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Dienstag, 1. März 2011

Brocken der Hexenberg und die Deutschen Teil X

Hallo Odin



Unweit des Brocken am Fluss Leine sollte eine neue Dynastie im Ostfrankenreich zu Reichsmacht gelangen. Die Leine enspringt am Südhang des Harzes unfern der Leine findest Du den bekannten Walpurgisberg den Brocken.


Und hier ein kleiner Werbefilm, weil der Harz so schön ist.



So Odin, genug geschwelgt, Ende des Müssiggangs, jetzt gehts abermals ans historisch Eingemachte.

Zwischen 912 und 913 waren sich  König Konrad und der Sachsenherzog Heinrich spinnefeind. Konrad schmiedete sogar einen Mordkomplott gegen den Herzog, im wahrsten Sinne des Wortes. Er liess Heinrich offiziell an seinen Hof einladen und wollte ihn da beim Gastmahl ermorden lassen. Um ihn anzulocken, wollte er ihm eine reiche Goldkette schmieden lassen.
 Der Goldschmied erfuhr aber von dem Meuchelvorhaben und liess den Mordkomplott auffliegen.

Herzog Heinrich geriet darob derart in Rage, dass er sämgliche Güter des Bischofs von Mainz in Thüringen und Sachsen eroberte und an seine Mitkämpfer verteilte. Die Bischöfe konnten ja vom Ostfrankenkönig ernannt werden und regierten somit immer im Sinne des Königs. Sie waren es auch, die den König salbten und ihn so zum König von Gottes Gnaden machten. Es war also eine enge Verbandelung  zwischen König und Bischöfen. Die Enteignung der Bischöfe durch einen Herzog war  ein unerhörter Affront gegen Klerus und König.
Darauf sandte Konrad seinen Bruder mit einem Heer gegen Herzog Heinrich. Dieser verlor aber den Kampf. 
915 kam es zu einem erneuten Gefecht, nun zwischen dem König selber und dem Herzog von Sachsen bei Kassel. Heinrich verlor diesmal zog Hienerich den kürzeren. Konrad und Heinrich verpflichteten sich darauf gegenseitig zu respektieren und den status quo ihrer Macht beizubehalten.
Die Spannung zwischen dem König und den Herzögen nahm aber schnell wieder zu. Konrad verstrickte gleich in mehrere Händel. So musste er auch gegen den bayrischen Herzog ins Feld ziehen. Er wurde in einem Kampf gegen den bayrischen Herzog verwundet und starb Ende 918 wahrscheinlich an den Folgen der Kriegswunden.
Konrad soll seinem Bruder abgeraten haben die Königskrone erben zu wollen. Es sei gescheiter sie an einen Herzog zu geben, um die innepolitischen Spannungen endlich zu beenden.
Fünf Monate lang wurde unter den Herzögen beraten, bis man sich dafür entschied, dass Heinrich der Sachse, der neue König des Ostfrankenreichs sein soll.

Somit sollte also der Mann vom Brocken, Heinrich I auf der ostfränkischen Hofbühne einen "frommen" katholischen Hexentanz aufführen?




Heinrich konzentrierte sich primär vor allem darauf die Herzöge wieder geeint an die Königkrone zu binden. Denn nur so konnte er den inneren ostfränkischen Frieden wahren. Er integrierte Schwaben (ohne Krieg) und Bayern (mit Krieg) ins Reich.
Mit Karl dem Einfältigen (König des Westfrankenreich) unterzeichnete er ein Friedensabkommen. Aber als in Lothringen ein Gegenkönig ernannt wurde (Robert), vereinbarte er auch mit diesem ein Friedensabkommen, was natürlich  Karl den Einfältigen  gegen den treuebrüchigen Sachsen Heinrich aufbrachte. 
 Zwist und Krieg herrschte in der Folge  im Westfrankenreich, hingegen Stabilität und Frieden im Ostfrankenreich.

 Es kam zu einem Kampf zwischen Karl und Robert. Robert fiel zwar im Kampf, aber Karl verlor den Krieg und wurde gefangen genommen. Es wurde ein neuer Gegenkönig ernannt namens Robert von Burgund. Heinrich sah die Gunst der Zeit gekommen und griff sogleich zu Ger und Schild. In mehreren Feldzüge gegen Robert entmachtete er diesen schliesslich ganz.  Lothringen wurde so als fünftes Herzogstum zum ostränkischen Reich geschlagen.  Der Sachsenkönig Heinrich hat sich mit diesem Krieg definitv als unangefochtener Führer beider Frankenreiche durchsetzen können, die Burgunder waren vorerst geschlagen.

Heinrich versuchte als König auch mit der Kirche (den Bischöfen) wieder besser auszukommen. Er verzichtete auf weitere Plünderung von Kirchengüter. Er liess die nun auch von ihm ernannten Bischöfe teilweise recht autonom agieren. Auch den Herzögen gewährte er grosse Autonomie. Er liess eigene Rechtssprechung in den Herzogtümern zu und liess die Herzöge auch Geld prägen. So konnte er den inneren Frieden halten und sich auf den Kampf gegen die äusseren Feinde konzentrieren.

Heinrich kämpfte im Osten und Süden seines Reiches gegen zwei starke Feinde die Ungarn und die Slawen beide Volksgruppen waren nicht katholisch.

Die Einfälle der Ungaren waren sehr gefürchtet und nicht nur das, sie waren auch äusserst zahlreich. Das Reichsvolk rief Heinrich den Schutzherrn auf den Plan. Heinrich konnte einen der ungarischen Anfrührer 926 gefangennehmen. Und gegen dessen Freigabe einen neun jährigen Waffenstillstand mit Ungarn erreichen. In dieser Zeit veranlasste er auch Massnahmen, um sich gegen weitere Ungareneinfälle zu schützen. Er liess Wallburgen bauen. Diese Burgen umfassten ca. 15 Hektaren Land.  Ein stehendes kleines Heer zur Verteidigung bildete den Kern jeder Wallburg. Feste und wichtige Versammlungen der Adeligen wurden aus Sicherheitsgründen nur noch in den Burgen abgehalten.



Während der Friedenszeit mit Ungarn gingen aber die Scharmützel mit den Slaven weiter. Beutefeldzüge wurden bewusst unternommen, um das sächsische Gebiet erstens gegen die Ungarn mit einem Mantel von sachsentreuen Marken zu umgeben, andererseits aber auch um den Beutehunger der sächsischen Herzöge zu stillen. Heinrich ging äusserst brutal gegen die Slawen vor. Die Kirche legitimierte dies, da es sich um Heiden handelte.

933 kam es zur Schlacht bei Riade gegen die Ungarn. Heinrich provozierte diesen Krieg richtigehend, nachdem er jahrelang Zeit gehabt hatte sich darauf vorzubereiten. Er stellte die Tributzahlungen ein und Ungarn musste den Krieg erklären. Heinrich brachte es fertig den Krieg auf den Tag des heiligen Longus fallen zu lassen. Kurz vor dem Krieg hatte Heinrich die heilige Lanze (mit der Jesus Christus, am Kreuz getötet wurde) als Relique erobern können. Wieviel dabei wohl Legende ist?

Jedenfalls gewann Heinrich die Schlacht. In den Chroniken einiger Klöster (u.a. Fulda und St. Gallen) ist die Rede von mehr als 30`000 gefallenen Ungaren.
Der Sieg gegen die als unbesiegbar geltenden Ungarn machte Heinrich zu einem fast schon mysthischen Ueberkönig.

Sehr früh schon organisierte Heinrich seine Nachfolge. Bereits 930 wurde Otto als designierter Nachfolger erwähnt.
Heinrich setzte auch durch, dass es zu keiner Reichsteilung mehr kommen dürfe. Somit war die verhängnisvolle Tradition der Franken gebrochen, das Reich unter den Nachkommen aufteilen zu müssen. Heinrich hatte aus den Fehlern Karl des Grossen gelernt.
934 unterwarf er König Knut den Dänen. Dänemarkt wurde christianisiert und zu Tributzahlungen verpflichtet.
Zudem organisierte er noch kurz vor seinem Tod 935 ein Dreikönigstreffen zwischen Robert II dem Westfrankenkönig und Raul dem Burgunderkönig und man gelobte sich gegenseitig Frieden und Freundschaft.
Auf der Jagd im Harzgebiet verstarb Heinrich der kriegerische Sachsenkönig, nicht auf dem Schlachtfeld.





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