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Montag, 9. Mai 2011

Konrad III Der Einzug der Schwaben. Teil XXIII

Hallo Odin


Genial. Der FCA (Schwaben-Augsburg) ist heute in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Das ist durchaus von kaiserlicher Bedeutung. Das wird einige schöne Fussballreisen geben!!!




Zurück zu Konrad III dem Schwaben

Der  Gegenkönig der Staufer Konrad III war, zur Zeit der Auseinandersetzung zwischen Kaiser Lothar III und seinem Bruder Friedrich um die salischen Güter, auf einem Jerusalemtripp. Eine Pilgerfahrt war damals nicht nur Mode, sondern gehörte zum Werdegang jedes künftigen europäischen Herrschers. Gerade so wie heute eine Ausbildung bei der Royal Air Force und Einsatz in Afghanistan auch zum Must eines künftigen britischen Regenten gehört.
Die Reise ins heilige Land war damals nicht nur gefährlich sondern auch langwierig und äusserst strapaziös. Allein die Reise von Konstantinopel bis Jerusalem dauerte zwei Monate. Es gab überall Wegelagerer und die Malaria grassierte von der Poebene an bis in die ariden Zonen der arabischen Wüsten. Das erste gut erhaltene Pilgerhandbuch beschreibt eine Pilgerreise von Bordeaux bis nach Jerusalem. Unter folgender Seite kann man den lateinischen Originaltext und die englische Uebersetzung einsehen. http://www.christusrex.org/www1/ofm/pilgr/bord/10Bord01Lat.html

Konrad III war weit weg vom Reich und es war alles andere als sicher, ob er auch wieder heil aus Jerusalem zurückkommen würde. Friedrich, der ältere Staufer, kämpfte derweilen gegen Lothar III um die salischen Güter.
1127 kam König Konrad III unversehrt aus Jerusalem zurück. Er liess sich von schwäbischen und fränkischen Geistlichen kurz nachdem er Reichsboden betrat offiziell zum König salben. Italienischer König war er ja schon seit einigen Jahren. Mit diesem Zeichen unterstützte er seinen Bruder im Kampf gegen Lothar III.  Lothar III seinerseits kämpfte wild entschlossen gegen die staufersche Opposition, nachdem er frisch zum Kaiser gesalbt aus Rom zurückkehrte. Er besiegte die Staufer und eroberte von diesen einige Territorien unter anderem auch Speyer. Die Staufer wurden gezwungen dem Kaiser zu huldigen und ihn auf seinem zweiten Italienfeldzug zu begleiten.

Kurz vor seinem Tod hatte Lothar III Heinrich den Stolzen (ein Welfe und Herzog von Sachsen) zu seinem Nachfolger auserwählt.
Bei der Königswahl sollte sich dann aber ganz Unglaubliches abspielen. Konrad liess sich ganz einfach vor der offiziellen Königswahl und Zeremonie für Heinrich selber zum König salben, von einer Minderheit welfenfeindlicher Fürsten umgeben. Man könnte diesem Vorgehen durchaus Staatsstreich sagen. Erstaunlich ist, dass es darauf keine Opposition gab, die Fürsten des Reichs akzeptierten Konrad III als neuen König.


Hier ein Bild aus der Bärenhaut (Stiftbuch des Klosters Zwettel) mit Konrad III i. d. Mitte.


Konrad III ging kaum zum König gesalbt gegen die Welfen und insbesondere gegen Heinrich den Stolzen vor. Er verhängte die Reichsacht über die Welfen Heinrich den Stolzen und Heinrich den Scharzen (seinen eigenen Schwiegervater). Er nahm den beiden ihre Herzogtümer Sachsen und Bayern weg und vergab diese an ihm nahestehende Adelige. Der schwäbische König hat also als erste Aktion den bayrischen und sächsischen Herzog entmachtet. Damit war die lange Andauernde Bayern-Schwaben-Fehde lanciert. Deshalb auch mein Einstieg mit Augsburg. Denn Augsburg war eigentlich schwäbische Stadt, wurde aber im Verlauf contre coeur zu Bayern geschlagen. Ganz genau 1803 wurde beim Reichdeputationshauptschluss (letzter Reichstag) der Bezirk Schwaben zum Bundesland Bayern geschlagen. Schwabenland existiert seither nur noch in der Fantasie (??? Neuschwabenland???)
 Durch den Kaiser wurde dieser Beschluss ratifiziert und hat auch heute noch Gültigkeit. Somit ist also seit 1803 die schwäbische Landeshauptstadt Augsburg bayrisch und das passt natürlich lange nicht allen Augsburgern. Das erste Fussballspiel Augsburg-Bayern München wird also ein ganz spezielles, ja historisch bedeutungsvolles Spiel werden. Man könnte auch sagen die Welfen (Bayern) werden in der nächsten Fussballsaison regelmässig auf dem Bolzplatz auf die Staufer (Schwaben) treffen.

1141 gab dann Konrad doch das Herzogtum Sachsen wieder an die Welfen, nämlich an den noch minderjährigen Heinrich den Löwen.
Auf Konrad wartete bereits ein zweites Abenteuer. Er wurde von den Geistlichen des Reiches aufgerufen am zweiten Kreuzzug teilzunehmen. Dieser wurde 1147 organisiert. Zusammen mit dem französischen König Ludwig VII wollten die Kreuzfahrer Jerusalem für die katholische Kirche zurückerobern. Der Kreuzzug scheiterte aber an den überaus starken Seldschucken (türkisches Fürstengeschlecht, welches zu dieser Zeit Iran und auch Teile Mesopotaniens (Irak) und des heiligen Landes erobert hatten). Die Belagerung der syrischen Hautpstadt Damaskus scheiterte ebenfalls. Die Kreuzfahrer mussten geschlagen nach Hause kehren. Konrad III blieb im Orient und erholte sich beim byzantinischen Kaiser Manuel I von seinen Verletzungen.


Manuel I der Ostkaiser
Konrad kehrte genesen zurück nach Deutschland und musste sogleich wieder den Kampf gegen die Welfen aufnehmen. 1152 starb Konrad III. Er wurde nicht in dem stauferischen Familienkloster Lorch, sondern im Bamberger Dom beerdigt, der Grabstätte des heilig gesprochenen Kaisers Heinrich II und seiner ebenfalls heilig gesprochenen Gattin Kunigunde.

Weshalb in Bamberg??? Weil Konrad III auf dem Weg nach Rom war und in Bamberg verstarb. Gegen seinen Willen wurde er dort begraben und nicht in der stauferschen Familiengruft.

Schöner Einblick in den Dom und vor allem Replik der Geschichte Heinrich II, welcher Bamberg zusammen mit seiner Frau Kunigunde gestiftet hat.



hier noch ein zweites video

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