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Sonntag, 8. Mai 2011

Lothar III und das Kirchenschisma Teil XXII

Hallo Odin.


Heinrich V machte Lothar III zum Sachsenherzog, weil er in ihm einen schwachen Sachsenherzog aus unbekannter Adeslfamilie sah. Heinrich meinte, dass ihm mit diesem Herzog die Sachsen nicht gefährliche werden können.
Lothar war ein aber ein kluger, weit vorausschauender Staatsmann und auch starker Heereführer. Er vergrösserte seinen Familienbesitz und machte sich schnell viele einflussreiche Freunde im ganzen Reich. Taktisch wichtig war auch die enge Beziehung zu Heinrich dem Schwarzen von Bayern. Denn nur dank dieser Bande sollte Lothar III die deutsche Königskrone erben.

Nach dem Tod Heinrichs kamen die Fürsten des Landes zu einem Reichstag zusammen. Zu oberst auf der Traktandenliste stand die Wahl des neuen Königs. Gemäss Testament Heinrich V hätte die Krone an Ferdinand II einem süddeutschen Staufer gehen müssen. Sowohl bedeutende Exponenten des Klerus, aber auch unter der Herzöge stellten sich gegen den Willen Heinrichs.  
Zur grossen Verwunderung der Beobachter wurde ausgerechnet der Sachsenherzog Lothar III zum neuen König gewählt, das hätte niemand erwartet.
Die Enttäuschung unter den Verlierern war gross. Nach dem ersten Schock war man wild entschlossen den Willen Heinrichs umzusetzen und Lothar den Thron streitig zu machen.
Zunächst forderten die um ihr Erbe geprellten Staufer  die salischen (Heinrichs Hausmacht) Güter ein, die ihnen von Heinrich versprochen wurden. Lothar III weigerte sich aber diese abzutreten und  schlug sie ohne wenn und aber äusserst provokativ zu seinen Reichsgütern.

Es rumorte nun ganz toll in Südwestdeutschland. Schwaben und Franken stellten Konrad III als Gegenkönig auf. Gut möglich, dass sich die zankenden Herzöge von den Spielchen der römischen Kurie haben anstecken lassen.

Konrad III war ein Staufer, er liess sich in Italien zum italienischen König krönen. Die deutsche Opposition hatte also ihr Reich in Italien und operierte von da aus gegen die Sachsen und Bayern, welche zu Lothar III hielten.

In Krieg um Böhmen wurde Lothar vom  OttoII dem mährischen König um Unterstützung gebeten. Der Krieg ging verloren Otto II von Mähren wurde getöte und Lothar kam in böhmische Gefangenschaft. Lothar musste darauf Böhmen als Lehen an den Slawen Sobelsav I abtreten. Das war eine entscheidende Niederlage und Schwächung Lothars und dies ohne, dass die Staufer etwas hätten dazutun müssen.

Sobeslav I zog dann 1135 gegen Polen in den Krieg um den ungarischen Thron. Er musste dies tun, weil er mit der ungarischen Adeligen Adleyta verheiratet war. Böhmen wurde in diesem Krieg total verwüstet. Polen war klar eine Schuhnummer zu gross für Sobeslav I.

Die Grossen der Geschichte benahmen sich oft noch viel waghalsiger als die Klippenspringer von Himrezdice (Mittelböhmen)

Zur selben Zeit kam es in Rom zum ersten wirklichen Kirchenschisma. (Teilung der Kirchenmacht). Eine Minderheit der Kardinäle wählten Innozenz II zum neuen Papst. Erneut kam es zu turbulenten Ausschreitungen, so wie im italienischen Parlament heute noch üblich. Die Opposition der Kardinäle ernannte Anaklet II zum Gegenpapst.


Etwa so hat sich der Tumult unter dern Kardinälen abgespielt. Im Bild siehst Du die italienischen Senatoren (politischen Vorbilder Italiens?). Macht geht oft nicht mit Intelligenz zusammen, wie Du siehst werter Odin.

Anaklet II konnte sich in Rom halten und Innozent wurde aus Rom vertrieben. Der Normannenkönig Roger II von Sizilien unterstützte Anaklet II in Italien.
Ich fasse zusammen. In Oberitalien hatten die Staufer einen deutschen Gegenkönig. In Süditalien (mit Einfluss bis nach Rom) herrschten die Normannen und der deutsche König Lothar III wurde im Osten aufgerieben. Das Weströmische Reich war in einer sehr instabilen Phase. Und zur selben Zeit spaltete sich auch noch die Kirche.

Innozent floh nach Frankreich und suchte den Schutz beim deutschen König Lothar III. In Utrecht macht der Papst für den König  den Strator. D.h. er ging öffentlich zu Fuss und führte das Pferd des Königs. Solche Symbole waren im Mittelalter sehr wichtig, sie sind es aber auch heute noch. Jeder Politfotograf kann Dir ein Lied davon singen, wie mühsam es ist eine Gruppe von hohen Politikern zu fotografieren. Jeder will in der Mitte stehen, die einen nicht neben den andern und ganz wesentlich ist auch wer höher steht, wessen Hand auf welcher Schulter ruht etc etc etc. Ein Affentheater, dass bereits im Mittelalter mit Akribie betrieben wurde.






Trotz anfänglichen Meinungsverschiedenheiten verbündeten sich schlussendlich Paps Innozenz II und Lothar. Zusammen mit den Bayern gegen Italien. Innozenz wollte den Stuhl Petri zurückerobern und der deutsche Kaiser sollte nach erfolgreicher Mission zum Kaiser des heiligen römischen Reichs gesalbt werden. Die Gegner der nördlichen Truppe waren Papst Anaklet II in Rom und sein Verbündeter Roger II der Normannenkönig mit Sitz in Sizilien.

Der erste Italienfeldzug endete aber in einem Fiasko für den deutschen König. Anaklet konnte den Petersdom verteidigen. Lothar III wurde aber dennoch zum Kaiser gekrönt, zwar nicht im Petersdom wie sonst üblich, aber dafür in der Lateransbasilika der Kathedrale des Papstes deren Ursprung auf Konstantin I zurückgeht.


Der frisch gekrönte und gesalbte Kaiser zog ab aus Rom. Kaum war er weg, vertreiben Anaklet und Roger II Innozenz aus Rom. Der Kaiser erhielt die Hiobsbotschaft und musste nun als Schutzherr Innozenz sich für den zweiten Italienfeldzug rüsten.

Diesmal ging Lothar bei den Vorbereitungen wesentlich gründlicher vor als beim ersten Italienfeldzug. Er versuchte die Staufer auf seine Seite zu kriegen. Die Verhandlungen scheiterten, so dass Lothar gemeinsam mit Heinrich dem Schwarzen aus Bayern, dem Gatten der einzigen Tochter Lothars, die Staufer kriegerisch besiegen musste. Die Staufer verloren den Streit und akzeptierten Lothar als alleinigen Herrscher über das deutsche Reich.
Die Reichsacht gegen die Staufer wurde aufgehoben. Der Gegenkönig der Staufer gab es bereits seit 1132 nicht mehr. Gemeinsam zogen sie dann nach Italien. In Italien konnte das deutlich grössere deutsche Heer Roger II besiegen. Es konnte Frieden mit dem Normannenkönig Roger II von Sizilien geschlossen werden.
Zwischen Innozenz II und Lothar entbrannte aber ein Streit um den Einfluss in Apulien. Der Kaiser zog ab, ohne dass Innozenz den Stuhl Petri hätte besteigen können. Erst nach dem Tod des amtierenden römischen Bischofs und Papstes Anaklet kam Innozenz aus dem Exil zurück.

Auf der Rückreise aus Italien übergab Lothar seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen (Welfe) das Herzogtum Sachsen, sowie die norditalienische Mark Tuszien. Zudem vermachte er Heinrich auch die Reichsinsignien. Die Staufer, welche auf dem Italienfeldzug mit dabei waren, mussten diesem Schauspiel zähneknirschend zusehen. Lothar starb kurz darauf 1137. Er wurde im Kaiserdom zu Königslutter  (den er bauen liess) beerdigt. Der Dom ist wunderschön und einmal mehr ein warmes Monument südländischer-lombardischer Architektur im hohen Norden. Die Kirche hat, so meine ich, einen erheblichen romanischen Touch.

Hier ein schönes Video  vom Dom, das ich auf youtube gefunden habe.





Südliche Wärme nördlich des Harz. Harfenspiel im Dom zu Königslutter.


Ich schreibe hier noch einwenig weiter, weil die Entwicklung im heiligen Land zunehmend auch von Bedeutung für die Kaiserpolitik des heiligen römischen Reiches deutscher Nation war.





Papst Innozenz II, der nach dem Tod seines Gegners wieder als alleiniger Papst amtierte, versuchte sich der  Ostkirche anzunähern. Denn gemeinsam war man stärker gegen den sich immer stärker ausbreitenden Islam und vor allem auch gegen die unberechenbaren Könige und Kaiser.
 Das obige Bild ist natürlich viel neuren Datums, aber es zeigt die West- und  Ostkirche beim brüderlichen Händedruck. Handeschlag zwischen Atehenagoras I und Paul VI 1964 in Jerusalem. Einen solchen Handschlag gab es zur Zeit Innozenz II  auch, leider habe ich aber kein passendes Foto dazu gefunden, deshalb der obige Einschub.
 Als Beweis des Zusammenrückens der Ost- und Westchristen hast Du einen Brief des Ostkaisers an Innozenz II mit der Bitte um enge Zusammenarbeit. Original dieser Schrift ist in der Vatikansbiliothek.




Die Pilgerfahrten (Kreuzzüge) nach Jerusalem sollten Mode werden. Aber es ging nicht nur ums Pilger, sondern zusammen wollte man den Einfall der Seldschuken (Türken) in die heilige Stadt Jerusalem verhindern. 1118 zerfällt das Seldschuken (türkische) Reich. Nun werden die Keruzfahrer von assassinischen Wegelagerern und den Ayyubiden (kurdisch-muslimische Dynastie), welche in Jerusalem herrscht, bedroht. Aus der ayyubidischen Dynastie entstammte auch der bekannte Sultan Saldanin.
Hier ein Bild ayyubidischer Architektur (Kairo). Ja Odin, das ist der Saladin aus Effraim Lessings Nathan der Weise.

Jerusalem und seine Bougenvilles ;-))


D

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