Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Samstag, 26. Februar 2011

Wenn ein Frommer das Reich teilt. Teil VIII




Hallo Odin



Gut möglich, dass Detuschland und Frankreich heute nicht zwei Nationalstaaten wären, wenn das Schicksal (die Nornen) nicht Karls erste Söhne dahingerafft hätten. So fiel das grosse Frankenreich Ludwig als Erbe in den den Schoss.
Gibt es das Schicksal überhaupt? Spielen Kräfte ausserhalb unserer Wahrnehmung in unser Leben? Sind wir Opfer oder Täter? Ueber die Schicksalsfrage (Prädestination oder mysthisch-esoterische Weltenschaffung). Ist was ist der Unterschied zwischen esoterischem und exoterischem Wissen? Darüber werden wir uns später noch eingehend unterhalten. Bleiben wir vorerst bei den historischen Fakten.  Unten füge ich Dir noch zwei entgegengesetzte spirituelle Figuren an. Du kannst beide einfach mal so auf Dich einwirken lassen. Ratio versus Intuition? Aberglaube versus wissenschaftlicher Forschung.








Orthodoxie versus Mystik?












Ludwig wurde in Potiers geboren. Im Auftrag Karls des Grossen, seines Vatgers, regierte er das Königreich Aquitanien 781-813. Ab 813 wurde er dann zum Kaiser des Frankenreichs. Aquitanien liegt im Südwesten Frankreiches. Es erstreckt sich von Bordeaux runter bis nach Biarritz. Es ist eine klimatische milde und üppig grüne, sehr fruchtbare Gegend. Der Ausdruck speisen wie Gott in Frankreich, meint sicher essen in Aquitanien!



Frankreich ist durchsetzt mit Waserkanälen und gerade in Aquitanien kommt man an wunderschöne und historisch sehr wichtige Orte auf der Wasserstrasse.



Ludwig wurde schon als Kleinkind als Unterkönig nach Aquitanien geschickt. Mit vier Jahren sah er seine Mutter zum letzten Mal. In Aquitanien wurde er am Hof von verschiedenen Hauslehrern ausgebildet in den sieben freien Künsten (Grammatik-Rhetorik-Dialektitk und Gemoetrie-Algebra-Astronomie-Musik). Als Unterkönig musste er sich gegen die Basekn durchsetzen und die lokalen Fürsten, denn Aquitanien lag am äussersten Ende des Frankenreiches und genoss Teilautonomie. Ludwig war auf den goodwill der lokalen, katholischen Fürsten angewiesen, denn von Aquitanien aus organisierte schon sein Vater Karl der Grosse Truppen zum Kampf gegen die Maurern in Spanien.
Zusammen mit dem lokalen Herrscher von Aquitanien befreiten Ludwig schliesslich die katalanische Stadt Barcelona von den Mauren.
In einer Synode (die regelmässig vom Kaiser abgehalten wurde) wurde das Wuotanfest (Wuotan ist ein anderer Name für Odin) zum St. Michaelstag.
Weshalb sollte ausgerechnet Michale an Stelle des grössten germanischen Gottes verehrt werden? Weil Michal den Satan besiegte und Kaiser Karl sich als Kämpfer gegen das Böse (heidnische und maurische) sah.

So sahen sich die Unterkönige, der Kaiser und der Papst legitimiert im Namen Gottes das Schwert Michaels gegen die Heiden zu erheben. Es wurde nun ganz offen im Namen Gottes erobert, ermordet und gebrandschatzt. Papst Stephan IV salbte und krönte Ludwig den Frommen drei Jahre nach der Uebergabe des Kaisertums durch den Vater. Ohne den Segen der Kirche hätte man ja die Lizenz zum töten nicht gehabt ;-(.

Der Ludwig der Fromme setzte viele gute Reformen durch. So  schaffte er einige Arten der Gottesurteile ab und setzte an deren Stelle den Zeugenbeweis. Und im Kirchenrecht gab es ebenfalls diverse Reformen: einheitliche Lithurgie und die Regeln des Benediktiner Ordens wurden für alle Mönche verbindlich eingeführt. Wenn Dich das Regelwerk der Benediktiner interessiert, findest Du auf dieser Seite http://www.kloster-ettal.de/BenediktvonNursia/sites/regula/vitabenedicti_rb_kap03.html eine gute deutsche Uebersetzung des Orignal Codex Benedikts von Nursia, welcher auch Ordensgründer war.

Ludwig erlebte einen Unfall an dessen Folgen er fast starb. Deshalb plante er bereits 817 seine Nachfolge. Der älteste seiner drei Söhne sollte die Kaiserkrone übernehmen und die beiden andern als Unterkönige regieren, einer in Aquitanien und der andere als im Ostreich. Ludwig hatte zusätzlich auch in Italien 812 einen Neffen als Unterkönig eingesetzt. Dieser Neffe hatte Angst um seine Pfründe und revoltierte gegen Ludwig. Ludwig liess ihn gefangen nehmen und begnadigte ihm vom Todesurteil. Denn auf Revolution und Hochverrat stand das Todesurteil. Als Strafe wurde der Neffe geblendet und starb später an Komplikationen der Blendung. Rauhe Sitten für einen frommen Kaiser, nicht??

Jedenfalls sollten noch Jahre später seine Verwandten ihm dieses harte Vorgehen gegen das eigene Blut nicht verziehen haben. Er musste für das unverhältnismässig harte Vorgehen gegen seinen Neffen Kirchenbusse tun. Dies kam einer grossen Erniedrigung für den Kaiser gleich und schmälerte seine Glaubwürdigkeit und Macht deutlich. Als nächstes, hausgemachtes Problem stellte sich die zweite Heirat Ludwigs mit der Schwäbin Judith heraus. Erstens mischte Judith sich umgehend in das Regierungsgeschäft ihres Mannes ein und zweitens beharrte sie darauf, dass Kaiser Ludwig ihrem gemeinsamen Sohn Karl dem Kahlen,  ein Teilreich zukommen lassen musste. Diese Forderung verstiess aber  gegen das von Ludwig selber erlassene Gesetz, welches besagt, dass nur Söhne aus erster Ehe Teile des Reiches erben können. Ludwig musste sich als Kaiser abermals beugen, nun vor der weltlichen Justiz.
 Lothar, der dritte Sohn aus erster Ehe, wurde als Unterkönig nach Italien geschickt.
Das Fass zum Ueberlaufen brachte der Kriegsfeldzug gegen die Bretonen 830. Ludwig versuchte von den immer stärker werdenen familiären Streitereien abzulenken in dem er einen völlig unnötigen Krieg gegen die Bretonen anzettelte und dies ausgerechnet während der Fastenzeit. Die Kirche reagierte erbost auf diesen dramatischen Fastenbruch.

Es kam  zu einer vorübergehenden Absetzung des Kaisers, er wurde sogar unter Arrest gestellt. Die Kaierin Judith wurde in ein Kloster verbannt und Lothar aus Italien zurückgeholt. Die Söhne aus erster Ehe Pippin und Ludwig der Deutsche und ihre loyalen Berater trieben es allzu bunt, statt sich um die Reichsverwaltung zu kümmern, arbeiteten sie für ihre eigenen Interessen.
Der Unmut der Adeligen stieg derart an, dass sie Ludwig den Fromme rehabilitierten und erneut zum Kaiser machten. Seine Frau Judith wurde aus dem Kloster geholt. Lothar der aufmüpfige Sohn wurde wieder nach Italien verbannt und Pippin und Ludwig hatten wieder als Unterkönige dem ihrem Vater und Kaiser zu gehorchen.
In Colmar kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der beiden älteren Söhne und Ludwigs. Ludwig verlor die Auseinandersetzung auf dem Schlachtfeld in Colmar. Er wurde öffentlich entwaffnet und musste Busse tun. Dann  kam er erneut in Arrest. Seine Frau Judith wurde nach Italien verbannt und Karl der Kahle (Sohn der beiden) kam ins Kloster Prüm in strenge Haft.

Doch die Befürworter Ludwigs riefen  zu erneuten Aufständen im Reich auf. Denn viele Adelige und Untertanen waren mit dem unwürdigen Umgang der Kaisersöhne gegenüber ihrem Vater nicht einverstanden. Ludwig kam erneut aus dem Kerker und ein drittes Mal an die Macht und seine Frau Judith wurde aus der italienischen Verbannung zurückgeholt. Familienzwist ist das grösste Gift für einen grossen Staatsmann, das ist auch heute noch nicht anders!

Erst als Pippin starb konnte man sich einigen und das Reich wurde unter die drei verbliebenen Söhne folgendermassen aufgeteilt.





Wie Du siehst, hat Karl der Kahle, Sohn aus zweiter Ehe mit Judith das Westfrankenreich erhalten. Ludwig musste sich also dem Einfluss seiner Frau Judith beugen und ihrem gemeinsamen Sohn ein Königreich überlassen. Eigentlich war das absolut widerrechtlich, denn im gemäss fränkischem Gesetz hatten nur Söhne aus erster Ehe ein anrecht auf ein Königreich. Für weitere Streitereien war damit die Basis bereits gelegt. Schade?

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