Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Samstag, 30. April 2011

Konrad II, die "Bourbonen".: Teil XVII

Hallo Odin


Nach einem Reichsumritt der mehr als ein Jahr dauert, muss einem der Hintern doch sicher schmerzen, aber Konrad konnte nicht ruhn, denn in Italien war nicht nur der Papst, sondern auch der Teufel los.

Das westfränkische grosse Adelsgeschlecht der Capetinger beanspruchte für sich die italienische Königskrone.
Die Kapetinger ware nicht einfach irgendein Adelsgeschlecht, sondern die Lilienträger. Und die Lilie steht für das französische Herrscherhaus ab dem 12 Jh. Kleiner Exkurs. Die Bourbonen, aber auch das Haus von Orleans und Bragamza sind ein Seitenäste der Kapetinger. Die Kapetinger sind noch heute sehr einflussreich und waren damals im Westfrankenreich nach den Merowingern und den Karolingern die tonangebende Adelsfamilie.
 Die Kapetinger sollten später Jahrhunderte lang die französischen Könige stellen, darunter auch den Sonnenkönig Louis XIV. Aber nicht nur das die Bourbonen sind heute noch König und zwar in Spanien und Luxenburg. In Brasilien sitzen sie sogar auf einem Kaiserthron (Orlean-Braganca). Das Königreich Brasilien wurde zwar 1899 militärisch geputscht, aber der Einfluss der Bourbonen ist heute noch in Brasilien tonangeben. Lula war ein sozialistisches Feigenblatt, Brasilien  wird, wie viele andere Länder auch heute noch von alten Adelsfamilien aus dem Hintergrund regiert. Später, lieber Odin werde ich Dir zeigen, wie sich die Adelsgeschlechter in der Zeit der Aufklärung immer mehr in Geheimbünden zusammenschlossen und seither so aus dem Hintergrund das Weltgeschehen direkt beeinflussen.

Zudem stellten die Bourbonen Könige in Sizilien und regierten auch in Parma.

Als Beweis hier das bourbonische Kaiserwappen Brasiliens.


Wichtig ist das zentrale Wappen, Lilien auf blauem Grund, es ist das Markenzeichen der Kapetinger.

hier siehst Du das aktuelle Wappen der Provinz Quebec (französisch sprechender Teil Kanadas).


Welchen Einfluss die bourbonischen Blaublüter in Quebec heute noch haben weiss ich nicht. Aber ihr Familienwappen ist jedenfalls auch das Landeswappen von Quebec.

Kleiner Exkurs noch:

Am 1 Juni 2009 startete von Rio Richtung Paris (eine Bourbonenlinie par exellence) ein Passagierflugzeug, um kurz danach über dem Atlantik abzustürzen. Die Ursache ist immer noch nicht klar. Aber an Bord war der brasilianische-Karpetinger Prinz Pedro-Luis-de Orléan. Die ehemaligen Könige mögen zwar von der offiziellen Bildfäche verschwunden sein, sie sind aber noch heute ganz klar in vielen Ländern und vielen internationalen Organisationen tonangebend.

 Konrad II hatte mit den Karpetingern also einen ernst zu nehmenden Gegner. Mit dieser Aussage sind wir von der Neuzeit wieder ins Hochmittelalter geschossen worden.




Kleiner Einschub. Apropos Bourbonen, Hofprotokoll und Standesdünkel




Die Kapetinger schlugen dann aber das Begehern die italienische Königskrone zu erhalten doch aus. Darauf versuchten einige italienische Adelige den Herzog von Aquitanien zu gewinnen für als italienischen Königsanwärter zu kandidieren. Nebst der Buhlerei um die italienische Königskrone, wurde in Pavia die von Theoderich dem Grossen gegründete Pfalz von den Einwohnern Pavias zerstört. Konrad II konnte nicht unmittelbar eingreifen, da er zuvor noch einige Probleme im Frankenreich zu lösen hatte. Insbesonder musste er seine Hausmacht festigen.

1026 sammelte Konrad II ein Heer um gegen Italien (vor allem Pavia) zu ziehen. Die Tradition befolgend startete er in Aachen und sammelte das Heer im bayrischen Augsburg (ich weiss, dass Augsburg sehr wohl auch eine Schwäbische Tradition hat, damals lag es aber im Herzogtum Bayern). Damit tat er alles richtig, denn die Herzöge von Bayern waren für Italien zuständig.
Im selben Jahr liess er sich in Mailand zum König Italiens krönen.
Er konnte gegen Pavia nicht wirlich gewinnen, aber doch sienen Einfluss wieder geltend machen. Als Machtdemonstration liess er einige deutsche Soldaten in Pavia stationiert. Schlussendlich schloss Pavia als eine der letzten Städte Frieden mit dem deutschen König.

Am 26 März 1027 wurde er in Rom zum Kaiser gesalbt von Johannes XIX.




Konrad II regierte äusserst machtbewusst. Er schnitt die Autorität der Herzöge massiv und entschied oft über deren Köpfe hinweg. Er raffte  alles Materielle zusammen. wie schon seine Vorgänger, so beanspruchte er zum Beispiel das Wittwengut der verstorbenen Kaiserin Kunigunde für sich.

Aufstand des Schwaben Ernst II gegen seinen Stiefvater Konrad II.

Das Herzogstum Schwaben lag zwischen dem Oberburgund und Bayern. Auf seinem Boden sollen dereinst so grosse Adelsgeschlechter wie die Welfen, Zähringer, Staufer und Habsburger ins Licht der europäischen Politik rücken. Noch aber war das Herzogtum Schwaben im Vergleich zu Bayern und Sachsen eher wenig bedeutend.
Ernst II, der Schwabe, rebellierte gegen seinen Schwiegervater Konrad II, weil er fürchtete, dass Konrad ihm das Burgundererbe streitig machen könnte.
Ernst Mutter Gisela, wurde  Konrads II Frau. Gisela war aber auch Enkelin des Burgunderkönigs. Ernst hatte nun Angst, dass ihm sein Erbe von seinem  Stiefvater Konrad II weggenommen werden könnte.
Ernst verschwor sich deswege gegen Konrad II. Sein wichtigster Gefährte war Werner von Kyburg (Graf Geschlecht im Kt. Zürich). Konrad II erfuhr vom Vorhaben Ernsts von Schwaben. Ernst II schwor aber auf Geheiss Konrad II nicht von Werner von Kyburg ab. Deshalb wurde ihm die Herzogwürde abgesrochen und er wurde des Hochverrats verurteilt und exkommuniziert. Darauf wandte sich auch seine Mutter Gisela von ihm ab. Ernsts Verurteilung hat den Einfluss Schwabens  im Reich massiv reduziert, später sollte das Herzogtum sogar ganz aufgehoben werden.

Konrad hatte sich damit in Schwaben und auch im Burgund durchgesetzt.

Karte von Schwaben und Oberburgund.


Und hier ein Ueberblick über die Herrschaftsgebiete der Savoyer, Habsburger, Kyburger und Zähringer.




Auch gegen Adabero, Herzog von Kärnten, ging Konrad II mit ähnlichen Mitteln wie gegen Ernst von Schwaben vor. Er bezichtigte ihn des Hochverrats. Er behauptete Adabero habe mit den Ungarn ein Friedensvertrag eigenständig, ohne das Wissen des Königs, ausgehandelt. Du siehst Odin, Konrad regiert mit absoluter Härte (nichts von Clementia und Misericordia). Er liess den Herzögen viel weniger Autorität als bis anhin.

Nach diversen Erbstreitereien ist Polen  unter Heinrich II zu einem eigenständigen katholischen Reich geworden, aber der Herrscher Boreslaw akzeptierte die Macht des Kaisers und war ihm klar unterstellt. Im Norden herrschte König Knut der Däne, er war sogar an der Kaiserkrönung 1027 in Rom erschienen.

1028 krönte sich Boreslaw ohne Konrad II Einwilligung zum König von Polen. Boreslaw starb kurze Zeit nach der Krönung. Sein Sohn Mietzko liess sich zusammen mit seiner Gemahlin Richeza. Richezas Vater war Pfalzgraf von Lothringen und die Mutter war sogar ottonischer Abstammung. Das war natürlich für Konrad II eine ganz schwere, unhaltbare Klatsche ins kaiserliche Gesicht. Es kam aber noch toller. Mietzko trieb seinen Bruder Bezprym ins Exil, weil er zu Konrad II hielt. Nun distanzierte sich Konrad II auf seine Art und Weise von Meitzko. Er näherte sich nämlich Knut von Dänemark an. Knut war nicht nur Herrscher von Dänemark, sondern auch von England (ohne Schottland und Kumbrien), sowie Norwegen. Er war also der grosse Wiedersacher Meitzkos im Norden Europas. Wie Du aus untenstehender Karte entnehmen kannst, war England damals unter dänischer Herrschaft. M. a. Worten das heilige römische Reich deutscher Nation existierte bereits über 500 Jahre und England hatte sich nicht einmal in den Ansätzen gefunden.

Reich Knuts von Dänemark


Es kam zu Gefechten mit Meizko. Schliesslich unterlag Miezko und er musste die Lausitz (welche sein Vater Boreslaw vom römischen Reich abringen konnte) zurückgeben. Zudem musste er dem Kaiser treue schwören und seine Königskrone abgeben. Polen wurde in drei Herrschaftsbezirke unterteilt.

Nun kam bereits Heinrich III, der Sohn Konrad II ins Spiel. Er sollte sich als Kriegsherr bewähren gegen Ungarn und Böhmen. Gegen Ungarn gelang ihm dies ohne Probleme, in Böhmen war die Sache leicht komplizierter. Udalrich verweigerte auf dem Meresburger Hoftag 1033 dem Kaiser seine Aufwartung. Das reichte aus, um den nicht anwesenden Herzog zum Feind des Reiches zu machen. Heinrich III zog gegen den Herzog und gewann den Krieg. Eigentlich sollte das Herzogtum an den Bruder Udalrichs gehen. Udalrich liess aber vor seinem eigenen Tod den Bruder blenden und da ein Blinder nicht für das Amt als Herzog qualifizierte,  ging das Amt an Bretislaw.
Bretislaw wurde dadurch rehabilitiert, denn er hatte eine ziemlich kühne Liebestat gegen die Deutschen verübt. Bretislaw war ein richtig mutiges Kerlchen. Er hat sich in die schöne Judith von Schweinefurt verliebt, als diese noch in einem Nonnekloster in Schweinefurt war. Judith war eine Marktgrafen Tochter aus dem bayrischen Nordgau, ihre Mutter war Tochter Ottos III. Es war also unmöglich auf normalen Weg für Bretislaw Judith zu ehelichen. Er musste sie kurzerhand entführen und konnte sie dann in seiner Heimat, fern des direkten deutschen Machteiflusses, ungestört ehelichen. Mit Judith im Gepäckt wurde er als böhmischen Herzog akzeptiert vom Kaiser des hl. röm. Reiches. Manchmal gibt es ja auch richtig süsse Happy Ends in der Geschichtsschreibung.




Hier siehst Du den Klau der Herzogstochter aus dem Nonnenkloster (bratislaver Chronik 14 Jh)


Von 1032 bis 1034 war Konrad II im Weinkrieg. Ich sage dem Weinkrieg Odin, weil es um die Herrschaft über das Burgund ging. Denn König Rudolf III war kinderlos. Er vermachte sein Reich einem Sohn seiner Schwester Gisela. Ja Du hörst richtig die Kaiserin war Schwester des Burgunderkönigs. Für Konrad II war die Herrschaft über das Burgund wichtig, um auch die westlichen Alpenpässe in seiner Hand zu wissen.
Die Rudolfiner (Verwandte Rudolfs) waren natürlich erbost über die in ihren Augen widerrechtliche Machtübergabe an den Sohn der Kaiserin. Es kam zu einem zweijährigen Krieg der vor allem in der Westschweiz stattfand. Konrad kam über Basel und Solothurn ins Mittelland. Es wurde hart um Neuenburg gekämpft, Konrad verlor diese Schlacht, wie auch die Schlacht um Murten. Schliesslich konnte er sich aber doch noch gegen die Burgunder durchsetzen und wurde 1034 in Dom von Genf zum Herrscher über Burgund ( im Beisein des burgundischen Kleriker und Adeligen) ernannt.
Bref: Es ging Konrad II nie um den Burgunderwein, sondern vor allem um die Sicherung der Alpen. Ob schon damals bei der Feier Juliénas, Fleurie, Chirouble, Saint-Amour oder sonst ein Beaujolais getrunken wurde, weiss ich nicht ;-P

Bereits 1026 wurde der neunjährige Sohn Konrads (Heinrich III) als Nachfolger akzeptiert. Er genoss eine fundierte Ausbildung bei Bischof Bruno von Augsburg.
Wichtig war für den Kaiser, dass mit der Eheschliessung seines Sohnes das Reich weiter gestärkt wurde. An eine Liebesheirat war also gar nicht zu denken. Vater Konrad schickte eine Delegation nach Byzanz, denn er wollte die Verbindung zwischen Ost und Weströmischem Reich stärken. Doch der Basielus zu Konstantinopel gab Konrad keine der purpurgeborenen Prinzessinen als Schwiegertochter. Die Delegation zog enttäuscht ab. Es war die zweite Absage der Byzantiner eine Purpurgeborene zur römisch-deutschen Kaisern machen zu lassen. Denn Theophanu war zwar Kaiserin und Byzantinerin, aber eben nicht purpurgeboren.
In der Porphyra (purpurene Kammer im Palast des byzantinischen Kaisers) wurden traditionell ausschliesslich die Kaiserkinder geboren.
Konrad II macht nun seinem starken Verbündeten in Norden, König Knut von Dänemark-England, den Vorschlag seine Tochter mit seinem Sohn zu vermählen. Knut willigte ein, nachdem er Schleswig von Konrad als Brautgeschenk erhalten hatte.
1035 heirateten Heinrich III und Gunhilde in Bamberg.

Lange Konrad nicht in Italien und wo der Herr nicht im Hause ist, tanzen bekanntlich die Mäuse. Jedenfalls benahmen sich die Bischöfe wie Könige. Sie handelten willkürlich und unabgesprochen mit dem Kaiser. Das Volk und der niedere Adel war den italienischen Bischöfen und Grossadel völlig schutzlos ausgeliefert. Am bösesten trieb es Aribert der Erzbischof von Mailand. Aribert  wurde deshalb gefangen genommen und es wurde ihm der Prozess gemacht. Denn er hatte zahlreiche unrechtmässige Enteignungen vorgenommen. Aribert konnte aber aus der Gefangenschaft fliehen. Konrad II verhängte (einmal mehr) die Reichsacht über einen seiner Gegner. Zudem wurde Aribert sofort als Erzbischof abgesetzt und ein neuer Erzbischof ernannt und Aribert wurde auch exkommuniziert. Aribert verschanzte sich aber erneut in Mailand. Die Belagerung Mailands durch Kaisertruppen war erfolglos. Konrad II verabschiedete Gesetze zur Stärkung der Vasallen. Ihre Lehen durften nicht grundlos weggenommen werden und sie hatten auch das Recht die Lehen an ihre Nachkommen weiter zuvererben. Drei Bischöfe, welche sich Bischof Aribert anschlossen, wurden gefangengenommen und in ein nördliches klösterliches Exil geschickt. Aribert konnte zwar von den kaiserlichen Truppen nicht direkt besiegt werden, aber die durch die kaiserlichen Gesetze gestärkten Vasallen (Bürger und niederer Adel) jagde schlussendlich den gehassten Bischof Aribert eigenhändig aus Mailand.  Aribert gab sich erst 1040 geschlagen und huldigte Heinrich III. Damit war wieder Ruhe in Mailand.
In Süditalien musste KonradII  gegen den Fürsten Pandlulf IV ziehen, welcher dann vor Konrad II nach Byzanz floh.
Im Sommer 1039 starb Konrad II völlig überraschend. Er hat schon länger unter Arthritisschüben gelitten, er sein an einem rheumatischen Leiden gestorben.

Konrad II hat sienen Sohn Heinrich III derart gut auf die Thronfolge vorbereitet, dass zum ersten Mal in der salisch-ottonischen Chronologie eine Thronfolge reibungslos (ohne wesentliche Opposition) verlief.

Meine Meinung zu Konrad. Konrad war anders als die römisch und byzantinisch gebildeten Ottonen. Konrad war ein pragmatischer klar kalkulierender Landesvater. Konrad zögerte nicht Bischöfe und sogar Erzbischöfe zu exkommunizieren, er stellte also auch die kirchliche Autoritäten unter weltliche Justizia. Konrad versuchte Streitereien diplomatisch-taktisch zu schlichten. Konrad griff zu drakonischen rechtlichen Massnahmen (Reichsacht-Hochverrat etc).
Konrad festigte den südlichen Teil des Reiches und integrierte das Burgund und schloss eine Enge Beziehung zum nördlichen starken Mann, dem dänischen König Knut. Konrad konnte sich als erster Salier behaupten, ohne dass es zu grossen Tumulten im Reich kam.
Konrad ist ganz klar einer der stärksten, effizientesten und klügsten Kaiser des hl. röm. Reiches. Wer ihn rex idiota nennt, muss selber der weitaus grössere sein, mit Betonung auf Idiot versteht sich.

Gruss

Dein simorre

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