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Mittwoch, 27. April 2011

Heinrich II und die heilige Lanze: Teil XIV

Hallo lieber Odin
Otto III der undeutsche, wie er auch genannt wurde, weil er sich zu sehr mit der Italienpolitik auseinandersetzte und darob das deutsche Reich in den Augen seiner Gegener vernachlässigte, starb sehr jung. Nicht wenige munkeln, dass er ermordert worden sei, Feinde hatte er mehr als genug.

Otto III hat seine Nachfolge nicht genug gut geregelt. Er hat zwar gewünscht, dass keiner aus der Familie Heinrich des Zänkers (Sachsenherzog) an die Macht komme. Aber er hat keinen Kandidaten zu seinen Lebzeiten zum Mitkönig machen lassen. Der Königs und der Kaiserthron waren deshalb unmittelbar nach dem Tod OttosIII unbesetzt.  Ausgerechnet Heinrich II aspirierte mit ganzer Kraft auf die Königs- und Kaiserkrone.


Polling liegt in Südbayern gerade an der Reichsgrenze. Der Herzog von Bayern, Heinrich II, empfing den Leichenzug Otto III dort mit allen Ehren und liess die Eingeweide Ottos  in Augsburg begraben. So huldigte Heinrich II öffentlich dem verstorbenen Kaiser, demonstrierte aber auch gleichzeitig seine Macht, indem er unverfrohren fast im gleichen Atemzug vom Bischof von Köln die Kleinreichsodien verlangte.
Er erhielt diese, aber es fehlte das wesentlichste Stück, die heilige Lanze, welche der Bischof in weiser Voraussicht auf andere Wege zurück ins Reich hatte bringen lassen.
Die Gefolgsleuten Otto III waren alle skeptisch gegenüber Heinrich II. Es gab andere Kandidaten, welche den Vasallen Ottos viel lieber gewesen wären, Ekkehard von Meissen und Hermann von Schwaben zum Beispiel.
Heinrich merkte dies und griff zu einem sehr speziellen Schachzug. Er liess sich kurzerhand in Eigenregie im Juni 1002 von Erzbischof Willigis in Mainz zum König salben und krönen. Das war ein absolutes Novum, denn bis anhin waren die Könige des Frankenrich alle in Aachen auf dem Thron Karls des Grossen gekrönt worden. Der selbsternannte König trat nun zwar im königlichen Ornat auf, aber die heilige Lanze, die fehlte ihm immer noch.


Der Reliquienglaube und auch Handel florierte im Mittelalter. Die heilige Lanze beinhaltet einen Nagel aus dem Kreuz Christi. Mit dieser Lanze soll der Legionär Longus den Tod Jesus Christus überprüft haben, sie ist also auch mit dem Blut Christi benetzt worden, das macht sie so speziell.
Sie war das Symbol für Unbesiegbarkeit und Symbol für den von Gott legitimierten König. Ohne diese Lanze konnte man kein König der Franken sein, geschweige denn römisch-deutscher Kaiser.
Es gab einen extremen Kult um diese Lanze. Es wurden auch Kopein hergestellt, bereits zur Zeit Ottos sollen zwei offizielle Kopien existiert haben.

Heinrich II musste also die Lanze haben. Um die Gunst des Volkes und auch der Kritiker für sich zu gewinnen, mimte Heinrich nun den ultraorthodoxen fränkischen Traditionalisten. Er wusste, dass er damit einen wunden Punkt seines Vorgängers Otto III berührte, dem ja von den deutschen Adeligen nachgesagt wurde, dass er die Frankenreiche vernachlässigt habe und sich nur um die südliche Politik kümmerte.
Heinrich und sein Hof führten einen Reichsumritt durch, ganz nach altväterisch merowingischer Tradition. In diesem Reichsumritt besuchten sie alle wichtigen Städte des Reichs und liessen sich huldigen von Volk, Adel und Klerus.


Heinrich II ist vor allem auch von Bistum zu Bistum geritten. Schön siehst Du auf dieser Karte auch die Lage von Merseburg. Dieses Kloster war die Bastion der Ostmission. Nach der gewonnen Schlacht Otto des Grossen gegen die Ungarn (Ungarn war damals die stärkste feindliche Nation im Osten) liess Otto der Grosse 955 das Bistum gründen, um von da aus die heidnischen Slawen zu bekehren. Aber bereits 981 löste Otto II dieses Bistum wieder auf. Das konnten viele im Reich nicht verstehen. Heinrich gelobte Meresburg wieder zum deutschen Bistum zu  machen. Dies ist nur ein Beispiel, wie Heinrich ganz gezielt auf die Fehler der Ottokönige hinwies. Heinrich holte sich auf diesem Reichsumritt soviel Sympathie, dass er und seine luxemburgische Gemahlin nun von den meisten Würdeträgern des Reichs als Königspaar akzeptiert wurden.
 Symbolisch erhielt er, vom sächsischen Herzog Bernhard, nach dem Umritt endlich die lang ersehnte heilige Lanze. Heinrich II war nun das was er immer sein wollte, König des Ostfrankenreichs. Er hat damit seinen Vater Heinrich den Zänker rehabilitiert.


Hier siehst Du das Krönungsbild aus dem Regensburgersakramentar. Heinrich II steht in der Mitte und ragt mit dem Kopf in den Himmel. Die Krone wird ihm direkt von Jesus aufgesetzt. Die Bischöfe aus Regensburg und Augsburg haben die Pflicht ihm die Hände zu stützen und von den Engeln erhält er die wichtigsten Insignien des Königtums, nämlich die heilige Lanze und das Königsschwert. Schön auch zu sehen, dass der Einfluss der byzantinischen Kunst gross war.

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