Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Sonntag, 1. Mai 2011

Heinrich III hat es mit den Franzosen: Teil XVIII

Lieber Odin


Konrad II hatte wie kein zweiter Kaiser zuvor den Amtsantritt seines Sohnes Heinrich III bis ins letzte Detail vorbereitet.

Nur deshalb kam es erstmals in der deutschen Reichsgeschichte bei der Thronübernahme zu keinen Streitereien. Heinrich III konnte sich unmittelbar nach der Machtübernahme voll und ganz aufs Regieren konzentrieren. Die Reichsgeschäfte schienen, fast schon langweilig, ruhig vor sich zu gehen, bis seine Frau Gunhild, die Tochter des Dänenkönigs Knut, starb.
 Der Fürst von Kiew schlug sofort vor, seine Tochter mit Heinrich III zu vermählen. Heinrich III lehnte aber dankend ab. Er entschied sich für eine Tochter aus dem Haus von Aquitanien..  Aquitanien liegt am anderen Ende des römischen Reichs, in der Region um Pau und Biarritz. Also ich pernsönlich, lieber Odin, hätte sicher auch das milde Klima Aquitaniens (und den Bordeaux) dem rauhen Klima der Ukraine vorgezogen. Ab und an ist man ja auch als Kaiser verpflichtet seine Schwiegereltern zu besuchen. Man soll nicht werten, deshalb darf dieser Beitrag auch übersprungen werden, vor allem falls man Ukrainer ist. Die Ukraine ist ein riesiges und wunderschönes Land (ich war zwar noch nie dort).
Er verlobte sich in Besançon (etwa 100km westlich von Bern und etwa 100km südlich von Mülhausen) Agnes von Poitu.  Die Heirat  war in Ingelheim (Rheinland-Kaiserpfalz).

Heinrich III in fränkischer Kleidung mit den Reichsinsignien.




Der böhmische Herrscher Bretislaw (jener der seine Frau aus dem Nonnenkloster geklaut hat und dank Konrad II an die Macht kam) zog  gegen Polen. Er fiel in Krakau ein und zerstörte es. Aus Polen nahm er sogar Reliquien des heiligen Adalbert (heilig gesprochener Bischof, welcher für die Ostmission zuständig war) mit und brachte sich nach Prag. Da Polen unter deutscher Lehensherrschaft war, kam dieser Akt einer Kriegserklärung ans hl. römisch-deutsche Reich gleich.

Bretislav I böhmischer König, begraben im  Prager Veitsdom



Heinrich sah sich gezwungen gegen  Bretislaw zu ziehen. Bretislaw gab sich schnell geschlagen und übergab sogar seinen Sohn dem Kaiser als Geisel. Er versprach Tribut zu zahlen und die polnischen Länderein zurückzugeben und Heinrich III auf seinen Feldzügen (vor allem gegen die Ungarn) zu unterstützen.
 Er hielt aber seine Versprechen nicht ein, sondern rüstete wacker auf und verbündete sich mit Peter von Ungarn. Es kam in der Folge zu neuen Kämpfen, in denen Heinrich III geschlagen wurde. Es gab sehr viele Tote auf Seiten des Kaisers. Als Peter von Ungarn gestürzt wurde und Bertislaw alleine auf sich selber gestellt war, gab er auf dann doch seinen Streit mit Heinrich auf. Nun willigte er verlässlich in den Frieden ein, zahlte Tribut und gab die polnischen Ländereien zurück.

Ungarn war eine Grossmacht seit dem heiligen Stephan I. Stephan ist der grosse Nationalheilige Ungarns. Seine Krone diente allen späteren Königen, auch jenen der Doppelmonarichie Osterreich-Ungarn, als Königskrone. Ohne die Krone Stephan I, war Ungarn schlicht nicht zu regieren.

Stephanskrone

Stephan war mit Otto III verwandt. Stepan kam Analog zum polnischen König nur an die Macht, weil er sein Land der katholischen Kirche schenkte. Er hielt es aber vom Papst als Lehen zurück und wurde so als König von der Kirche legitimiert. Jeder König musste im Reich diese Verbindung mit der Kirche eingehen. Denn König werden konnte nur, wer von einem Bischof gekrönt wurde. Stephan I war aber ganz klar dem Papst und somit auch dem deutschen Kaiser unterworfen. Stephan I hatte die Aufgabe die heidnischen Magyaren zu christianisieren. Er tat dies mit gezückten Schwert und lodernden Fackeln, auf ganz brutale Art und Weise. Obwohl Stephan sicher kein milder und bescheidener Herrscher war, wurde er von der katholischen Kirche, wenige Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen! Das mag für uns völlig unsinnig erscheinen, aber die Regeln der damaligen Zeit waren komplett anders? Waren sie es wirklich? Was lehrte Jesus Christus; wie lebten die Könige im Vergleich dazu? Ist Ethik und Moral zeitgebunden, oder haben sie immer und überall denselben Inhalt und dieselbe Gültigkeit?

Krönung Stephan I durch


Sein einziger Sohn verunglückte auf einer Bärenjagd.

Da nun sein Sohn tot war, wären seine Vettern erbberechtigt gewesen. Er liess jenen Vetter, die er erwischte die Augen ausstechen und Blei in die Ohren giessen, denn blind und taub taugten sie nicht mehr als Königsanwärter . Einige konnten vor Stephans grausamer Hand nach Polen und Russland fliehen.
Schliesslich wurde Peter König, ein Sohn von Stephans Schwester Maria. Es war nun klar, dass es extreme Opposition gab gegen diesen Peter von Ungarn, denn er war nicht leiblicher Sohn Stephans. Nach all den Grausamkeiten Stephans und der unsicheren Erbfolge, war es also nicht weiter verwunderlich, dass Stephan 1040 gestürzt wurde. Böhmens Bretislaw konnte von da an nicht mehr auf die Unterstützung des ungarischen Königs egen Heinrich III rechnen, nun war er total auf sich selber gestellt. .

Hier siehst Du ein martialisches Bild des ungarischen Nationalheiligen Stephan I (der Stephansdom in Wien hat nichts mit Stpehan I zu tun, er ist dem hl. Stephanus gewidmet ein Diakon der Jerusalemer Urchristen).


Christianisierung unter Stephan I mit Schwert und Feuer, ohne Clementia und Justizia vermute ich.


Samuel Alba hiess jener, der Peter von Ungarn stürzte. Peter musste nach Westen fliehen. Der Oberkriegsherr der katholischen Kirche Heinrich III zog darauf gegen die Ungarn ins Feld. Auch wenn Stephan einige Intriegen gegen ihn gesponnen hat, so war er doch ein Garant für die Stabilität im Südosten des   hl. römischen Reichs deutscher Nation.
Ungarns Heer war dem Kaiserheer zahlenmässig klar überlegen. Trotzdem siegte Heinrich III. Barfuss und auf Knien kriechend seien die Siegreichen durchs Reich gezogen, um so Gott für zu danken. Der Symbolcharakter war enorm wichtig. Stephan I war einerseits ein eifriger Christ, andererseits wie oben beschrieben schreckte er vor kaum einer Grausamkeit zurück.

Peter kam wieder an die Macht und Alba wurde als Hochverräter hingerichtet.
Der Friede dauerte nicht lange an. Kaum war Peter an der Macht, wurde er erneut von einem Verwandten Stephan I, welcher aus dem Exil zurück kam gestürzt. Dieser Mann hiess Andreas. Es gab blutige Kriege gegen Andreas, auch Heinrich III konnte ihn nicht besiegen. Schliesslich schlichtete der Papst den Händel 1053. Das Reich ging aber aus diesem Schiedsspruch deutlich geschwächt hervor. Böhem und Polen schlossen sich eng mit Ungarn zusammen.

Als die Kaisermutter Gisela starb, trat Heinrich wie nach dem Sieg über die Ungarn, im Büssergewand und barfuss vor die versammelte Trauergemande und warf sich auf den Boden. Es war damals Mode sich als König so zu degradieren wie es Jesus auch getan hat. Es gibt für dieses sonderbar schizophrene Kaiserverhalten sogar einen Fachausdruck (Christomimetie).


Auf diesem Bild siehst Du wie Heinrich III und seine zweite Frau Agnes von Maria gesegnet werden. Heinrich überreicht der Mutter Gottes den unbezahlbaren prunkvollen Codex Aureus. Es zeugt schon fast von Geistesgestörtheit, einerseits weiss man, dass Jesus Christus jeden Prunk von sich wiess, andererseits überschütteten ihn die Päpste und Könige mit Gold und bauen ihm völlig überdimensionierte megaloman anmutende Gottestempel. Statt die Armen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, liess man sie bitteren Frondienst leisten und  und von ihren mageren Einküften horrende Tribute zahlen für irdischen Tand. Passt das zusammen?



Hier siehst Du das letzte Bild das Heinrich in Auftrag hat geben lassen. Er und seine Gemahlin werden von Jesus gesegnet. Durch mich regieren Heinrich und Agnes, sie sollen leben, heisst es auf dem Bild. Die Kaiser sehen sich nicht bloss als von Gott legitimiert, sondern sie sind Gott. Denn durch sie ist Gott. Irgendwie scheint es die Nietzsche Uebermenschen also bereits im Mittelalter gegeben zu haben. Wenn der Mensch über sich hinauswächst kann das auch mal ganz schön gefährlich werden für andere Menschen, nicht?

Dass der aktuelle Papst Benedikt der Queen von England eine Abschrift des Codex aureus schenkte ist kein schlechter Witz, sondern bittere Wahrheit.



Die Kirchenpolitik war von zentraler Bedeutung während der Regentschaft Heinrichs. Er schaute darauf, dass die kirchlichen Würdenträger im Kirchenrecht gut ausgebildet waren und das Recht auch anwendeten. Er machte diverse Schenkungen an die Kriche, im Bewusstsein, dass die damit verbundenen Pflichten zur Stärkung des Reiches beitragen würden. Die Pflichten fasste man unter dem stehenden Begriff "Servitium Regis" zusammen. Sie beinhalteten das tägliche Gebet für das Seelenheil des Königs und seiner Familie, Beherbergung des Königs und Heerespflicht sowie anderen Pflichten. Heinrich führte zusätzlich zum Bischofsstab auch den Bischofsring als Inventur ein. Mit dem Ring wollte er symbolisieren, dass der Bischof mit der Kirche (auch den Pflichten) verheiratet war.
Heinrich fürhte das Amt des Erzkanzlers ein. Der Erzbischof von Mainz wurde mit diesem Amt betreut. Für Italien war es der Erzbischof von Köln und für das Burgund der Erzbischof von Trier. Die Erzkanzler garantierten, dass die kaiserliche Reichsverwaltung reibungslos verlief. Und ohne Unterbrechung weiterfunktionierten nach dem Tod eines Kaisers.

1047 nach langem Beten (7 Jahre) kam endlich der ernwünschte Thronfolger Heinrich IV zur Welt. Das Kaiserpaar hatte bereits zwei Töchter.  Welche in Damenstiften eine herausragende Erziehung und Bildung erhielten. Bereits 1054 wurde das männliche Kaiserkind in Aachen vom Erzbischof zu Köln zum König gekrönt. Bereits 1055 organisierte der Kaiser seinem Sohn  eine Gemahlin, nämlich die Tochter des Markgrafen von Thurin Bertha. Sie wurde 1055 in Zürich mit Heinrich IV verlobt. Mit dieser Heirat wollte HeinrichIII den Markgrafen von Turin an sich binden, vor allem als Gegengewicht zu  Markgrafen von Lothringen, welche dem Kaiser nicht gut gesinnt waren.  1056 starb Heinrich auf der Jagd in der Harzpfalz nur 38 järhrig. Sein Leichnahm wurde im Kaiserdom der Salier in Speyer begraben.




Agnes von Poitu, die Kaiserin, musste nun für ihren Gemahl weiter regieren. Agnes hat auch das Herzogtum Bayern erhalten. Ob die Adeligen im Reich dies einfach so akzeptieren werden, dass eine Burgunderin nun über die Ostfranken herrscht? Agnes war Herzogstochter von Aquitanien und Aquitanien sollte dereinst von gar von England aus regiert werden. Ich greife vor und schmettere Dir den Namen Richard Löwenherz entgegen. Wie weit westlich durfte der Einflussbereich der Germanen überhaupt gehen?

bis bald Odin

Dein simorre

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