Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Samstag, 19. Februar 2011

Was hat es auf sich mit dem Deutschsein? Teil I

Lieber Odin


Otto von Bismarck






Lieber Odin


Wir beide sprechen Deutsch. Müssen wir uns schämen diese Sprache zu sprechen, oder dürfen wir uns stolz Germanen nennen? Wie war das noch mit dem heiligen römischen Reich deutscher Nation? Wie kam es zur preussischen Zucht und Ordnung mit Zuckerbrot und Peitsche? Weshalb löste sich Preussen auf und macht dem nationalsozialistischen Wahnsinn Platz?

 Die deutsche Geschichte ist auch unsere Geschichte. Denn die Muttersprache verpflichtet sich mit der Geschichte der Völker auseinander zusetzen, welche diese Sprache seit Jahrhunderten pflegten. An jedem Wort haften vergangene Taten deutschstämmiger Menschen. Zum Glück ist der preussische Drill mit Stock und Peitsche aus der Mode gekommen. Und doch ist etwas von der deutschen Gründlichkeit an uns kleben geblieben. Wir meinen es jedenfalls und werden auch so wahrgenommen. Ich glaube nicht, dass ich die Geschichte ganz gründlich aufrollen kann, ich tue es auf meine Art und Weise. Selbstverständlich bin ich froh, wenn viele Menschen  ihre Sicht der Dinge, oder interessante Verweise, oder triftige Korrekturen als Kommentar anbringen werden.







Bismarck klatscht die Peitsche zum Start, ducken wir uns und beugen uns über die Geschichte. Wenn Pause ist, wird mit alemannischer Ausgelassenheit gefeiert! Deutsch hat viele Facetten, Deutsch ist alles andre als trocken und langweilig. Deutschsein ist ein bunter Strauss aus unendlich vielen Einzelheiten. Deutschsein grenzt nicht aus, sondern lädt ein zum Verständnis der eigenen Wurzeln. Man kann politisch-wirtschaftlich nicht glaubwürdig und klug agieren, wenn man die eigene Geschichte nicht kennt. Wir sprechen Deutsch, das macht Spass (weil es eine unglaublich exakte Sprache ist), aber das bedeutet auch einen ganzen Sack voll Verantwortung zu tragen. Das Wort Erbsünde ist negativ behaftet, dabei meint es die Dinge, welche ich mit in die Wiege gelegt kriege, für die ich aktiv nichts kann. In einer deutschen Kultur aufzuwachsen, heisst die Last  der Ahnen auf den eigenen Schultern zu tragen. Wenn man sich dieser Last bewusst ist, wird das tragen angenehm, dann kann man nämlich unnötigen Ballast vom Rücken schmeissen und die attraktiven Inhalte pflegen und geläutert an die nächste Generation weitergeben.
Identifikation mit der Muttersprache ist der erste Schritt zur Selbstfindung. Wer die Erbsünde (Last) nicht überwindet, lebt ein unfreies, psychisch belastendes Leben.
Deutsch ist keine Last sondern Lust.

Viel Spass, lieber Odin mit meinen Texten. Und wage zu korrigieren und zu ergänzen. Danke.

Deutschsein ist die Mutter meines Seins. Hier die Geschichte der Mutter.


Beginnen wir da wo die germanischen Stämme in die römisch-zivilisierte Welt einfielen. Auf Runentexte komme ich später vielleicht noch zurück, ich möchte aber hier die Geschichte des heiligen römischen Reichs deutscher Nation aufzeigen, weil die Auseinandersetzung mit den römisch-byzantinisch-persisch-osmanischen Einflüssen uns zu dem machten was wir heute sind. Die heutigen Länder in denen die Kinder der alten Germanen leben sind, Deutschland-Polen-Tschechien-Slowakei-Schweiz-Slowenien-Italien-Frankreich-Holland-Belgien-Lichtenstein-Luxemburg-Kroatien-Ungarn-(Rumänien: Siebenbürgen).
Zurück also zu den alten Germanenstämmen, welche in Nordosteuropa heimisch waren. Die Hunnen waren ein kriegerisches Nomadenvolk, welches aus der heutigen Mongolei wegen Hungersnot gegen Westen drängte.
Es ist nicht ganz klar weshalb, viele Volksstämmge von Zentralasien gegen Westen drängten. Ich habe schon mehrmals die These einer kleinen Eiszeit und daraus resultierenden Hungersnöten gehört. Jedenfalls begann dieser Zug gegen Westen ca. 200 n.Ch und dauerte bis weit nach 700 n.Ch an. Unter Attila dem grossen Hunnenkönig drangen die Mongolen bis nach Westfrankreich. Auch die Germanen: Goten, Vandalen, Franken, Sueben, Angeln, Sachsen und allen voran Langobarden drängten  in das Gebiet des römischen Reichs.
Die schwachen römischen Kaiser (oft Kinder) konnten sich zunehmend nicht mehr gegen den andauernden germanischen Druck wehren. Denn die Westgoten waren bis nach Spanien gezogen und die Vandalen besiedelten sogar Nordafrika. Zusätzlich wurde es für die Römer immer schwieriger genügend Soldaten zu rekrutieren. Während Jahren wurden immer mehr die grossen, kräftigen Barbaren (Germanen) zum Kriegsdienst verknurrt, wenn sie einmal gefangen waren. Die Germanischen Söldnersklaven machten sich derart verdient im römischen Heer, dass viele Germanen in sehr hohe Militärposten befördert wurden. Nach getaner Dienstzeit wurden die hohen germanische Soldaten als nicht bloss als freie Bürger entlassen, sondern sie erhielten von Rom Grund und Boden und eine Rente. Mit der Zeit gab es also eine stattliche Anzahl von germanischen Grossgrundbesitzer. Diese Leute mischelten natürlich mit im Kampf Roms gegen die einfallenden germanischen Stämme.
Roms Führung (Kaiser) wurde  immer schwächer. Die Kaiser hatten kaum mehr das Sagen, Senatoren auf Lebzeiten und adelige Familien bestimmten den Gang in Rom. Intrigen bis zu Meuchelmorden waren im politischen Rom Alltag und machten auch vor dem kaiserlichen Hof nicht halt. Der zunehmende Druck in Afrika (Vandalen) und vor allem im Osten des Reichs (Goten-Langobarden) setzte Romulus Augustulus derart zu, dass das eigene Militär unter Führung der germanischen Söldner sich gegen ihn auflehnte. Die weströmische Herrschaft wurde mit dem Militärputsch des germanischen Fürsten Odoaker und Romulus Augustus beendet, Romulus vom Thron gestossen. Die Oströmer versuchten zunächst das Kaiserreich weiterhin zu unterstüzen, aber Ostrom war mit seinen Kräften im Süden des Reiches gegen die Sassaniden (Perser) gebunden.

Hier findest Du einen gelungenen interaktiven Ueberblick über die Ausbreitung der germanischen Stämme in West und Osteuropa.

http://www.planet-schule.de/sf/php/mmewin.php?id=100

und hier füge ich Dir noch eine statische Karte an

Wanderzüge der Germanen



Bereits etabliertes Frankenreich.

Romulus Augustulus gibts auch als Theater. Friedrich Dürrenmatt hat ein sehr witziges Stück über den Untergang Westroms geschrieben. Romulus der Grosse!!

Leider habe ich das Theaterstück nicht auf youtube gefunden, aber ich habe die Rede gefunden, welche Friedrich Dürrenmatt anlässlich eines Besuchs des tschechischen Staatspräsidenten in der Schweiz hielt. Dürrenmatt war damals schon ziemlich alt, aber seine Gedanken immer noch messerscharf.

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Und jetzt Odin wirst Du staunen. Ich versuhe die Geschichte einer der bekanntesten und kühnsten Germanenstämme zusammenzufassen. Dein Rifgebirge in Nordafrika, da wo Deine Mutter herkommt, wurde von einem germanischen Stamm erobert. Es waren die Vandalen. Die Vandalen entrissen dem römischen Reich die Provinz Afrika und bauten sich in der sehr reichen und äusserst kulturellen, vormalig phönizischen Stadt Karthago ihren Reichshauptsitz.  Von da aus besetzten sie auch Teile Sizilens und wagten sogar einen Sturm auf Rom. Erst nach dem Tod des Vandalenkönigs Geiserich konnte eine grosse oströmische Flotte den neuen König Hunerich besiegen und darauf in einem Triumpfzug Konstantinopolis dem oströmischen Volk als Kriegsgefangener vorführen.
 Es ist erstaunlich, dass ein kleiner Stamm unzivilisierter "Barbaren" Westrom derart in den Rücken fallen konnte und ein so grosses Königsreich innerhalb kurzer Zeit aufbauen konnte.


Der Mythos der kampferprobten arianisch-christlichen Horden wurde zur Zeit der Völkerwanderung gesät. Ein gefährlicher Mythos, der leider auch allzuoft misbraucht wurde. Plünderungszüge und Eroberungsgefechte der Langobarden, Ost- und Westgoten sorgten dafür, dass man in der damals zivilsierten Welt die Germanen als grausame, rohe aber starke Völker wahrnahm. Für feine, schöngeistige Kultur waren die Germanen gar nicht bekannt.

Hier siehst Du die Vandalenhauptstadt im heutigen Tunesien, Karthago.






Hier ein Dukumentarfilm, welcher den Zug der Vandalen zeigt.




nächstes mal versuche ich mir einige Gedanken über Odoaker und das heilige römische Reich deutscher Nation zu machen.


Es ist wichtig die Geschichte zu kennen, aber noch wichtiger deswegen keinen menschenverachtenden Unsinn zu machen.

simorre

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