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Mittwoch, 27. April 2011

Heinrich II und der Bischofsmörder: Teil XV

Hallo Odin


Heinrich sass also mit der heiligen Lanze und ritterlichem Schwert im königlichen Sattel. Kaum hatte er es sich darin bequem gemacht, als er schon vom Bischof von Vercelli um Hilfe gerufen wurde.
Denn Arduin von Ivrea hatte, während Heinrich um seine Gunst im hohen Norden werben musste, sich zum König von Italien ausrufen lassen. Viele Bischöfe grosser italienischer Städte unterstützten ihn, obwohl er wegen eines Bischofsmordes anlässlich der Synode 999 exkommuniziert worden war.
Arudin war Sohn Enkel des Langobardenkönigs Berengar II. Und Berengar II war zur Zeit Otto des I noch König von Italien. Obwohl Berengar schwer gegen Otto den Grossen intrigierte, überliess ihm Otto Italien als königliches Lehen. Berengar musste aber dafür San Marino und Friaul an das Herzogtum Bayern abtreten.
Kaum starb Otto I  wollte Berengar seine verlorenen Gebiete und die Königskrone wieder zurückerobern. Aber er wurde vom Sohn Otto II und dessen Sohn Liutolf geschlagen und gefangen genommen. Er musste darauf ins Exil nach Bamberg, wo er auch starb.
Arduin wollte also die Schmach, welche die nördlichen Frankenkönige (Kaiser) seiner Familie zugeführt hatten, tilgen. Deshalb wiegelte er auch immer wieder den lokalen lombardischen Klerus und Adel gegen die Ottonen  und nun auch gegen Heinrich II auf.




                                              Arnolfo incorona Arduino d'Ivrea Re d'Italia


Heinrich sah sich also gezwungen gegen die Lombarden in den Krieg zu ziehen. Er stellte ein Heer vor allem aus bayrischen Bischofs- und Adeligentruppen zusammen. Es gab anfänglich einige Niederlagen, aber mit der Zeit auch Erfolge. Mit jedem Erfolg wechselten mehr lombardische Adelige und Kleriker in sein Lager. Wie Du siehst Odin wimmelte es bereits vor 1000 Jahren, genau wie heute auch, nur so von reichen Opportunisten und Heuchlern.
1004 liess sich dann Heinrich II in der Kirche San Michele in Pavia zum italienischen König salben. Bereits 774 liess sich in derselben Kirche Karl der Grosse zum italienischen Rex krönen.

San Michele Maggiore Pavia. Baustil römische Basilika mit Erweiterung nach Brand 1004. In ihr verschmelzen romanische-byzantinische und auch nördliche architektonische Einflüsse. Eine sehr spezielle Kirche also.

Mit dem Wechsel von den Ottonen zu Heinrich II dem Sachsen, war es auch vorbei mit dem Frieden und der Freundschaft mit Polen. Es kam während 10 Jahren zu mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen. Schliesslich schloss man 1013 Frieden und Heinrich II konnte danach erneut nach Italien zu ziehen, denn er wollte die Kaiserkrone.

Am Valtentinstag 1014 wurden Heinrich und Kunigunde (Luxenburgerin) von Papst Benedikt VIII zum Kaiser gekrönt.



Heinrich und Kunigunde sollten als einziges deutsches Herrscherpaar auch heilig gesprochen werden. Heinrich ist Schutzpatron von Basel und Bamberg. Man kann sich schon fragen, woher die katholische Kirche die Legitimation nimmt kriegführende Machtmenschen heilig zu sprechen?

Heinrich erhielt vom Papst nebst den bereits traditionellen Kaiserinsignien zum ersten Mal einen Reichsapfel. Damit wollte man symbolisch die Weltmacht des heiligen römischen Reichs deutscher Nation zementieren (in Gold giessen ist besser ausgedrückt, nicht?).





Es folgten erneut Kämpfe gegen den Polenherzog Boreslaw. Heinrich konnte ihn nicht wirklich besiegen, man schloss erneut Frieden.
Bamberg wurde von Heinrich II, gegen den Willen der anderen  Reichsbischöfe, als Bistum gegründet. Die Bischöfe konnten den Wunsch Heinrichs in Bamberg ein grosses Bistum (Ausbildungsstadt, kulturelle Hochburg der damaligen Zeit, Zentrum des Wissens) zu gründen nicht ablehnen, als er vor ihnen auf die Knie (wie Jesus Christus vor den Aposteln) fiel und sie um ihre Einwilligung bat. 1012 wurde das Bistum Bamberg gegründet.
Das Perikopenbuch, welches in Bamberg geschaffen wurde, zählte zu den schönsten Büchern der Welt.

Aber im Süden des Reichs türmten sich mächtige Gewitterwolken auf. Denn Byzanz drang nach der Kaiserkrönung erneut in Süditalien ein, das es traditionell als byrantinisches Terrain betrachtete. Die Byzantiner stiessen bis nach Mittelitalien vor, Heinrich musst wohl oder übel gegen Byzanz in den Krieg ziehen. Wieviele Meter Alpen, durch das ewige hin und her der Franketruppen,abgewetzt worden sind über die Jahrhunderte hinweg, ist nirgends festgehalten.
Item, 2020 wurde  Heinrich vom Papst erneut zu Hilfe gerufen. In Appulien angekommen, huldigte der dortige Anführer und Fürst Melus von Bari dem "deutschen" Kaiser und schenkte ihm den Sternenmantel. Der Sternenmantel sollte den universellen Machtanspruch des weströmischen Kaisers darstellen, auch über den Süden Italiens. Kaiser Wilhelm der II (er war ein eitler und naiver Mensch) liess sich im Bambergerdom, wo der Mantel noch heute aufgehoben ist, in diesem Mantel ablichten.

Die kaiserlichen Truppen wurden aber von Krankheit heimgesucht. Viele Soldaten starben und zu einem eigentlichen Gefecht gegen Byzanz kam es gar nie.
Heinrich zog 1023 unverrichteter Dinge ab und einmal mehr über die Alpen zurück nach Norden. Heinrich wurde krank und verstarb 1025 an einem Steinleiden in Bamberg. Da Heinrich II keine Kinder hatte gab es auch keinen Thronfolger.

Hier noch ein schöner Dokumentarfilm des alpha-Bayern-Kanals (bestes Bildungs TV!!!!!!). Er zeigt die Frömmigkeit Heinrichs, welche sich auch in der Bamberger Apokalypse (welche von Heinrich in Auftrag gegeben wurde) offenbart. Wer sich für Heinrich interessiert soll den Dokufilm in ganzer Länge anschauen. Viel Spass.

Leider konnte ich das youtube-video nicht mehr einbetten.
Ich poste hier den Link

http://youtu.be/FO6gUqA46GU

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