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Sonntag, 29. Mai 2011

Friedrich II König von Jerusalem Teil XXVIII

Hallo Odin

In der Schlacht von Bouvins unterlag also Otto von Braunschweig dem französischen König. Somit war der Weg frei für Friedrich II das Staufererbe in Deutschland anzutreten.
Da Friedrich beim Tod seines Vaters Heinrich VI gerade mal dreijährig war, konnte er den deutschen Königsthron nicht erben. Die Welfen erkämpften sich meuchelnd mit Otto IV zurück  die deutsche Macht. Otto IV wurde aber in der Schalcht von Bouvins besiegt. Die genaue Geschichte dazu steht im Vorblog.

Friedrich wuchs auf Sizilien auf. Denn er wurde ja bereits als 3 jähriger König von Sizilien. Nach dem frühen Tod des Vaters (Heinrich VI) war er unter der Obhut seiner Mutter Konstanze von Sizilien, welche immer noch den Kaisertitel trug. Sie versuchte ihren Sohn zu schützen vor den zunehmend stauferfeindlichen Geistlichen und Adeligen. Leider verstarb sie ebenfalls sehr jung (44 jährig) unter ungeklärten Umständen (ein weiterer Meuchelmord??) Friedrich war damals gerade mal 4 jährig. Die Verantwortung für den jungen König übernahm Papst Innozent III. Friedrich genoss eine fundierte Ausbildung. Er sprach Italienisch, Deutsch, Latein, Griechisch, Arabisch und verstand auch Französisch. Er war sehr interessiert an theologischen und naturwissenschaftlichen Fragen. So gut wie Friedrich war kein deutscher König zuvor ausgebildet gewesen. Die meisten Könige und auch Kaiser konnten nicht einmal lesen und schreiben.
Papst Innozent liess den Jungen bei Adeligen ausbilden, er kümmerte sich nicht selber darum. Als Friedrich aber 14 jährig war  fädelte der machtbesessene Papst sogleich eine Ehe mit der 28 jährigen Wittwe (Konstanze) des ungarischen Königs Emmerich ein. Für den Papst war Konstanze deshalb eine gute Partie, weil sie die Schwester des Königs von Aragon war und somit einige hundert aragonische Ritter zum Schutz Siziliens mit in die Ehe brachte. Kurz nach der Hochzeit erhielt Friedrich einen Sohn, Heinrich.  Liebesheirat von wegen, freies Leben noch mehr von wegen! Was der Papst sagt gilt und stimmt immer, denn er ist noch heute unfehlbar. Bizarr aber wahr, lieber Odin. Aber der Sohn Heinrich war eben auch aus strategischen Gründen eine ganz wichtige Figur für den Papst, wie auch den künftigen Kaiser. Der Kaiser sollte sich später aber umso mehr Freiheiten herausnehmen und sich ganz klar vom Papst distanzieren.

1211, nachdem Philipp von Schwaben ermordet und Otto (wegen Vertragsbruchs Angriff auf Sizilien) vom Papst gebannt war,  wurde Friedrich II in Worms von antiwelfischen Adeligen und Klerikern zum  deutschen König und Herrscher über das römisch-deutsche Reich gekrönt. Um zu verhindern, dass Sizilien und das römische Reich von der selben Hand regiert wurde, wurde Friedrichs Sohn Heinrich zum König von Sizilien gekrönt. Auch das wollte der Papst so. Es gab nun für den jungen Kaiser ein zähes Ringen um die Macht in Deutschland. Für viele deutsche Adelige war er ein blosser Pfaffenkaiser, m. a. W. ein papsthöriger Kaiser. Erst nach Ottos Niederlage im Krieg gegen den französischen König 1214 war Friedrich als Kaiser akzeptiert. Nun tat er etwas Erstaunliches. Kaum wähnte er sich und seine Familie in Sicherheit, holte er die Gattin und den Sohn nach Deutschland. Er entmachtete beide und machte sich selber zum König von Sizilien, seinem 6-jährigen Sohn gab er das Herzogtum Sachsen und die Herrschaft über das Burgund.

Der neue Papst Honorius willigte nur ungern in die Kaiserkrönung 1220 in Rom ein. Er tat es aber trotzdem, denn Friedrich war eine starke schützende Hand für die katholische Kirche, man brauchte ihn, da man ja keinen Normannenkönig in Sizilien mehr hatte.

Das Reich wuchs teils durch Eroberungen, teils aber auch weil der Ast der Zähringer ausstarb. Gerade deren Ländereien sicherten Friedrich den Uebergang über die Alpen. Denn die Zähringer waren im Bereich des heutigen Süddeutschlands und vor allem auch der Schweiz zu Hause.




Zähringerdenkmal mit dem Zährigner Berthold in Bern.

Hier siehst Du die zähringer Gebiete (grün) in der Schweiz noch besser.




Friedrich residierte vor allem in Apulien und liess sich von seinen Söhnen in Deutschland vertreten. Er setzte auf eine zentralistische Machtausübung. Diverse Adelsfehden schlichtete er selber und er liess nur noch Privilegien gelten, welche vom Staat vergeben wurden, alle anderen alten Priviliegien wurden gelöscht. Er baute einen grossen Beamtenstaat auf und vertrieb die letzten Sarazzen aus Sizilien. Zur Ausbildung seiner Beamten gründete er eine Universität in Neapel. Wer Karriere machen wollte im Reich, der musste dort studiert haben. Damit schnitt er bewusst das Ausbildungsmonopol der Klöster. Friedrich wusste sehr wohl, dass Wissen Macht bedeutet. 1226 gründete er in Salerno eine weitere Universität,  für Medizin.

Kriegspolitisch setzte er auf eine Sicherung der Reichsgrenzen im Norden und eine Erweiterung des Reichs im Nordosten. Einerseits kämpfte er gegen den dänischen König, welcher den Herzog von Schwerin gefangengenommen hatte, andererseits gegen die eben gerade christianisierten Balten (seit Heinrich dem Löwen hatte Sachsen sehr aggressiv und ungehindert Slawen christianisierren können). Friedrich wollte die Balten auch sogleich unter Reichsschutz setzen, das passte aber dem Papst nicht. So entschloss sich Friedrich den deutsch Ritterorden im Baltikum anzusiedeln. Dem katholischen Polen war es recht, dass die Deutschen im unwirklichen Norden gegen die heidnischen Pruzzen (Preussen) kämpfen sollten und die Balten zu schützen hatten.

Statt einen blutigen Kreuzzug zu machen, verhandelte Friedrich mit dem Sultan von Kairo. Er erreichte einen zehnjährigen Frieden. Ein kleiner Film zeigt, wie Friedrich der muslimischen Welt nahe stand, nicht zur Freude des Papstes, der die Auslöschung der muslimnischen Welt anstrebte.

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