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Dienstag, 26. April 2011

Otto III versus Sachsenherzog Heinrich Teil XIII

Hallo Odin


Das heilige römische Reich deutscher Nation lag in den Händen eines dreijährigen Kindes Otto II, ob das gut gehen konnte? Der Vater von Otto III starb mit 28 Jahren.
Otto der II hatte viele Feinde, denn wer Macht hat, hat Feinde und Neider. Einer der grossen Gegenspieler im Reich hiess Heinrich der Zänkerer. Heinrich war ein Nachkommen Heinrich I, welcher der erste Sachsenkönig war. Heinrich war der Auffassung er sei der legitime Nachfolger des Sachsenkönigs. Denn sein Grossvater war ein Bruder Otto des I. Mit dem Tod Otto des II wurde Heinrich der Zänkerer aus seiner Klostergefangenschaft  freigelassen durch Bischof Folcmar. Der Bischof von Köln übergab zu allem Uebel das Königskind Otto III auch noch in die Obhut des soeben freigelassenen Heinrichs. Denn die Mutter Otto III Theophanu und auch die Grossmutter Adelheid von Burgund weilten in Italien. Es war also gemäss Gesetz so, dass ausgerechnet Heinrich der Zänkerer den noch unmündigen König vertreten musste.

Vorzug: Hier siehst Du die Kaiserkrönung des Sohnes Heinrich des Zänkerers 1014. Die beiden bayrischen Bischofe einer aus Augsburg der andere aus Regensburg unterstützen den Kaiser.

Nun aber zurück zu Heinrich dem Zänkerer. Statt um sich um die Vormundschaft des ihm anvertrauten Kindkönigs zu kümmern, organisierte Heinrich seine eigene Machtübernahme. Er besuchte zu diesem Zweck den westränkischen König Lothar, sowie im Herzogtum der Sachsen Anhänger für seine eigenen Ziele. Auch die alten Verbündeten Slawen Mieszko von Polen und Boreslaw von Böhmen versuchte er erneut für sich zu gewinnen. In Sachsen hielten aber die lokalen Adeligen zum ganz grossen Teil zu den Ottonen. So zog Heinrich, einwenig frustriert, nach Bayern, wo er auf Rückendeckung hoffen konnte, denn Bayern war ja einst sein Herzogtum, bevor es ihm von Otto II weggenommen wurde. Heinrich der Stäkerer musste sein Herzogtum damals abtreten, weil er einige Putschversuche gegen Otto II unternommen hatte. 
Nun endlich kamen die Kaiserin Theophanu (Mutter Ottos) und deren Mutter zurück aus Italien, um die Situation zu entspannen. Heinrich scheute einen offenen militärischen  Konflikt und übergab deshalb das Königskind an Theophanu und entsagte jeglichem persönlichen, Machtanspruch auf die Königskrone.

Die Kaiserin Theophanu war eine äusserst geschickte Regentin. Unter ihr gab es während 15 Jahren keine grossen Konflikte. Sie schaffte es die innenpolitischen Spannungen zu lösen. So amtierte Heinrich der Zänkerer offiziell als Truchess (Steward) am Hof Otto III, was einer klaren Huldigung des Königs gleichkam. Das vergeben von vererbbaren lukrativen höfischen  Aemtern  seither zu einer ganz wichtigen Art, um die Herzöge an den Hof zu binden. Kämmerer, Mundschenk, Marschall etc waren  Titel solcher Herzogsämter am Königshof. 
Die Ostgrenze konnte durch Theophanu ebenfalls gesichert werden. Die Kaiserin überliess die Kirchengeschäfte Polens den Polen selber. Polen wurde also nicht mehr von Magdeburg aus kirchlich regiert. Im Gegenzug erhielt sie dadurch einen ganz treuen Verbündeten, König Mizlo von Polen, im Kampf gegen die Sorben (Elbslawen).

999 starb Theophanu in der Zeit war Otto III 19. Der Sarkophag Theophanus, der Byzantinerin, liegt heute in Köln in der Kirche St. Pantaleon.



Otto III wurde noch zu Lebzeiten Theophanus an die Macht herangeführt. Denn mit 14 galt man im Mittelaler als Erwachsen. Otto III wurde mittels rituellem Schwertschlag zur Machtübernahme befördert.
Er zog zusammen mit seinen Verbündeten gegen die Elbslawen im Norden und verdiente so seine ersten kriegerischen Sporen ab.
Als 16 jähriger wurde er dann vom Papst nach Rom beordert, denn der Papst musste auf Druck der lokalen Adeligen und Kleriker aus der Stadt fliehen.
Der Papst aber verstarb im Exil. In Ravenna ernannte Otto III Brun von Kärnten als ersten Deutschen Papst, er sollte später den Namen Gregor V annehmen. Mit diesem Akt zog Otto eine ganz spezielle neueMasche durch, er ernannte nämlich für italienische Aemter gerne deutschstämmige. Dies sollte ihm sicher etliche Feinde in Italien bereiten.

Gregor V (Brun von Kärnten) erster deutscher Papst.

Bereits wenige Monate nach der Wahl Gregor V wurde dieser durch den antideutschen Adel und Klerus in Rom vertrieben. Der deutsche Kaiser Otto III musste erneut nach Italien reisen. Crescentus hiess der römische Stadtpräfekt, welcher bereits den Vorpapst aus Rom hatte vertreiben lassen. Otto III kam also ein zweites Mal nach Rom und wurde friedlich empfangen. Viele Römer hielten nicht zu ihrem Präfekten. Der Präfekt floh in die Engelsburg. Dem von Crescentus ernannten Gegenpapst sollte ein grausiges Urteil warten. Er floh in einen befestigten Turm ausserhalb Roms, wurde aber von den Sachsen gefunden. Er wurde darauf geblendet und Ohren und Nase verstümmelt, dies entsprach einer antiken griechisch-römische Strafe für ganz grosse Vergehen (siehe Statuen die ebenso geschändet wurden). Crescento selber wurde in der Engelsburg enthauptet.




Hier siehst Du einen Engel (Erzengel Michael) auf dem Castel St. Angelo (Engelsburg) sein Schwert schwingen. In dieser heiligen Burg wurden also auch Enthauptungen durchgeführt. Hmmm.

Diese grausamen Strafen am Gegenpapst und römischen Patrizier schaffte neue Feinde in Rom. Otto merkte natürlich diesen Widerstand gegen seine Regentschaft. Er blieb deshalb einige Jahre in Rom, um seine Herrschaft zu konsolidieren. Auf dem römischen Palatin wurde eine kaiserliche Pfalz (Burg des Kaisers) errichtet.
Papst Gergor der V sollte 999 sterben. Otto III ernannte darauf abermals, einen engen Vertrauten und ehemaligen persönlichen Lehrer, Gerbert von Aurillac, zum Papst. Dieser sollte den Namen Slivester II annehmen. Auch vergab Otto III weitere Bistümer in Italien an deutsche Vertraute.

Der Druck in Italien steig an. Schliesslich kam es zu einem Volksaufstand in Tivio. Der konnte von Otto III niedergeschlagen werden. Als Otto dann aber die konstantinischen Schenkungen  als geschichtliche Lüge bezeichnete und für sich die Oberherrschaft über Italien und das weströmische Reich reklamiert waren viele Kleriker massiv vor den Kopf gestossne. Du musst wissen Odin, dass der römische Caesar Konstantin der Grosse 317n. Ch dem Papst mittels Urkunde die Oberherrschaft über Italien und das Weströmische Reich übergab, ja sogar die kaiserlichen Insignien. Konstantin war ein bekennender Christenverfolger, dann sei er Aussatzkrank (Lepra) geworden und habe sich zum Christentum bekehrt. Im 15 Jh hat sich herausgestellt, dass sämtliche Urkunden Fälschungen der katholischen Kirche waren. Lange stritt die Kirche dies aber ab, Otto III hatte folglich nicht unrecht.

Der Druck in Rom stieg an. Schlussendlich mussten der Papst und der Kaiser nach Ravenna fliehen. Von Ravenna aus festigte Otto die Beziehungen zu den Dogen von Venedig, aber auch zu Böhmen und vor allem auch zu Ungarn. 1001 wollte er von Ravenna aus zusammen mit Bischöfen aus Deutschland und getreuen Gefolgsleuten zurück nach Rom marschieren. Auf dem Weg nach Rom verstarb er plötzlich. Es gibt Quellen, die behaupten, dass er vergiftet worden sei. Otto III hatte extrem viele Feinde auf italienischem Boden, sehr gut möglich, dass sich ein Maulwurf unter seinen Gefolgsleuten befand.

Jedenfalls gelüstetet Heinrich dem II (die Famlie des Bruders Otto des Grossen) umgehend nach dem Sachsenkönigsthron und in Italien stürmten die Langobarden bereits einen Monat nach dem Tod Ottos den Thron des Königs von Italien.

Intriegen und Verschwörungen versuchte Otto weniger kriegerisch, als mit intelektueller Leistung zu überstehen. Man machte ihm deshalb bereits zu Lebzeiten den Vorwurf, dass er ein vergeistigter weltfremder absolut undeutscher Kaiser sei. Insbesondere auch, weil Otto in Rom eine Residenz (Pfalz) auf dem Palatin bauen liess. Otto versuchte die Macht zu konsolidieren und den Stuhl Petri ganz eng ans deutsche Reich zu knüpfen. Dies handelte ihm natürlich viel Argwohn seitens der Langobarden und italienischen Patrizier ein. In Frankenreich wurde, insbesonder durch die Leute um Heinrich II, der Ruf des häufig abwesenden Kaisers schlecht geredet.
Beschrieben ist auch,  dass der Kaiser sensibel war, er soll mehr als einmal in seinem Leben als armer Pilger unterwegs gewesen sein. Inwiefern er der weltlichen (päpstlichen und königlichen) Macht kritisch gegenüber stand ist nicht klar. Der Kaiser schien jedenfalls über Ethik und Moral nachzudenken, das kann als Schwäche, oder auch Stärke bezeichnet werden, je nach Lager.

Gruss und wir sehen uns wieder bei Heinrich II

Bayern Alpha hat einen wunderbaren Dokufilm über Otto III gemacht, ich erlaube mir ihn hier zu posten.

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