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Samstag, 28. Mai 2011

Die Staufer, Sizilien und ein welfischer Königsmord Teil XXVI

Hallo Odin

Barbarosas hat nichts dem Zufall überlassen, schon gar nicht seine Nachfolge. Er liess Heinrich VI, einer seiner Söhne,  noch zu seinen Lebzeiten zum Mitkönig machen. Heinrich wurde 1169 in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt. Der Vater vermittelte auch die Gemahlin für seinen Sohn.
Wilhelm II der Normannenkönig von Sizilen hatte keinen Nachfolger, weil dessen Ehe kinderlos blieb. Das sizilianische Reicherbe ging deshalb an Konstanze (Schwester von Wilhelm II) über. Barbarossa setzte alles daran Konstanze, Tochter von Roger II, mit Heinrich zu vermählen. Die Ehe wurde  schliesslich auch geschlossen.
Damit konnte der Papst, so hoffte man am deutschen Hof, nicht mehr dauernd die Normannen als Druckmittel gegen den deutschen Kaiser, verwenden. Nur machte Barbarossa die Rechung ohne den starrköpfigen Papst.
Zur Eroberung Siziliens reichte die Vermählung dann doch nicht aus. Da das Erbe nicht automatisch an Konstanze ging, war Heinrich gezwungen einen ersten Sizilienfeldzug zu unternehmen. Er kam mit seinem Heer bis Neapel. Die deutschen Krieger wurden aber im Hochsommer von einer Krankheit (Ruhr) heimgesucht, es gab viele Tote im deutschen Heer zu beklagen. Das Heer war dadurch so geschwächt, dass Heinrich beschloss die Belagerung Neapels abzubrechen. Heinrich hatte einige Feinde ausserhalb seines Reiches, aber auch im Reich. Die Streitereien mit den Welfen gingen weiter und ebenso konnte Heinrich weder vor dem französischen noch englischen König sicher sein. Er liebäugelte damit ein Bündnis mit Phillipp II (König von Frankreich) gegen den englischen König Richard Löwenherz zu schliessen. Aber die Geschichte sollte eine abrupte Wende nehmen, weil Richard Löwenherz unerwartet in oesterreichische Gefangenschaft geraten sollte. Und das kam so.

Hier ein Bild von Roger II dem König der Normannen und Herrscher Siziliens. Er war auch Vater von Konstanze, welche Barbarossas Sohn Heinrich heiratete.
Natürlich nimmt auch Roger für sich in Anspruch direkt von Christus gekrönt worden zu sein.

Falls Du mal nach Sizilien fährst,  musst Du in Cefalu unbedingt die normannische Kahtedrale anschauen. Sie zeugt vom Reichtum und Einfluss der Normannen in Süditalien.



Nun aber zurück zum Welfen Richhard Löwenherz, der englische König. Er musste inkognito durch das Kaiserreich reisen, denn ihm wurde ein Pakt mit Saladin und die Anstiftung zum Mord an einem französischen Adeligen nachgesagt. Konspiration gab es schon im Hochmittelalter!! Heinrich wollte seinen Rivalen Richard aus machtpolitischen Gründen schwächen, die Verschwörung kam ihm deshalb sehr gelegen.
 Löwenherz erfuhr von der Verschwörung gegen ihn und verkleidete sich deshalb als einfacher Pilger. Er wurde aber trotzdem erkannt von oesterreichsichen Grenzsoldaten und zu Leopold (Herzog von Oesterreich) gebracht. Dieser liess Richard Löwenherz umgehend einsperren und nahm Kontakt mit dem Kaiser Heinrich VI auf. Heinrich übernahm den berühmten Gefangenen und liess ihm in Speyer einen Prozess machen. Schliesslich handelte Richard mit Heinrich ein Lösegeld von 150`000 Reichsmark aus (die Hälfte des Geldes sollte an Oesterreich gehen). In der englischen Staatskasse gab es aber nicht soviel liquides Geld, es wurde deshalb umgehend der Steuersatz für alle Engländer auf 25% erhöht. Dazu kam, dass der Bruder von Richard in dessen Abwesenheit mit Philipp von Frankreich packtierte. Gemeinsam wollten sie das Reich von Richard unter sich aufteilen.
Nach wurde die Lösegeldsumme dann aber doch überwiesen und Richard Löwenherz kam nach 14 Monaten Haft frei. 
Heinrich hatte, auch Dank dem Lösegeld, genug Geld für den Sizilienfeldzug. Damit aber noch nicht genug,  Richard Löwenherz anerkannte den deutschen Kaiser als Herrscher über England an, er erhielt dafür England von Heinrich als Lehen. Damit hatte Heinrich einen Getreuen im Norden und war nicht mehr auf Frankreich angewiesen.

Im eingefügten Video wird Dir die Geschichte noch eingehender erzählt.



Richard Löwenherzs Wappen ist auch das englische Wappen.


1194 wurde dann Neapel von Heinrich kampflos erobert und Salerno (Campania) ebenfalls eingenommen. An Weihnachten 1194 wurde  Heinrich zum König von Sizilien gekrönt im Dom von Palermo und löste somit die Normannen als Herrscher Süditaliens ab.
 Damit hatte Heinrich aber noch nicht erreicht, was bereits sein Vater (Barbarossa) vorausgedacht hatte. Er wollte nämlich unbedingt das Königreich Sizilien mit dem restlichen römisch-deutschen Reich verbinden und das ging nur, wenn der Papst und die römische Kurie öffentlich Sizilien als Teil des Reiches akzeptiert hätten. Alles drängen half nichts, auch die Vorbereitungen für einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems konnten den Papst nicht umstimmen. Schliesslich starb Heinrich an einer Fieberkrankheit (Malaria?) bereits mit 32 Jahren,  ohne Sizilien ans Reich angeschlossen zu haben.

Sein Sohn Friedrich II war erst 3 jährig als er das sizilianische Erbe seines Vaters übernehmen musste.
Das Reich hingegen ging an den Bruder Heinrichs, Philipp von Schwaben. Der Staufer Philipp wurde in Mainz von einem burgundischen Erzbischof zum König gekrönt. Da weder der Ort (Aachen) noch der Coronator (Erzbischof von Köln) stimmten, wurde Philipp von den Welfen (Sachsen) nicht akzeptiert, sie nominierten Otto von Braunschweig zum Gegenkönig. Dieser wurde auch von Richard von Löwenherz unterstützt (der den Welfen sehr nahe stand). Auch der Papst unterstützte den Gegenkönig. Die alte Fehde zwischen den Sachsen und den Schwaben schwehlte von neuem, denn mit den zwei Königen standen sich ein Sohn Barbarossas und ein Sohn Heinrich des Löwen (Herzog von Sachsen) gegenüber.
Es kam zu mehreren Kämpfen. Schliesslich besiegte Philipp Otto von Braunschweig. Als nun endlich 1209 die Krönung Philipps durch einen päpstlichen Legaten feierlich in Bamberg hätte ausgerufen werden sollen, wurde Philipp von einem bayrischen (welfischen) Pfalzgrafen erdolcht.

Die Welfen waren also bereit über Leichen zu gehen, um an die Macht zu kommen.    Otto von Braunschweig, der die Meuchelei wahrscheinlich in Auftrag gegeben hat, übernahm als Welfe in der Folge das Staufererbe.

Lieber Odin: Ich wage hier einen verwegenen Exkurs. Man mag mich dafür auch hart kritisieren ich tue es aber trotzdem. Bis zu den Staufern war es so, dass ein ritterlicher Ehrencodex die Feldzüge der Könige (Kaiser) stets begleitete. Meuchelei und unehrenhaftes Benehmen (abgesehen vom Umgang mit Andersgläubigen) unter Christen war verpönt. Nicht jedes Mittel wurde durch den Zweck geheiligt. Die Welfen/(Sachsen-England) brachen mit der Rittertradition. Das hinterrücke Meucheln eines gesalbten Königs war ein Novum. Du wirst sehen, dass in der Folge die Machtspiele immer blutiger und amoralischer werden. Die Grossen und Mächtigen werden sich nicht mehr selber die Hände blutig machen, sondern sie lassen im Auftrag morden.

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