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Sonntag, 29. Mai 2011

Löwenherzs-welfische Rache an den Staufern? Teil XXVII

Hallo Odin

Eben hast Du erfahren, dass der Staufer König und Sohn Barbarossas, Philipp von Schwaben von einem bayrischen (welfischen) Pfalzgrafen erdolcht wurde. Somit war der Platz also frei für die Machtergreifung durch den Welfen Otto von Braunschweig.

 Wer war dieser Otto überhaupt? Ich versuche Dir seine Herkunft zu erklären, dabei werde ich bereits Erzähltes nochmals erwähnen, damit du die europäischen Machtzusammenhänge besser verstehst.
Du erinnerst Dich, dass Barbarossa zunächst einige Feldzüge zusammen mit Heinrich dem Löwen (Welfe) unternahm. Heinrich war der stärkste Herzog im Reich Barbarossas. Heinrich war Herzog von Sachsen und Bayern. Barbarossa war auf seine Unterstützung angewiesen. Im Gegenzug erhielt Heinrich von Barbarossa zusätzlich Ländereien, die Legitimation im Osten gegen die Slawen zu kämpfen und errungenes Land zu seinem Herzogtum zu schlagen und sicher auch einen Teil der Beute der gemeinsamen kaiserlichen Feldzüge. Als aber Heinrich der Löwe die kaiserliche Gefolgschaft für den 5. Italienfeldzug verweigerte und Barbarossa auf diesem Feldzug eine empfindliche Niederlage mit Schwächung seiner Machtansprüche in Italien erlitt, war Barbarossas Wut auf Heinrich gross.
Mit juristischen und militärischen Mitteln wurde am Stuhl des Löwen gerüttelt bis Barbarossa ihm schliesslich die Brandschatzung von Reichsstädten in die Schuhe schieben konnte und so über Heinrich die Reichsacht verhängen konnte. Das Welfenreich wurde aufgeteilt, Heinrich der Löwe floh nach England (Normandie, welches auch zum englischen Reich gehörte). Denn in England sass ja Heinrichs Schwiegervater Heinrich II auf dem Thron. Otto von Braunschweig, war der Sohn Heinrich des Löwen und er wuchs aus Sicherheitsgründen  am englischen Hof auf.
Otto war von Richard Löwenherz als Herzog für York vorgesehen, doch die ansässigen Adeligen wehrten sich dagegen. Nach der Freilassung Richards aus deutscher Gefangenschaft machte Richard Otto zum Grafen von Poitou (Aquitanien-Westfrankreich). Otto nahm an mehreren Feldzügen mit Richard gegen die Franzosen teil.

Otto wurde nach dem Tod des Staufers Heinrich VI sofort zum Gegenkönig von Philipp dem Schwaben aufgestellt. England und die Welfen wollten wieder an die Macht kommen im deutschen Reich. Der Papst unterstützte sie dabei, weil er sich davor fürchtete, dass der Kirchenstaat vom deutschen Reich umzingelt werden könnte. Denn Barbarossa hatte es ja geschafft, dass er als Staufer gleichzeitig Kaiser über das deutsche Reich und König von Sizilien wurde. Sizilien, so sagte der Papst aber unmittlebar nach dem Tod Heinrichs, müsse vom deutschen Reich abgespaltet werden. Wie du weisst, haben die Päpste immer wieder mit den Königen von Sizilien (Normannen) gemeinsame Sache gegen die deutschen Kaiser gemacht. Für den Papst war das südliche Reich ein wichtiges Bollwerk, um sich gegen eine zu grosse deutsche Einmischung in Italien wehren zu können. Oft hat er auch die zwei Reiche gegeneinander aufgespielt.

 Otto der Welfe willigte in diese Forderung ein. Konstanze von Sizilien, die Gemahlin Heinrich des Staufers, hatte schlechte Karten, denn ihr Sohn Friedrich II war erst zwei Jahre alt. Und da die Kaiserin bei der Geburt des Sohnes bereits 40 Jahre alt war, hatten die deutschen Adeligen sowieso Vorbehalte, ob Friedrich überhaupt wirklich leiblicher Sohn Heinrich VI sei, oder bloss ein untergeschobener Bastard.
Friedrich II wurde König von Sizilien und Philipp von Schwaben der jüngste Sohn Barbarossas deutscher König. Seine Geschichte habe ich Dir im Vorpost bereits geschildert. Sie gipfelte im Meuchelmord an ihm.
Und als nun Philipp der Sohn Barbarossas gemeuchelt war, kam Otto von Braunschweig (der englische Welfe) eben an seinen Platz.

Ein Meuchelmord brachte die Welfen an die Macht im deutschen Reich. Nota Bene ein Ast der Welfen stellte auch die Herzöge von Hannover. Und diese wiederum stellten von 1714 (Georg I) bis 1901 (Queen Victoria) auch den englischen König!!! Was sich in dieser Zeit (Geldadel-London City) in dieser Zeit tat, werde ich Dir später erzählen.


Ich habe mich hier bewusst wiederholt, weil die Geschichte eben doch ziemlich komplex ist.

Nun erzähle ich Dir das Leben Ottos.

Umgehend verhängte Otto (scheinheilig) die Acht über den Königsmörder und verlobte sich zum Zeichen der Aussöhnung mit einer Tochter Philipps von Schwaben. Friede-Freude-Eierkuchen, geht das so einfach? Nein, weit gefehlt. Otto verlobte sich mit Beatrix nicht aus Respekt gegenüber den Staufern, sondern um so an ihren Besitz zu kommen. Denn mit Beatrix der Stauferin als Gemahlin, hatte er Anspruch auf die stauferischen Ländereien. 1209 wurde er von Papst Innozent II zum Kaiser gewählt. Otto musste erenut schwören nicht Sizilien mit dem Reich zu verbinden, Otto schwörte es, zwar, zog aber wenige Monate sptäter trotzdem nach Italien, um gegen Friedrich II den Stauferkönig von Sizilien zu kämpfen. Meucheln-Einheiraten in reiche Familien-Schwurbrechen sind das welfische-angelsächsische Tugenden?

 Sogleich verhängte der erzürnte Papst den Kirchenbann über den Eidbrecher Otto, mit dem Worten. " Das Schwert das wir schmiedeten, schlägt uns schwere Wunden." Lieber, Odin, in Machiavellis de principe ist dieser Fehler ganz klar beschrieben. MACHE NIE EINEN GEGNER STARK. Weshalb ich Machiavelli zitierte? Weil Machiavellis Fürst die amoralischen und unethischen Prinzipien eines politisch erfolgreichen (modernen) Menschen umschreibt. Für die Karriere geht man über Leichen. Bis zur Zeit der Staufer jedenfalls war ein solches unritterliches Gebaren für einen König absolut undenkbar.

Als Reaktion auf Ottos Sizilienabenteuer, ernannte der Papst zusammen mit dem französischen König Philipp II Friedrich II zum Gegenkaiser. Otto brach darauf seine Sizilienfahrt ab und kehrte nach Deutschland zurück. Zurück in Deutschland konnte er 1212 zwar auf dem Hoftag zu Worms zwar noch seine Autorität wiederherstellen. Aber wenige Woche später starb seine Frau Beatrix und damit gingen auch die stauferischen Besitze Ottos verloren. Zudem wandeten sich immer mehr Kleriker und Adelige von Otto ab, da dieser immer neue Steuern einführte.

Auch ausserhalb des Reichs nahm die Spannung in Europa immer mehr zu. Zankapfel waren vor allem die englischen Terrotorien auf dem europäischen Kontinent. Otto verbündete sich mit den Engländern und Niederländern im Kampf gegen Frankreich. Die Kaptinger (nachfolgendes westfränkisches Adelsgeschlecht auf die Merowingern und Karolingern) verbündeten sich mit Friedrich II und dem Papst. In der Entscheidunsgschlacht bei Bouvines 1214, kam es zur Niederlage Ottos und seiner Verbündeten. Damit war der Weg für Friedrich II frei.

Links die französischen Lilien (Philippe-Auguste) gegen den deutschen Adler (Otto)
Karte Frankreichs zur Zeit der Schlacht von Bouvines. Blau Frankreich, Rot englisch-deutsche Territorien.

Otto von Braunschweig versuchte die welfische Macht in Deutschland zu halten. Im Norden fielen aber die Dänen ins Reich der Welfen ein und immer mehr Städte darunter Bremen und Köln distanzierten sich von Otto. 1218 starb Otto an einer Ruhrerkrankung.

Ein Video, welches die Schalcht von Bouvines darstellt.

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