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Freitag, 26. August 2011

Barbarossa: Ein Rotbart wächst durch den Eichentisch.

Hallo Odin

Barbarossa, hiess der Stauferkaiser Friedrich I, hat im 12. Jh. gelebt.




Heute wagen wir uns an die Mythen, welche um Barbarossa gewoben wurden. Barbarossa war sein römischer Spitznahme, was Rotbart auf Deutsch heisst.

Tritt ein in das Reich der Legenden über den  Stauferkaisers Friedrich I.






Als Einstieg soll das Gedicht eines Schriftstellers aus der Zeit der Romantik dienen.
Fünfhundert Jahre nach dem Tod Barbarossa hat ein Dichter und Orientalist die Legende Barbarossas in Verse gepackt.






Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich,
Im unterirdschen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt,
Er hat im Schloß verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit
Und wird einst wiederkommen
Mit ihr, zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt;
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug halb offen zwinkt,
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh hin vors Schloß, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
herfliegen um den Berg.

Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muß ich auch noch schlafen,
Verzaubert hundert Jahr.


Dieses Gedicht wurde von Friedrich Rückert (*1788 in Schweinfurt + 1866 in Neuses). Rückert befasste sich mit über 44 Sprachen, darunter so exotischen wie Aethiopisch, Berbersprache, Koptisch, Tamil, Hindi, Talugu etc. Weshalb befasste sich gerade ein Gelehrter aus dem 18 Jh an Barbarossas Geschichte?

 Es gab zu diese Zeit keine grossen Ablenkungsmöglichkeiten. Geld war knapp, fürs Reisen reichte es nicht.  In der Zeit nach der französischen Revolution war die Volksseele hin und her gerissen zwischen dem neuen revolutionären Freiheitsdrang und dem altväterisch Konservativen. Mit grossem Kraftaufwand stemmte man sich gegen die kirchliche und monarchische Autorität, um so die Fesseln in, welche die Seele jahrhundertelang gekettet lag, zu sprengen.

Literaturclubs, Malerateliers, Musikveranstaltungen waren Mode und schossen unkontrollierbar aus dem Boden.. Es war die Zeit, als man sich mit der Seele auseinanderzusetzen wagte in allen Bereichen. Es war eine bunte Flowerpower ähnliche Sbukultur am Entstehen, die von den konservativen altbackenen Machthabern mit Argusaugen beobachtet wurden. Auch Schulärzte widmeten sich plötzliche der Seele. Samuel Hahnemann, war klassischer Schulmediziener und trotzdem beschrieb er die Seelen von ganz vielen Mineralien, Pflanzen, Tieren und Nosoden in seiner Arztneimittelsammlung (Materia Medica). Er schuf mit seinem Buch " das Organon" die  Homöopathie.
 Die Spiritisten, allen voran die Theosophen um Blatavski, spielten mit dem Seelischen ganz unbekümmert. Esoterisches Wissen wurde plötzlich auch für nicht Eingeweihte zugänglich.
Freud und vor allem der Anthroposoph und Psychologe C.G.Jung fassten die romantisch-seelischen Ergüsse in einer neuen Wissenschaft, der Psychologie zusammen.
 Es ist nicht verwunderlich, dass genau in dieser Zeit auch der Barbarossamythos zu neuem Leben erweckt wurde (wachgeküsst im Kyffhäuser?)  Der Barbarossamythos erfüllte die Sucht nach orientalisch-magisch Märchenhaftem dieser Zeit sehr gut. Dazu kam noch, dass Barbarossa den Archetypus des starken Deutschtums symbolisierte wie kaum ein anderer. Ueber die negative Tendenz des europäischen Mythenfiebers werde ich Dich in anderen Blogs aufmerksam machen. Denn Skull & Bones gäbe es nicht, hätte es nicht die Romantik gegeben.

Nun also endlich zu Barbarossa:

Barbarossa verstarb auf einem Kreuzzug an einer akuten Krankheit. Sein Tod muss unvorhergesehen gekommen sein. Es wird beschrieben, dass er einfach tot vom Pferd fiel. Andere behaupten, er sei beim Sturz vom Pferd in einem Fluss ertrunken. Tatsache ist, dass Barbarossa einen jähen Tod in Kleinasien erlitt.

Die Leiche aber wurde nie nach Detuschland zurückgeführt. Man weiss nicht wo die Gebeine Barbarossas ruhen. So konnte die mittelaterlichen Fabeln um Barbarossas Tod also frei gesponnen werden.

Die Legende besagt zusammengefasst folgendes:

Barbarossa sei nicht gestorben, er sei nach Deutschland zurückgekehrt und habe sich im Kyffhäuser in seiner Höhle zurückgezogen.








Der Thron des Barbarossa in der Barbarossahöhle im Kyffhäuser, siehst Du auf dem Bild links.  Unten siehst Du den Thron Karl des Grossen, welcher in Aachen steht und auf welchem die deutschen  Könige gekrönt wurden.





In seiner Höhle schlafe Barbarossa bis ihn das Reich wieder brauche. Zwei Raben werden ihn wecken, wenn die Zeit dazu reif ist.

 Die Legende ist schnell erzählt und doch hat sie einen unglaublich tiefen Inhalt. Da schlummert also ein Kaiser der Deutschen in einer Grotte über hunderte von Jahren vor sich hin, um von zwei schwarzen  Vögeln dereinst geweckt zu werden. Und jetzt musst Du die Ohren ganz fest spitzen Odin, denn Dein Namensvetter der Gottvater der Germanen  hatte auch immer zwei Raben um sich, sie hiessen Hugin und Mugin.Was bedeuten die Raben wohl?
 Raben sind  Tiersymbole für Kräfte die zwischen den Welten hin und her zu wandeln vermögen. Es sind die Totemtiere, welche den Sieg über den irdischen Tod symbolisieren. Es sind Wesen die das Diesseits mit dem Jenseits verbinden.
Barbarossa wurde also Gott ähnlich gemacht, aber auf germanische Art und Weise. Vielleicht ganz bewusst, denn man hatte zu oft für den Papst und seine katholische Kirche Kämpfe ausfechten müssen und viele Abgaben machen müssen. Vielleicht sehnte man sich das Volk ganz einfach  nach einer eigenen nicht römisch katholisch auferzwungenen Identität zurück.
 Gemäss Legende hat der Kaiser den Tod bezwungen. Er ist nicht tot, er schläft nur in seiner Höhle und wird zur Rechten Zeit aufwachen und wiederkehren, um das Reich zu retten.
 Barbarossa wurde von den Deutschen auf ein dasselbe spirituelles Niveau gehoben wie Jesus Christus der katholische Kirche, der Mahdi der Araber und eben der Messias  der Juden.


Das jüngste Gericht in der sixtinischen Kapelle

Stell Dir, lieber Odin, folgendes vor. In der Mitte des oben geposteten Bildes siehst Du den auferstandenen Jesus als Erlöser der Menschheit. Wenn man es ganz genau nehmen würde, müsste im Aachener Dom dasselbe Bild gemalt werden, aber in der Mitte hätte  man  unten stehende Erlösergestalt zu zeichnen.



Die Romantik hatte es in sich. Wild und ungestüm wurde fabuliert und geliebt, aber ebenso tief und trist unter Seelenschmerzen gelitten. Wenn man eine Schaffensperiode manisch-depressiv nennen dürfte, ist es die Romantik. Versuch mal  folgendes Lied ganz zu hören, dann kriegst Du einen Hauch von Romantik mit. Das Lied wurde von Gustav Mahler komponiert (ein unglaublicher Romantiker). Der Text stammt vom selben Dichter, der auch das Barbarossagedicht verfasst hat. Denn das Schicksal wollte es so, dass dieser Dichter, namens Friedrich Flücker, seine zwei Lieblingskinder verlor, deshalb schrieb er dieses melancholische Totenlied. Stell Dir vor man würde das mal in der Barbarossagruft im Kyffhäuser singen, das ging durch deutsches Mark und Bein, da bin ich mir ganz sicher. Oder lies die Tragödie Wedekinds (das Frühlingserwachen) mit speziellem Fokus auf Moritz.






Und noch was. Elemente des schlummernden Ueberkönigs sind sicher auch in die Rübezahllegende geflossen. Rübezahl ist ein archaischer Riese, der sein Unwesen im schlesischen Riesengebirge (Schneekoppe) treiben soll. Er wohnt in einer Höhle und wird oft gemeinsam mit Raben gesehen.

Schaut euch mal wie Rübezahl dargestellt wird, oft und gerne mit rotem langen Bart. Die Analogie mit Barbarossa ist m. E. nicht von der Hand zu wischen.



Moritz Schwind Maler der Romantik

Buch mit romantischem Barbarossa Bild

DVD mit dem deutschen Rotbart



modernes Bild, das den roten deutschen Hühnen zeigt

Die Barbarossa und Rübezahl Legenden symbolisieren, so meine ich, die deutsche Urkraft
und die Sehnsucht, die im Kyffhäuser schlummernde deutsche Lebenskraft wieder zu aktivieren. Deutschland war Jahrhunderte lang Zentrum des westeuropäischen Kaiserreiches. Barbarossas Legende versinnbildlicht diese Macht und Kraft. Es ist wichtig, dass Deutschsein wieder unbeschwert und bunt gelebt werden darf.
Die Fussball-WM hat es gezeigt, Barbarossa scheint langsam wieder aus seiner Höhle zu kommen?

Deutschland hat sich nicht zu verstecken, Deutschland hat eine ganz grosse Geschichte und Deutschland hat viel Positives für Europa geleistet. Dazu komme ich später wieder.

Wir sind nicht Hitler, wir sind Barbarossa. Wir sind eine lebensfrohe, dynamische deutsche Gemeinschaft, die mit der braunen, angelsächsisch angerichteten und österreichisch servierten, Suppe nichts am Hut hat.

Es lebe Barbarossa.....



1 Kommentar:

  1. Auf der Barbarossa-Tour von Schloss Cappenberg bis Berlin überall Mythen und Legenden http://kulturreise-ideen.de/geschichte/mittelalter/Tour-friedrich-i-hrr-barbarossa.html

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