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Mittwoch, 1. Juni 2011

Ludwig der Einsame Teil XXXVIII

Hallo Odin


König Ludwig IV, genannt der Bayer, konnte nun endlich alleine herrschen, der habsburgische Gegenkönig war hinter Schloss und Riegel.

Der Papst hingegen anerkannte Ludwig immer noch nicht als König geschweige den als Kaiser. Er ernannte als päpstlichen Generalvikar für Italien (Regenten Italiens im Auftrag des Papstes) den König von Neapel (Robert von Anjou), welcher ein Franzose war. Der Papst betrachtete ganz Italien als sein alleiniges Territorium.
Das war ein massiver Einschnitt in die Reichsmacht, denn bis anhin hatte der Kaiser sämtliche Vikare und auch den Reichsgeneralvikar Italiens ernannt. Es kam zu juristischen Streitereien sowie propagandistischen Gehässigkeiten zwischen dem Papst und dem deutschen König. Der Papst nannte den König bloss noch abschätzig "Ille Bavarus" und verhängte einen Kirchenbann über Ludwig.

Taktisch klug versöhnte sich Ludwig mit den Habsburgern und machte Friedrich sogar zum Mitkönig. Er liess dem Papst gar mitteilen, dass er die Königskrone ablege, falls Friedrich als König vom Papst anerkannt würde. Dem Papst ( besser den Franzosen) lag zuviel an der Macht über Italien, sie lehnten ab.

Schliesslich zog Ludwig 1327 gegen Rom. In Mailand liess er sich mit der eiserenen Krone der Langobarden zum italienischen König krönen.  Der Legende nach sei innen an der Krone ein eisener Reif, welcher aus einem Nagel des Kreuzes Christi gemacht wurde.


Eiserne Krone der Langobarden, enspricht der Krone des italienischen Königs



Am 17.1.1328 wurde Ludwig in Rom zum Kaiser gekrönt. Anwesend waren keine päpstlichen Vertreter. Nach der Krönung wurde auf dem Kapitol gefeiert und nicht im Lateran (Sitz des Papstes in Rom) wie sonst üblich. Das römische Volk und das neu gewählte Parlament akzeptierten Ludwig als Schutzherrn.
Ludwig setzten noch einen drauf und setzte den Papst ab und ernannte Nikolaus V (einen italienischen Bischof) zum Gegenpapst in Rom.


Der Papst als die Kirche bedrohendes Monster (kaiserfreundliche Propaganda)

Nach dem Tod Johannes XXII versuchte sich Ludwig mit dem neuen Papst Benedikt XII zu versöhnen. Der französische König wollte aber partout nicht in einen Frieden zwischen der Kirche und dem deutschen Kaiser einwilligen. Darauf schloss Ludwig  ein Bündiss mit Eduard III von England, welcher Enkel des franz. Königs Philipp IV war. Eduard beanspruchte den französischen Thron für sich und erklärte Frankreich deshalb 1337 den Krieg.
Ein grosser Erfolg für Ludwig war es, als am Reichstag 1338 gesetzlich festgelegt wurde, dass bereits mit der deutschen Königsernennung der rechtmässige Anspruch auf die Kaiserwürde bestehe, auch ohne päpstliches Einverständnis.

Ludwig baute die Macht für seine Familie weiter aus. So kam Brandenburg auch in Familienbestiz und eine Tochter Ludwigs wurde mit dem dänischen König verheiratet. Nach dem Tod seiner Frau Beatrix 1322 heiratete Ludwig eine Tochter des holländischen Königs Wilhelm III.

Die Erweiterung des Familienbesitzes liess viele deutsche Fürsten neidisch werden. Als Ludwig schliesslich das Bündnis mit England brach, um sich mit Frankreich und dem Papst zu versöhnen, sägte er sich sein eigenes aussenpolitisches Fundament weg.
Ludwig wurde von Frankreich und dem Papst abgewiesen, mehr noch sie ernannten einen deutschen Gegenkönig den Luxenburger Karl IV.
Es kam zu Kämpfen zwischen Karl und Ludwig, die Ludwig aber vor seinem Tod nicht mehr für sich entscheiden konnte. 1347 starb Ludwig auf der Bärenjagd an einem Schlaganfall. Die Söhne Ludwigs konnten sich gegen Karl nicht durchsetzen, somit wurde mit Karl IV ein weiterer Luxenburger deutscher König. Wenigstens war dieser Luxemburger so gut gebildet, dass er auch Detusch verstand und sprach. Man durfte hoffen...

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