Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Dienstag, 3. Mai 2011

Heinrich IV. Der Kaiser tobt gegen den Papst. Teil XX

Hallo Odin


In Rom war die kaiserfreie Zeit eine Zeit in der  gewaltige Reformen ins Auge gefasst wurden. Die Kurie wollte vor allem gegen die Semionie ins Feld ziehen. Semionie bedeutet, dass Kirchenämter, bis rauf zu den höchsten katholischen Aemtern gekauft werden konnten. Es wurde eigens, um dies umzusetzen eine römisch-päpstliche Reformpartei geründet.
Als Heinrich an die Macht kam, bestand diese Reformbewegung bereits. Einige katholische römische Würdenträger strebten danach sich von der kaiserlichen Reichskirche zu distanzieren. Es kam schliesslich dazu, dass der vom Kaiser ernannte Papst von der Reformpartei öffentlich abgelehnt wurde und von der Reformpartei ein Gegenpapst ernannt wurde. Der Zwist zwischen Kaiser und römischer Kurie war somit offensichtlich.
Dem geschwächten Kaiser Heinrich IV blieb nichts anderes übrig, als den von der Reformpartei ernannten Papst (ehemals Bischof von Luca) Alexander II zu akzeptieren. Alexander bezichtigte fünf wichtige Ratgeber Heinrichs der Semionie und exkommunizierte diese. Wäre Papst Alexander II nicht bereits 1073 gestorben, wäre es zu einem offenen Krieg zwischen Papst und dem deutschen König gekommen.
Aicj der neu gewählte Papst Gregor zog die Reformen mit äusserster Härte durch. Vor allem war Papst Gregor der VII der Meinung, dass weltliche Würdenträger (auch der Reichskönig) keine kirchlichen Aemter vergeben durften. Heinrich hielt sich aber nicht daran und ernannte weiterhin Bischöfe (was seit Jahrhunderten fränkischer Brauch war) insbesondere auch den Erzbischof von Mailand.
Heinrich sagte in Worms vor versammelten Bischöfen, dass Papst Gregor nicht rechtmässig zum Papst gewählt worden war (was durchaus stimmte, denn nach dem Tod von Papst Alexander herrschte in Rom ein Drunter und Drüber. Heinrich monierte, dass Gregor nicht rechtmässig gewählt worden sei und man ihn deshalb nicht beim Namen Gregor sondern dessen Taufnahme Hildebrand nennen solle. Gregor holte unmittelbar zum Gegenschlag aus und entband alle Herzöge und Bischöfe vom Treueeid, den diese gegenüber Heinrich IV geschworen hatten und exkommunizierte den König gleich selbst.
Wenn zwei sich streiten,  freuen sich immer Dritte. Sogleich sahen sich die südlichen Reichsherzöge von Schwaben, Bayern und Kärnten gestärkt in der Opposition gegen den ungeliebten König. Den päpstlichen Segen für ihre Umsturzpläne hatten sie jedenfalls. Für König Heinrich wurde es immer enger, vor allem auch weil sich immer mehr Bischöfe von Heinrich abwandten.  Auch das Volk war zunehmend verunsichert.
Es blieb Heinrich nichts anderes übrig, als einen winterlichen Ritt über die burgundischen Alpen nach Italien zu wagen (die restlichen, besser passierbaren Alpenpässe waren von den gegnerischen süddeutschen Herzögen besetzt). Vor Rom entledigte sich der König den reichen Gewändern und ging barfuss und im Büssergewand zum Papst. Schliesslich wurde ihm vergeben und der päpstliche Kirchenbann aufgelöst. Das war 1077.


Heinrich im Büssergewand in Italien

Doch die oppositionellen Herzöge wollten ihre neu errungene Macht nicht abgeben. Sie stellten einen Gegenkönig, Rudolf von Schwaben (Rheinfelden), auf. Es kam zu erbitterten Schlachten zwischen den Anhängern Heinrichs und Rudolfs. Schliesslich kam Rudolf in einer Schlacht um, ihm wurde zovor die rechte Hand abgeschlagen. Sogleich interpretierten das die Anhänger Heinrichs als Gottesbeweis dafür, dass Heinrich der rechtmässige Reichsherrscher sei.
Da Papst Gregor vor der entscheidenden Königsschlacht Heinrich erneut exkommuniziert hatte und Rudolf von Schwaben als rechtmässigen König betrachtete, war Heinrich gezwungen es direkt mit dem Papst aufzunehmen. Doch erst 1080 war die Situation im Reich stabil genug (denn die Sachsen waren immer noch renitente Heinrichgegner), dass sich der König den Ritt gegen Rom mit einem Heer erlauben konnte.
Vier Jahre sollten vergehen, bis Heinrich mit seinem Heer die belagerte Stadt Rom einnehmen konnte. In den vier Jahren haben sich immer mehr Kardinäle von Gregor abgewandt, der sich sehr autokratich verhielt. Schliesslich floh der Papst vor Heinrich in die Engelsburg.
Die Kurie von Rom ernannte darauf Papst Clemens II zum Nachfolger von Gregor. Gregor wurde exkommuniziert und eingesperrt. 1084 wurde dann Heinrich endlich zum Kaiser gekrönt. Aber Gregor schaffte es aus seiner Gefangenschaft eine Gegenbewegung zu organisieren. Die Normannen wurden ja erst dank Gregor zu päpstlichen Lehnsherren im Süden. Diese spannte er nun zu seiner Befreiung ein. Die Normannen zogen mit einem Herr gegen Rom und verwüstenten grosse Teile der Stadt und befreiten Gregor aus der Engelsburg. Heinrich musste fliehen. Das Volk hatte aber genug von der Herrschaft Gregors und vertrieb den Altpapst aus der Stadt. Gregor starb in normannischen Süditalien, genauer in Salerno.
Heinrich war mit dem definitiven Sieg über Papst Gregor auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt.

Die zwei Streithähne Papst Gregor und Kaiser Heinrich

Zurück im Reich entmachtete Heinrich die von Papst Gergor ernannten Bischöfe und stellte das Reich unter kaiserlichen Gottesfrieden. Er ernannte den böhmischen Herzog, welcher in all der turbulenter Zeit zu ihm hielt, zum König. 1088 starb seine Frau Berta von Turin. Wenig später heiratete Heinrich die Tochter des Herzogs von Kiev. Damit rückte er endlich merklich näher ans sächische Ostreich, was er bereits seit Beginn seiner Regentschaft dauernd versucht hatte.
Wichtig ist auch auf die kaiserlichen Schutzbriefe für die Juden zu Worms und Speyer zu verweisen, welche Heinrich ausstellte. Und nicht nur das, er nutzte die jüdische Wirtschaftskraft geschickt aus, denn die jüdische Gemeinde wuchs schnell und vor allem wurde sie auch schnell sehr reich. Den Katholiken waren Zinsgeschäfte nicht erlaubt, den Juden aber wohl. So arbeitete Heinrich in ökonomischen Belangen eng mit Juden zusammen. Diese verhängnisvolle Tradition sollte bis in die Neuzeit (I u. II) Weltkrieg nicht abbrechen.


Hier siehst Du aus einem zeitgenössischen Codex, wie Heinrich den Schutzbrief den Juden überreicht. Mit der päpstlichen Mode der Kreuzzüge, kamen auch die päpstlichen Judenpogrome auf. Heinrich wehrte sich gegen diese Pogrome und versuchte die Juden gegen die römische Kurie zu schützen.

Doch unglaubliche Gewitterwolken sollten sich über Heinrich IV zusammenbrauen. 1090 drehte das Machtverhältnis in Rom zu Ungunsten Heinrichs. Der gregorianische Papst Urban II konnte sich gegen den Kaiserpapst Clemens III durchsetzen. Die Reformisten waren also erneut obenauf. Urban II griff direkt in die Machverhältnisse jenseits der Alpen ein, indem er Welf V mit Mathilde von Tuszien vermählte. Damit nicht genug, wenig später wandte sich seine Gemahlin und sein Sohn Konrad von ihm ab. Konrad liess sich sogar vom gregorianischen Papst zum König von Italien krönen. Der Papst verheiratete schliesslich Konrad mit der Tochter eines ihm getreuen Normannenfürsten und treib das intrigante Spiel  damit auf die Spitze. Doch Heinrich IV blieb stur. Die Welfherzöge von Bayern und ihre Verbündeten liessen Heinrich nicht mehr von Norditalien ins Südreich passieren. Heinrich war lange in der Lombardei gefangen, er soll in dieser Zeit gar an Selbstmord gedacht haben.
Papst Urban organisierte in der Zwischenzeit in Südfrankreich den ersten Kreuzzug.

Mit solchen Bildern warb der Papst für den ersten Kreuzzug. Es zeigt die heilige Stadt Jerusalem mit offenen Toren und eindringende Muslimen. Die traurige Situation wird von Jesus beweint.
Der Kreuzzug sollte 9 Jahre dauern und mit der Rückeroberung Jerusalems aus muslimischen Händen enden. Tausende von Toten, hunderttausende von Verwundeten und zig Vergewaltigungen sollen den "heiligen" Krieg säumen.

Nach zähen Verhandlungen und extremem Ringen konnte schliesslich Heinrich 1098 doch eine Einigung mit seinen Gegner erreichern. Der Staufer Friedrich I wurde Herzog von Schwaben. Die Zähringer  wurden auch in die Reichsmacht eingebunden,  sie erhielten die Vogtei Zürich. Die Welfen blieben erbberechtigte Herzöge von Bayern. Wieder einmal schien der Frieden gesichert, aber eben es schien nur so als ob.

Heinrich V wurde  als zweiter Sohn 1099 erst 12 jährig in Aachen zum deutschen Mitkönig gekrönt. 1011 starb Konrad, der ältere Bruder Heinrich V, man ist fast geneigt zu sagen zum Glück, so konnte wenigstens ein Bruderzwist abgewendet werden.
Heinrich V liess sich zunehmend von Fürsten des Reiches einreden, dass wenn er nicht zu Lebzeiten des Vater den Thron ergreifen würde, er nie wirklich König werden würde. Zudem zweifelte der Sohn auch daran, ob die paptstkritische Haltung seines Vaters zu verantworten sei. Er machte sich wegen dem Kampf des Vaters gegen den heiligen Stuhl Sorgen um sein eigenes Seelenheil.
Heinrich rang lange mit sich selber, bis er 1105 zur Ueberzeugung gelangte, dass er gegen seinen Vater antreten müsse. Er reiste 1105 nach Rom zum damaligen Reformpapst Paschalis (Nachfolger Urbans II) und liess sich die Aboslution geben, dass wenn er den Treueeid gegen seinen Vater breche, er trotzdem keinen seelischen Schaden davon nehmen würde. Paschalis erteilte natürlich mit Freuden möglichst schnell die höchste päpstliche Absolution für sämtliche kommende Untaten Konrads.

Heinrich V ging darauf zurück und forderte seinen Vater zum Krieg heraus. Doch statt zu kriegen liess er seinen Vater gefangen nehmen. Schliesslich wurde Heinrich IV so mürbe, dass er die Macht sienem Sohn übergab. Heinrich V entmachtete mit List seinen Vater, ohne Blut zu vergiessen. Er wurde 1106 zum König gekrönt.
Heinrich IV floh und versuchte einen Aufstand anzuzetteln, er starb dann aber ein halbes Jahr nach der Krönung seines Sohns, alt und verbittert in Lüttich.

Du siehst Odin, Religion und Macht sind kaum auseinanderzuhalten.
Lies mal die Bergpredig und überleg Dir wieviel die "Frommen" von damals wohl aus dieser Bergpredigt verstanden haben. Es ging den Kirchenfürsten alleine um Macht, Jesus war da kaum mehr gefragt. Mehr noch waren die Aussagen Jesu sogar massive spirituelle Hindernidsse für den kommenden Kirchengeldadel.
 Falls einem das Gewissen doch plagte, liess man sich eine klerikale Absolution geben und schon konnte weiter gelogen, betrogen, intrigiert und sogar gemordet werden. So ging das und geht das heute noch??

alles Liebe
bis bald

Dein simorre

simorre

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen