken kamen nicht wirklich über die Pyrenäen hinaus. Die Bildung der spanischen Mark, als katholische Bastion gegen die Mauren im Süden, sollte erst nach jahrzehntelangen blutigen Kämpfen möglich sein (810). Als kleines, aber mondänes Ueberbleibsel dieser Zeit ist das von Karl dem Grossen für unabhängig erklärte Andorra, als katholischer Pufferstaat gegen die Mauren. Um 800 herum nahm Karl der Grosse, welcher auch ein geschickter Diplomat war, Kontakt mit dem Emir von Bagdad Harun-al Rashid auf (weltliche Machtinhaber der Muslime). Es sollte Frieden zwischen den beiden Glaubensrichtungen herrschen, als Symbol für den Willen dazu, erhielt Karl eben den obgenannten weissen Elefanten.

788: Wurde Bayern der fränkischen Herrschaft unterworfen.

772-804: Sachsenkriege und Unterwerfung der Sachsen.

800: Kaiserkrönung in Rom durch Leo III wie oben beschrieben.

800-811: Kriege gegen Dänemark und errichten der Nordmark.

805: Anexion von Böhmen und Errichten einer Ostmark. Teilweise liess Karl der Grosse sogar Heidenvölker als Puffer gegen die Slawen im Osten bewusst bestehen.

810: Zerschlagen des kriegerischen Awarenreiches. Die Awaren waren ein kriegerisches Reitervolk, welches zur Zeit der Hunnenzüge Richtung Westen wanderte. Anfänglich waren sie nicht wirklich sesshaft, sondern zogen als Reitervolk Richtung Südosteuropa. Sie dominierten eine zeitlang die Slwaenvölker des Balkans und zogen 600 zum Kampf gegen Konstantinopel. Schliesslich gewannen die Slawen aber erneut immer mehr Oberhand und die Awaren wurden östlich von Bayern und südöstlich des Sachsenreiches sesshaft.
Das Awarenreich wurde dann zur Ostmark Karl des Grossen. Die Zerschlagung des kriegerischen Awaren, erhöhte die Reputation Karls in der damaligen Welt der Mächtigen enorm.

hier siehst Du die Eroberungen Karl des Grossen.







Soviel zum Feldherr Karl dem Grossen.

Das Familienleben Karl des Grossen sah so aus, wie es heute viele bekannte grosse Staatsmänner zu pflegen scheinen. Man heiratet, aus politisch-wirtschaftlichen Gründen, lässt sich scheiden, wenn das Ziel erreicht und heiratet erneut und versüsst sich das Leben mit mehreren Liebhaberinnen.
Karl der Grosse tat genau dies. Als er die Lombardei erobert hatte, verstiess er seine erste Ehefrau, welche eine Lombardin war und heiratete eine Schweizerin, äh Allemannin.
Er hatte zig Nebenfrauen mit denen er auch Kinder hatte. Ludwig der Fromme ein legitimer Sohn Karls räumte nach dem Tod Karls mit diesem, für einen katholischen Herrscher, peinlichen (aber menschlichen?) Kapitel auf und verbannte alle Nebenfrauen Karls und deren Kinder in Klöster.


814 starb Karl in Aachen, wahrscheinlich an einer Infektion. Er wurde in Aachen beigelegt. Nach fränkischer Tradition hatte er sein Reich unter seinen legitimen Kinder aufgeteilt. Die Reichsteilung sollte für viel Zwist unter den karolingischen Königen sorgen und den Bruch der politischen Reichseinheit verursachen.


Hier siehst Du den Karlsschrein in Aachen. Uebrigens man ist nicht ganz sicher ob da auch wirklich die Gebeine Karl des Grossen drin sind. Denn die Leiche Karl des Grossen wurde zum Schutz vor Plünderungen durch die einfallenden Normannen versteckt. Erst 1165, nach der Heiligsprechung Karl des Grossen während Regentschaft Barbarossas, wurde ernsthaft nach den Gebeinen gesucht. Scheinbar habe Barbarossa, auf Eingebung Gottes hin, die richtigen Gebeine gefunden (eine wissenschaftliche Methode zur Bestätigung der göttlichen Vision gab es sicher nicht). 1215 wurden dann die angeblichen Gebeine von einem Enkel Barbarossas im oben fotografierten Schrein dem Aachener Domkapitel übergeben.

A propos katholische Kirche, Karl der Grosse war auch massgeblich daran beteiligt die Bibel (Vulgata) in neuer Auflage in Umlauf zu bringen. Das Volk sollte nach katholischer Ethik und Moral leben (für Könige und Päpste galt das nicht so sehr).


Hier siehst Du Moses in Stein gemeisselt von Michelangelo. Jawohl Moses, nicht Satan siehst Du. Denn gemäss Vulgata hatte Moses Hörner, so wie Satan und Pan resp. Dionysos eben auch, komisch nicht?
Scheinbar soll es sich bloss um einen Uebersetzungsfehler gehandelt haben?
Peinlich, wenn man bloss Latein und weder Griechisch noch Hebräisch oder Aramäisch kann, dann wachsen halt Hörner, wo sie besser nicht wachsen sollten???? Oder war es gar kein Uebersetungsfehler?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen