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Samstag, 11. Juni 2011

Jan Hus im Scheiterhaufen des Konzils XXXXV

Hallo Odin


Sigsimund ist kein Drachentöter, sondern Drachenzüchter, wie die meisten Reichen und Mächtigen seiner Zeit (und auch heute noch. ZB. Berlusconi, Bush, Queen Elisabeth etc??)
 Als Beweis, dass Siegismund nur an seine Macht dachte und sonst an gar nichts, erinnert folgende Tatsache. Als Sigismund am Konzil in Konstanz eintraf, war der Reformator Jan Hus (ein Prager) bereits festgenommen. Sigismund hatte, bevor Jan Hus nach Konstanz aufbrachte, diesem versprochen ihn in Konstanz zu schützen. Hus glaubte ihm, denn immerhin war Sigismund damals König von Böhmen und Jan Hus Bürger von Prag. Aber Sigismund überliess Jan Hus  kalt(blau)blütig dem Konstanzer Scharfrichter.

Wer war Jan Hus, und weshalb wurde er während dem Konzil in Konstanz auf dem Scheiterhaufen vor den Toren Konstanzs im Beisein der johlenden Masse, bestehnd aus Adeligen u. geistlichen Konzilbesuchern, deren Huren, Schenkwirten, Gauklern und den Einwohnern von Konstanz verbrannt?

Hus wurde den Adeligen und den hohen Geistichen gefährlich, das kam so.

Einige Tschechen konnten in Oxford studieren, weil eine Schwester Wenzels mit Richard II von England verheiratet war. Dies tat auch Hieronymus von Prag. Dieser Hieronymus brachte die Lehren von John Wiclyff, ein oxforder Theologiedoktor, mit nach Böhmen.
Wiclyff setzte sich für die Uebersetzung der Bibel ins Englische ein. Er war gegen den Ablasshandel und die Ohrbeichte und verurteilte das weltlich ausschweifende Leben der römischen Kurie. Er rief auf zu einer Rückbesinnung auf die Schrift.
Seine theologisch-philosophischen Ansichten waren revolutionär. Er lehrte, dass Gott überall sei (Pantheismus) und folglich auch in jedem Menschen, ja sogar im Bösen. John Wiclyff prägte auch den Begriff der göttlichen Determination, damit meinte er, dass jeder Schicksalsschlag, auch der schwerste, von Gott gewollt sei.  Und nun kommt der Hammer, Wiclyff meinte, dass jeder Mensch (Gott) durch seine Aktionen sein Leben (seine Existenz) selber bestimme (determiniere). Der Mensch hat gemäss Wiclyff göttliches Potential und ist seines Glückes eigener Schmied. Wiclyff war auch gegen das Zölibat. Insgesamt war er für eine strenge, ethisch-moralisch korrekte, enthaltsame Lebensweise. Und er war der Ansicht, dass niemand. ausser Gott ( d.h. wir selber) die eigenen Fehler sühnen könne. Er sah im Buswesen der katholischen Kirche reine Geldmacherei.
Hus und Hieronymus von Prag waren für die vom Ablasshandel lebende katholische Kirche logischerweise  Verfechter teuflischer, "kezersicher" Irrlehren.
Es waren aber nicht nur diese theologischen Reformen, welche Wiclyff und Hus der Wut der Kurie aussetzte. Jan Hus hatte auch einen direkten Eingriff auf die Souveränität des deutschen Königs (somit der römischen Kirche), gewagt. Denn in den kuttenberger Dekreten hatten die nationalistischen Reformer durchgebracht, dass in allen Gremien der Karls Universität in Prag die Stimmgewalt zu Gunsten Böhmens umverteilt werden sollten. Böhmen sollte drei Stimmen erhalten, Sachsen, Deutschland und Polen jeweils eine. Das tschechische Volk stand gerade auch wegen dem Streben nach einem eigenständigen Nationalstaat  mehrheitlich hinter den Reformern von Hus und Hieronymus von Prag. Die Reformer wollten weg vom Kaiser- und Papstreich hin zur freien unabhängigen Nation, das war ihr Ziel.
 Keine Zahlungen an Rom und den Kaiser, keine Ablässe mehr hiess die Kampfansage. Das hätte natürlich den Ruin für die eingebildeten, aufgeblasenen, von der Arbeit des Volkes lebenden Adeligen und Geistlichen bedeutet, das durfte nicht sein. In Tschechien begehrte die Masse zum ersten Mal in der abendländischen Geschichte gegen die Oberigkeit auf. Klerus und Adel waren gewarnt und organisierten sich immer mehr im Geheimen.

Wiclyff  hat am Buch "Antichrist" geschrieben, als er während einer heiligen Messe in England an einem Schlaganfall starb 1384.

Nun könnt ihr euch vielleicht vorstellen, weshalb Sigismund sein Versprechen brach und Hus den ketzerischen  Teufelspfaffen im stockkatholischen Konstanz dem Scharfrichter zum Frass vorwarf.


Jan Hus und Hieronymus sollten für ihre Ideen und Taten auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden 1415 resp. 1416.




Sigismund und Wenzel hatten nach dem Tod der beiden Reformer mit gewaltigen Problemen im Land zu kämpfen. Das Volk stand auf, formierte sich und kämpfte unter dem Namen Husseiten gegen den Kaiser und den Papst für ihre Freiheiten. Hier eine Liste der Vorderungen.

1: Freiheit der Messe (Messe soll in Muttersprache gelesen werden)
2: Freiheit vom Kelch (alle trinken aus dem Kelch nicht nur der Pfarrer)
3: Freiheit von ungerechter weltlicher  Herrschaft der Geistlichen. Einige plädierten für die Säkularisation (Kirchenbesitz soll zwangsenteignet und staatlich werden).
4: Freiheit von ungerechter Herrschaft durch die weltlichen Regenten.

Im Jahr 1419 eskalierte die Wut. Das tschechische Volk stürmte das Prager Ratshaus und schubste einige Ratsherren aus dem Ratshaus. Es kam zum sogenannten Prager Fenstersturz.  Im selben Jahr starb Wenzel, welcher immer noch König von Böhmen war. Als Sigismund die böhmische Königskrone für sich beanspruchte, kam es zu erneuten Ausschreitungen, denn er galt als verantwortlich für den Tod von Jan Hus.
In der Folge erliess der  Papst Martin V (welcher vom Konzil in Konstanz neu gewählt wurde) gegen die Husseiten eine Kreuzzugsbulle. Es kam zu jahrzehntelangen, grausamen und blutigen Schlachten zwischen dem kaiserlich-päpstlichen Heer und den schlecht ausgerüsteten Husseiten.
1434 kam es zum letzten Gefecht,  in dem die Husseiten Sigismunds Heer unterlagen.

Der Traum von Freiheit und Eigenbestimmung war vorbei und die Kuppen des goldenen Prag waren mit einer dichten Nachkriegsschimmellschicht belegt. Prag glänzte nie mehr so, wie noch unter Karl IV.



hier noch ein kirchengeschichtlicher Ueberblick des Christentums während dem Mittelalter bis zum Konstanzer Konzil.


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