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Mittwoch, 16. März 2011

Quebec und seine Indianer

Hallo Odin

Ich habe diese Auszeit einfach gebraucht. So wie Deine zweite Hiemat im Norden Marokkos ist, so bin ich hier in Quebec ganz zu Hause. Es ist die Fusion des katholischen Frankreichs und der amerikanisch puritanischen Strebsamkeit, welche dieser Provinz eine ganz speziele Note gibt. Die Menschen sind durchaus sehr offen und nehmen sich Zeit und haben keine Hintergedanken.

 Sehr spannend sind natuerlich auch die indigenen Zivilisationen. Die Huronensiedlung sieht zwar mittlerweilen so aus wie jede Vorortsiedlung. Einfamilienhaeuser, ein kleiner Dorfladen und natuerlich die Dorfkirche, praegen das Dorfbild. Die jesuitischen Kirchen wurden in ganz franzoesisch Kanada aufgestellt. Die Indianer wurden zwar zum Freiheitskampf gegen die Englaender als Kanonenfutter gebraucht, aber ihre Tradition wurde nach dem Krieg zerstoert. Ihre Autonomie ausgeloescht und ihr Land geklaut.




Alleine die Provinz Quebec ist sechs mal so gross wie Frankreich. Die Huronen lebten frueher in diesem Gebiet zusammen mit anderen Indianerstaemmen. Eigentlich stammen sie urspruenglich aus dem Sueden im Bereich der grossene Seen. Noch heute heisst eine Insel Huroneninsel. Insgesamt leben in der Proviny Quebec ca. 15 verschiedene Indianerstaemme, wobei der groesste Anteil der noch intakten Indianergebiete das Inuitgebiet im Norden des Landes ausmacht. Aber auch in die entlegensten Ecken des Landes ist heute die Zivilisation (mit der Zivilisation auch der Alkohol) vorgedrungen. Die Inuits gehen in eine obligatorische Grundschule und danach einige wenige auch in eine Oberstufenschule. Da man dazu aber oft tausende von Kilometern reisen muss, heisst das, dass die Kinder bereits im Alter von 12 Jahren von ihren Eltern getrennt leben muessen, wenn sie nicht bloss die Grundschule machen wollen. Ganz wenige machen sogar einen Hochschulabschluss. Aber der Schritt zurueck in den hohen Norden ist fuer viele junge Indiander oft sehr schwierig. Sie haben sich an die Zivilisation gewoehnt und sehen in ihren Siedlungen keine Zukunftschancen. Oft bleibt nur der Alkoholismus und viele treibt es auch in den Selbstmord.



Lieber Odin ich finde das extrem Schade, dass die indigenen Bevoelkerungen vergessen haben, welchen spirituellen Reichtum sie besitzen. Es gibt noch einige Traditionalisten unter den Indiandern dank ihnen geht das Wissen nicht ganz verloren. Der Totemkult, die Ahnenvererhrung und der Schamanismus existieren noch heute. Ich jedenfalls habe von den Indiandern viel lernen koennen. Dass Seelen auf reisen gehen koennen, dass es gute und schlechte Energien gibt, dass man allem was man besitzt und benutzt (insbesondere die Erde, das Wasser, die Pflanzen und die Tiere werden sehr intensiv verehrt) grossen Respekt zollen muss. Und auch, dass alles Verganglich ist und dass es immer um das Ueberleben einer Gruppe geht und nicht bloss um die Verwirklichung der eigenen persoenlichen Ziele.




Etwas anderes,dass wir in unserer egoistischen Welt verlernt haben ist das soziale Zusammenleben. Im indianischen Langhaus lebten frueher mehrere Familien zusammen. In einem kleinen Langhaus waren es sechs Familien. Es gab demnach im Haus drei Feuerstellen, jeweils fuer zwei Familien ein Feuer. Normalerweise hatte eine Familie nicht mehr als drei Kinder, damit auch genug Platz war. Im Haus hatten die Frauen das sagen. Sie bestimmten wer was zu tun hatte.Manchmal hatten sihr ihren EInfluss nicht nur im Haus sondern durchaus auch draussen. Denn sie waren es, die den Kriegschef, den Jagdchef wählten. Wählen konnten nur die Aeltesten, jene mit der grössten Lebneserfahrung. Nun gut es gab auch andere Indianerstaemme in denen das Patriarchat ganz klar das Sagen hatte. Aber immerhin hatt die Frau eine ganz wichtige Rolle. So waren zB die Tipis auch eher klein und leicht, denn sie wurden von den Frauen, welche die Maenner auf der Jagd begleiteten, gezogen und aufgestellt. Die Maenner mussten sich voll auf die Jagd konzentrieren, sie konnten den Frauen beim Tipistellen nicht helfen.
Die Winter dauerten von Ende Sptember bis Mai. Der Clan musste also, um zu ueberleben zusammenhalten. Es wurden alle Nahrrungsmittel gerecht aufgeteilt. Eine Rohstoffboerse gab es zum Glueck nicht.



Das mit dem Schamanismus lasse ich hier beiseite, es gibt Dinge die muss man erleben, die kann man nicht beschreiben.

Vive le Quebec.

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