Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Montag, 13. Juni 2011

Almanyia; Joschka und Herr Fischer

Hallo Odin


Habe heute zwei gute Filme gesehen, kann es nicht unterlassen sich kurz vorzustellen.

Der erste Film handelt von einer türkischen Gastfamilie in Deutschland. Ich habe selten im neueren Kino eine so witzige Abfolge von wirklich guten Attacken auf die Lachmuskeln erlebt. In Wort und Bild kam soviel kluger Schalk rüber, dass dieser Film ein wahrer Seelenreiniger ist. Der Film war bunt, munter, südländisch  lebensfroh, hat aber durchaus auch eine gute Portion Selbstironie und Sozialkritik drin.
Herausragend kommt zum Tragen, wie unterschiedlich die verschiedenen Charaktere den Balanceakt zwischen Deutschland und Anatolien schaffen. Ich hoffe Odin, dass wir in unserer kleinen Multikulti Familie (Berber-Schweizer) ähnlich lustvoll in gegenseitigem Respekt zusammen leben könne. Ich bin gerade nach diesem Film sehr gespannt auf unsere gemeinsame Zukunft.

Hier der Trailer




Der zweite Film, war ein Film über Joschka Fischers Leben. Kein Leben läuft geradlinige, kein Leben ist ohne Widersprüche. Von der politischen Aufarbeitung des Krieges, über den Kampf gegen das bürgerliche Estabilshement, den Vietnamkrieg, zum Fall der Mauer und bis zum Irakkrieg begleiten wir den Chaoten, Politiker, Sohn und Vater Joschka Fischer.
Joshkas Anfang war ein anarchistisches Anrennen gegen das enge katholische Elternhaus. Er zog vom Land in die Stadt und schloss sich der linken Spontibewegung an. Mit dem Fall der Mauer fielen auch der kalte Krieg und Joschka selber in eine tiefere Sinnkriese. Er zieht sich von der Politik zurück und denkt nach, als Taxifahrer im ausgerechnet kapitalistischen Frankfurt. Dabei wird er mit den realen Problemen aller Schichten konfrontiert. Der Chaot kriegt reale bürgerliche Luft zu schnuppern. Joschka macht bei der grünen Partei mit, nicht weil er vom Inhalt überzeugt ist, sondern weil der innere Machtmensch ihn dazu bewegt. Er wird gewählt in den Bundestag. "Mit Verlaub sie sind ein Arschloch Hr. Präsident" keifte Joschka wie zu alten Zeiten weiss beturnschuht gegen die Regierungselite. Joschka wird in die Exekutive Hessens gewählt. Es folgt die zweite Sinnkrise. Mit flotten Sprüchen ist es nicht getan nun muss der Mann Verantwortung übernehmen. Die Leichtigkeit des Seins wird zum zentnerschweren Balast.  Joschka fühlt sich in seinem Amt gefangen, frisst den Frust in sich hinein und quillt auf. Dann der Befreiungssprung in die Bundesregierung. Joshka fängt sich (Midlifekrise scheint überstanden). Er der ehemalige Spontikumpel jettet, schlank und smart gekleidet im Privatflugzeug zu den Grossen und Mächtigen der Welt.  Joschka bleibt beim Erzählen dieser Epoche seines Lebens sehr an der Oberfläche. Man würde gerne mehr wissen, hätte mehr Details erwartet, einen tieferen Blick hinter die Masken eines Bush, Blair oder Papstes. Joscka bleibt stur knapp. Die üblichen Medienbilder flimmern an uns vorbei. Kein Skandal, keine Entdeckung, Händeschutteln am Laufband mit den Mächtigsten der Welt. Wo ist der junge Joschka bloss geblieben, scheint man sich zu fragen und wo hat er ihn beerdigt ?
Am Ende sagt Joschka er sei müde, er habe genug von Politik Punkt. Schnitt. Der Film ist aus.

Ich hätte von Joscka mehr erwartet. Er der Hoffnungsträger von mehr als nur einer Generation , hat am Schluss nicht mehr zu sagen, als dass er politmüde sei? Und dass er der Partei zwar viel zu verdanken habe, aber sie ihn ausgelaugt hätte. War die Partei bloss Mittel zum Zweck, um an die Macht zu kommen, dieses ungute Gefühl blieb an mir kleben, nach Joschkas Schlussworten.

Etwas, das wir alle bereits wussten,  hat Joschka doch bestätigt. Er  habe von allem Anfang an Vorbehalte gehabt, dass 9-11 eine Legitimation für den Irakkrieg sei. Aber gegen die Amerikaner anzureden sei wie gegen eine ganz harte Mauer anzurennen. Die Amis hätten wohl eine andere Wahrnehmung, meinte Joschka.

Fazit: Mir hat der Film gezeigt wie wenig Spitzenpolitiker bewirken können. Keine grossen Würfe, nichts. Die Hände scheinen gebunden, das Diktat der Geldgeber ist zu übermächtig. Laugt das aus? 

Schön war auch die Szene bei der Wahlfeier, als der künftige Aussenminister Joseph (sie nannten ihn da Joseph!!!!!!!!!) Fischer neben Gerhard (ein absoluter Machtmensch) Schröder stand. Schröder strahlte in die Kameras, Joschka schaute mit starrem Blick auf den Boden. Schröder merkte es und feixte seinen Koallitionspartner Fischer von der Seite an LACHE-LACHE. Joschka lachte aber trotzdem nicht.

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