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Donnerstag, 23. Juni 2011

"Bruderzwist in Habsburg" Teil XXXXXII

Hallo Odin






                            Ein spezielles Portrait des die schönen Künste liebenden Kaisers Rudolf II




Nach dem Tod von Maximilian II waren viele Probleme nicht gelöst im Reich. Rudolf II übernahm kein ruhiges Erbe. Rudolf II war Sohn von Maximilian II und Maria von Spanien (Tochter Karl V und somit Cousine von Maximilian). Rudolf II wuchs zunächst  am Hof seines Vaters in Wien auf.
Insbesondere Philipp II war aber bestrebt Rudolf II aus dem protestantischen Milieu an den katholischen Hof in Spanien zu holen. Rudolf II lebte dann auch etliche Jahre in Madrid. Rudolf II wurde früh mit der Infantin von Spanien Isabella verlobt. Rudolf II war breit gebildet. Er sprach fliessend Deutsch, Tschechisch, Latein, Spanisch und Französisch.
Rudolf lebte in einer Parallellwelt zur realen Welt. Er war umgeben von Prunk, höfischem Getue, ritterlichen Ritualen und den schönen Künsten. Im Reich herrschte aber gleich an  mehreren Fronten Krieg. Einerseits gegen die Türken, andererseits stritten sich die verschiedenen religiösen Gruppierungen im Reich untereinander. Die Gegenreformation (Jesuiten-Bildung) waren in vollem Gang. Die Standeskriege (Bauern gegen die Feudalherren) flackerten ebenfalls wieder auf.
Rudolf versuchte zu schlichten und zu kämpfen, scheiterte aber so ziemlich überall. In der Folge zog er sich immer mehr zurück und wurde psychisch und physisch krank und kränker. Eigentlich hätte er dringend abdanken müssen, aber Rudolf war ein eitler und verbissener Herrscher und konnte unter keinen Umständen von seinem Amt lassen.
Rudolf II mischte sich kaum in die innenpolitischen religiösen Händel ein. Er akzeptierte zwar den Protestantismus, sagte aber dem Katholizismus nicht ab. Anfänglich förderte er die aufkommenden Jesuiten im Reich, stellte sich aber auch gegen sie, als sie die Universität von Prag übernehmen wollten.
Die Protestanten wichen während der Gegenreformation immer mehr nach England, Frankreich und in die Niederlande aus. Die Katholiken orientierten sich an Spanien (Inquisition war da immer noch in vollem Gang).

Von 1592-1606 wüteten in Ungarn die Türkenkriege. Keine Seite machte wesentliche Gebietsgewinne. Aber so wirkungslos der Krieg auch war, kostete er abertausende von Soldatenleben und vor allem extrem viel Geld. Rudolf II, herrsich (psychotisch) wie er war, dachte nicht ans aufgeben. Nun betrat Erzherzog Matthias (Bruder Rudolfs) die Bühne der Geschichte. Er handelte einen Friedensvertrag zwischen dem römisch-deutschen und dem osmanischen Reich aus, ohne Einwilligung seines Bruders und Kaisers.
Da Rudolf immer noch nicht verheiratet war (die Verlobung mit der Infantin von Spanien liess Rudolf nach 18 Jahren platzen), waren Matthias und seine katholischen Verbündeten immer überzeugter, dass Rudolf gestürzt werden müsse.
Schliesslich kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Matthias und Rudolf. Rudolf musste Matthias all seine Ländereien abgeben. 1611 wurde Matthias zum König von Böhmen gekrönt. Rudolf war zwar noch Kaiser, aber er besass kein Land mehr. 1612 starb der bereits entmachtete Kaiser Rudolf II in Prag und Matthias übernahm das Kaiseramt.

Hier noch ein kleines Supplement. Rudolf II war den Wissenschaften sehr zugeneigt. So kaufte er einen geheimnisvollen Codex, welcher heute in der Yale Universität in den USA aufbewahrt wird. Als Autor des Codex nannte er Roger Bacon.

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