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Sonntag, 22. Mai 2011

Barbrossas Europa Teil XXV

Hallo Odin

Heute zäume ich Barbarossas ungestümen Kriegshengst von vorne auf. Wenige Wochen nach dem Tod Konrad III wurde Barbarossa am 9. März 1152 in der Pfalzkapelle in Aachen zum deutschen König gekrönt. Die Staufer lagen in einem hässlichen innerdeutschen Konflikt mit den Welfen (Bayern), welche von Heinrich dem Löwen angeführt wurden. Man nimmt an, dass wegen diesen Streitereien nicht Konrads 6 jähriger Sohn, sondern der volljährige  Neffe Konrads, Friedrich I (mit Kosename Barbarossa), zum Thronfolger ernannt wurde.

Damit Friedrich I problemlos König werden konnte, musste er seinen politischen Gegnern Ländereien abtreten. Die Welfen,  erhielten norditalienische Besitztümer, sowie die Toskana und die Inseln Korsika und Sardinien. Die mit den Welfen verwandten Zähringer erhielten das Burgund und Teile des Juras. Zwischen 1152 und 54 hielt Friedrich mehrere Hoftage ab. Alle grösseren Reichskonflikte konnten beigelegt werden, ausser dem Streit um das Herzogtum Bayern zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen (bereits Herzog von Sachsen) und dem Babenberger Heinrich Jasomirgott.

Die Babenberger waren eine Adelsfamilie aus Oberfranken. Sie regierten in der Ostmark. Schau Dir mal ihr Familienwappen genau an.



Es ist sind die Natonalfarben des heutigen Oesterreiches. Die Babenberger waren nämlich die Herrscherfamilie im Herzogtum Oesterreich vor den Habsburgern. Der Legende nach soll der Bindenschild (Wappen der Babenberger) nach dem 3 Kreuzzug (1189-1191) und dem Kampf um Akkon von Heinrich IV dem Babenberger Herzog Leopold V vergeben worden sein. Sein weisses Gewand sei nämlich vom Blut der Gegner scharlachrot verfärbt worden, bis auf das Weiss das unter dem Schwertgurt übriggeblieben war.

Friedrich liebäugelte wie jeder rechte deutsche König mit der Kaiserkrone. Im Vertrag von Konstanz wurden die Bedingungen zur Erlangung der Kaiserwürde mit der römischen Kurie geregelt. Friedrich musste versprechen dem Papst im Kampf gegen Aufständische in Italien und gegen Byzanz beizustehen. Im Gegenzug wurden welfische Bischöfe im Reich abgesetzt und durch Friedrich I genehme Bischöfe ersetzt. Wieviel das mit Religion zu tun hat, lieber Odin überlasse ich Dir.

Im Juni 1155 wurde Friedrich vom Papst Hadrian IV zum Kaiser gerkönt im Petersdom. Heinrich der Löwe erwies sich als treuer Waffengefährte. Und begleitete den Kaiser nach Rom.
In Rom angekommen  machte ihn der Papst  auf seine Pflichten aufmerksam. Er verlangte von Barbarossa gegen die papstfeindlichen Römer vorzugehen und auch einen Feldzug gegen die Normannen in Süditalien zu zu unternehmen. Papst Hadrian akzeptierte den normannischen Nachfolger von König Roger III nicht. Barbarossa liess vom Papst zum Kaiser salben und krönen und ....
Friedrich schlug alle päpstlichen Bitten aus, er hatte ja nach der Krönung was er wollte! So geht das?
Byzanz fiel wenig später in Süditalien ein. Die Normannen verteidigten jedoch mit Erfolg Süditalien. Das imponierte dem Papst. Er wandte sich vom vertragsbrüchigen Friedrich ab und ernannte, wie  schon Päpste vor  ihm die Normannen zu seiner Schutzmacht.



Karl der Grosse heiratete zunächts die Erbin des Egerlandes. Die Ehe blieb aber kinderlos und wurde deshalb annulliert. 1140 heiratete er dann die 16 jährige Beatrix von Burgund. Er erhielt mit der Heirat den Titel eines Grafen von Burgund und hatte somit einen sicheren Zugang zu Italien über die Westalpen. Die Zähringer (Herzöge von Burgund und Jura) sahen sich in ihren Aufstiegsmöglichkeiten geschnitten und waren natürlich über diese Heirat gar nicht glücklich.

Der Konflikt zwischen den Welfen und Babenbergern wurde schliesslich beigelegt, indem Bayern und Oesterreich zu zwei unterschiedlichen Herzogtümern gemacht wurden. Die Babenberger sollten das Herzogtum Oesterreich erhalten und die Welfen Bayern. Da Heinrich der Löwe den Kaiser bei mehreren Feldzügen unterstützte, musste der Kaiser seinem Vetter dem Löwen Bayern abtreten. Die Babenberger hingegen machte Barbarossa zum Herzögen von Mähren. Durch dieses kluge Verteilen von Ländereinen behielt er vorerst beide als starke, solide Verbündete.  Zudem liess er die Welfen und die Babenberger selber Feldzüge gegen die heidnischen Slawen machen. Heinrich der Löwe erweiterete so sein Sachsen um Brandenburg, Mecklenburg und Westpommern und raubte den Slawen einiges Gold.

Unter Barbarossa boomte die fiskale Geldwirtschaft. Barbarossa liess in grossem Stil Tribute zahlen insbesondere von italienischen Städten und Adeligen. Er konnte sich damit viele Söldner leisten, was auch ein Novum war, denn bis anhin wurde der Kaiser von den Privatarmeen der Herzöge auf seinen Kriegszügen begleitet. Barbarossa setzte zunehmend auf Reisläufer, diese Methode wurde von den anderen christlichen Königen (Frankreich und England) übernommen.
Norditaliens reiche Städte füllten die kaiserlichen Schatztruhen. Aber immer mehr Städte wandten sich von Barbarossa ab und Barbarossa musste auf mehreren verlustreichen Italienzügen seine Macht durchsetzen.

Auch die Spannungen mit dem Papst nahmen zu. Der Papst versuchte die Reichsbischöfe gegen Barbarossa aufzuwiegeln, was ihm aber nicht gelang. Ein päpstlicher Legat wurde dabei in Deutschland gefasst und päpstliche Papiere, welche die Bischöfe zur kaiserlichen Untreue aufriefen, sicher gestellt.
Die Reichsbischöfe wandten sich darauf von Hadrian ab und unterstützten ganz klar den Kaiser.
Insbedondere beharrte Barbarossa darauf, dass Bischöfe keinen weltlichen Besitz haben dürfen, so wie es zwischen dem Reich und Rom abgemacht wurde. Er erinnerte daran, dass im Gegenzug nur der Papst Bischöfe ernennen könne. Die Spannung zwischen Hadrian und Barbarossa nach zwar zu, es kam aber zu keinem offenen Konflikt, denn bereits 1159 verstarb Papst Hadrian IV.

Nach dem Tod Hadrians kam es zu einem erneuten Papstschisma. Das Volk wählte Papst Viktor und die Kardinäle Papst Alexander. Barbarossa unterstützte Viktor, aber der englische und französische König standen zu Alexander.
Friedrich musste seine Macht  in Italien gegen Frankreich, England, den Vatikan und die Normannen durchsetzen. Er eroberte abermals die kaiserfeindliche Stadt Mailand und unternahm auch einen Feldzug gegen die Normannen in Süditalien, welcher er gewann.
1164 starb Viktor und man meinte bereits das Schisma sei beendet. Aber unmittelbar nach dem Tod wurde erneut ein Gegenpapst ausgerufen. Die drei zerstrittenen Könige versuchten darauf  gemeinsam mit Papst Alexander III wieder eine westchristliche Allianz zu bilden. Sie organisierten gemeinsam einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems. Als Zeichen der westeuropäischen Friedensbemühungen wurden je eine Tochter des englischen Königs Heinrich II  mit einem Sohn Barbarossas und Heinrich des Löwen verheiratet. Der europäische Friede schien gesichert und vor allem die Englisch-Deutsche Bande eng geschnürt.

Leider hielt der Friede nicht lange, denn Heinrich II verstritt sich mit dem Erzbischof Becket von Canterburry (dem höchsten Bischof Grossbritanniens). Es ging um mehrer Dinge. Becket entledigte sich allen Pompes und meinte auch, dass Kleriker nicht der weltlichen Justiz, sondern bloss der Kirchenjustiz unterstellt seien. Er unterwanderte damit die rechtliche Autorität des englischen Königs. Der Druck auf den Normannen Becket wurde so gross, dass er zum französischen König fliehen musste, wo er herzlich empfangen wurde. Ebenfalls erhielt er Unterstützung von Papst Alexander III. Heinrich II hatte darauf einen seiner bekannten Wutausbrüche und stiess vor anwesenden Rittern eine Mordaufruf gegen Becket aus. Becket wurde, als er von Frankreich zurück nach England wollte bereits auf englischem Boden ermordet.


Reliquie des heiligen Beckets aufbewahrt im Dom Braunschweig.



Heinrich II von England schwor dem Papst Alexander III ab und unterstützte den Gegenpapst Paschalis II. Nun kam abermals eine Wende. Als die Normannen ihren König verloren und noch keinen neuen Thronfolger erkoren hatten, zog Barbarossa abermals gegen Italien. Er besiegte Rom, vertrieb Alexander III und liess seine eigene Frau von Paschalis II zu Kaiserin krönen. Auch hier wurde er von Heinrich dem Löwen Herzog von Sachsen und Bayern begleitet.

Alexander III konnte als Bettler verkleidet fliehen und organisierte zusammen mit dem Langobardenbund und den Normannen eine Gegenbewegung. 1168, ein Jahr nach Barbarossas vierten Italienfeldzug, starb dann aber Paschalis II und sofort wurde ein Gegenpapst Calixt III gewählt. Nun versuchte Barbarossa wieder die Annäherung an Alexander III.

1175 kam es zum fünften Italienfeldzug und zum Kampf gegen norditalienische Städte. Es gab keinen klaren Sieg. Schliesslich musste Barbarossa darauf den norditalienischen Städten (Lombardei-Piemont) Autonomie gewähren. 1183 kam es zum Frieden in Konstanz in dem dem Lombardischen-Bund viele Freiheiten gewährt wurden. Das kaiserliche-italienische Machtzentrum verlagerte sich danach in die Toskana, welche wirtschaftlich zu florieren begann. Beim fünften Italienfeldzug machte Heinrich der Löwe nicht mehr mit, auch auf eindringliches Bitten des Kaisers nicht. Nach der Rückkehr aus Italien wurde der bayrische Löwe zur Strafe entmachtet. Er floh nach England ins Exil. zu seinem Verwandten Richard Löwenherz.

Ich schalte hier einen Doku dazwischen, welche die Geschichte der Welfen mit Kommentaren eines Nachkommen der Welfen zeigt. Immerhin gilt Heinrich der Löwe auch als Gründer des Löwenbräus, sorry der Stadt München meine ich.



Das nächste grössere Event Barbarossas kennst Du ja bereits es handelt sich um den 3. Kreuzzug, auf dem der Stauferkaiser auch umkam. Hier ein Bild welches Dir Barbarossa, vom Hengst gefallen, in Agnonie am Todesfluss Salpeh zeigt.
 Von welcher Seite her er das Pferd für seinen letzten Ritt aufgezäumt hatte bleibt Barbarossas Geheimnis.



Und hier noch ein alpha Bayern-Viedeo, ein Film über den Rotbart, die heutigen Welfen scheinen ihm vergeben zu haben.




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