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Freitag, 29. April 2011

Kaiser Konrad II Urenkel des roten Konrad: Teil XVI

Hallo Odin


Heinrich II starb wie auch Otto III jung. Da er keine Kinder hinterliess, konnten die Liudolfinger keinen Königskandidaten stellen. Wer sollte also nun Thronfolger werden. Heinrich II war eine kontroverse Figur. Einerseits nannte man ihn weise, und fromm, andererseits war er aber auch ein rauher Haudegen. Er wurde später gar von der katholischen Kirche seelig gesprochen. Wer sollte in seine heiligen Fussstapfen treten?

Die Herzöge und Bischöfe wünschten sich einen gut geschulten König mit mildem Charakter. Heinrich II wuchs zu einem schönen Teil im Kloster auf und war deswegen sehr fromm (mild?) und auch gut geschult. Der Klerus wollte einen ähnlichen König. Offiziell hiess das dann, dass man von einem Kandidaten  Clementia (Milde), Justitia (Gerechtigkeit), Misericordia (Barmherzigkeit) erfordere. Konrad II schien diese Charaktereigenschaften zu haben. Denn er war sehr früh Waisenkind und wurde vom Bischof zu Worms (Burchard) gut ausgebildet und erzogen. Konrad wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, seine Verwandten betrogen ihn um sein Erbe.
Ein bescheidener, junger, frommer, gut ausgebildeter König, das war es, was die Bischöfe und Adeligen des Reiches sich wünschten, deshalb wurde Konrad am 8.9. (Festtag Maira Geburt; Symbol für Milde und Barmherzigkeit) 1024 im Dom zu Worms zum neuen König gesalbt.
Wer aber war KonradII? Er war ein Westfranke und gehörte der Familie der Salier an.

Am Dom zu Speyer kann man die ganze Geschichte der Salier Kaiser ablesen. Was den Ottonen der Magedeburger Dom und Heinrich II Bamberg,  war den Saliern ihr Speyrer Dom. Ein guter Film des SWR zeigt den Aufbau und die Zerstörungen des Doms zu Speyer. Der barmherzige und milde Konrad II zwang seine Untertanen zu horrenden Abgaben und zum Frondienst um seinen Familiendom verwirklichen zu können. Die Doppelmoral war schon im Hochmittelalter sehr gut bekannt.



Wer aber waren die Salier?
Die Salier waren ein fränkisches Adelsgeschlecht, dessen Hausmacht in Speyer und Worms lag. Sie waren mit den Widonen verwandt, welche in der Lombardei regierten und über die Mutter von Konrad dem Roten auch mit den Konradinern. Die Konradiner waren ebenfalls ein westgermanisches Adelsgeschlecht ürsprünglich aus Trier.
Mit Konrad dem Roten kamen die Salier erstmals zu grösserer Bedeutung.
Kratz, Kopfkratz und nochmals Kopfkratz, nicht wahr Odin? Wer ist nun schon wieder Konrad der Rote?
Kleine Rückblende also. 942 erhielt Konrad die Herzogwürde, weil er sich für Otto I am Frieden von Visé beteiligte. Wenige Jahre später heiratete er eine Tochter von Otto dem Grossen. Somit war er definitiv eng an den Kaiser gebunden. Aber nicht immer treu.
Denn der Sohn Otto I, Liudolf, sah sich in seinem Erbanspruch bedroht durch seinen Onkel Heinrich von Bayern. Heinrichs Vater  war Heinrich I (erste Sachsenkönig) und sein Bruder Otto der Grosse.
Als Benengar II (abgesetzter Langobardenkönig) in Italien sich, nach dem Tod des italienischen Königs, ohne Zustimmung  Kaisers Otto I einfach zum König machte, zog Liudolf gegen ihn, ohne seinen Vater Otto I zu fragen. Liudolf wurde zurückgepfiffen und von Otto I gerügt. Für die itanlienischen Angelegenheiten war sein Onken Heinrich von Bayern zuständig. Liudolf sah sich deshalb bestätigt in seinen Befürchtungen, dass Heinrich ihm sein Erbe streitig machen könnte. Er verschwor sich deshalb  mit seinem engsten Freund Konrad dem Roten gegen Otto I. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. Otto I verzieh zwar seinem Sohn, aber er sprach ihm und Konrad die Herzogswürde ab. Konrad kämpfte bereits nach kurzer Zeit wieder für Otto I und starb auch auf dem Lechfeld 955 n.Ch. im Kampf gegen die einfallenden Ungarn. Sein Sohn Otto von Worms erhielt von Otto II, 20 Jahre nach dem Tod Konrad des Roten, als Zeichen der Rehabilitation, wieder ein Herzogtum. Zwar nicht mehr Lothringen wie sein Vater, sondern Kärnten. Doch auch Kärnten musste wieder abgegeben werden, dafür erhielten die Salier die Kaiserburg Lautern (Kaiserslautern) als Lehen. Später erhielten die Salier das Herzogtum Kärnten wieder und ein Sohn Ottos von Worms wurde sogar Papst. Er war der erste deutsche Papst, namens Gregor V.
So nun siehst Du hoffentlich besser wie die Salier mit den Ottonen verbandelt waren.


Gregor V salbt Otto III zum Kaiser

Die Salier waren also nicht irgendwer, sie hatten sogar einen Papst gestellt. Dieser war der Grossvater von Konrad II, somit ist der grosse Bogen geschlossen.

Man erhoffte sich Frieden und Stabilität durch die Ernennung KonradsII, wurde die Hoffnung auch erfüllt?

Konrad ehelichte Gisela von Schwaben. Gisela wird als kluge Beraterin beschrieben. Und Gisela war Tochter des Burgunderkönigs, was zur Konsolidierung der westfänkischen Hausmacht wesentlich beitrug.
Problematisch war, dass Gisela und Konrad laut Kirchenrecht zu nahe verwandt waren. Beide stammten von Heinrich I ab. Konrad in 5. und Gisela in 4. Generation. Gemäss Kirchengesetzt müssten 7 Generationen dazwischenliegen. Für die Opposition war dieser Makel ein gefundenes Fressen, das es auszuschlachten galt.

Die Opposition bestand vor allem aus den Sachsen (Ostfranken), aber auch den Lothringern. Konrad musste sein Amt äusserst behutsam angehen und auf Traditionen achten. Er bestieg den Karlstrohn in Aachen traditionsgemäss und machte sich dann zu einem fast einjährigen Reichsumritt auf. Die Opposition konnte er dabei nicht so leicht für sich gewonnen, wie sein Vorgänger Heinrich II.

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