Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Sonntag, 5. Juni 2011

Juden, Sündenböcke adeliger Pompsucht Teil XXXXI

Lieber Odin


König Karl IV hat also Prag zur goldenen Stadt gemacht. Er liess beinahe an jeder Ecke Prags ein üppiges Ueberdenkmal erreichten. Hier ein Palast, dort ein Schloss, da eine Brücke und drüben ein Dom. Er verschwendete soviel Geld in seiner zügellosen Bauwut in Prag, dass er im Westen des Reichs Land verpfänden musste und vor allem die meisten kaiserlichen Rechte an die fordernden Kurfürsten abtreten musste.
So entsand also eine reiche Stadt, ja Königsstadt Prag, zum Preis der totalen politischen Verlotterung  des Reichs. Denn die Kurfürsten durften nach in Kraft treten der goldenen Bulle Karls IV absolut uneingeschränkt und unkontrolliert schalten und walten in ihren Ländereien.  Sie hatten volle Immunität, waren oberste Rechtsinstanz, durften Münzen frei prägen und Zoll erheben. Das gemeine Volk war schutzlos und der Willkür der Kurfürsten ausgesetzt.
Ganz schlimm sollte es die Judengemeinschaften treffen. Stei den Staufern waren sie im ganzen Reich unter kaiserlichem Schutz. Sie wurden in Judenvierteln angesiedelt und lebten in Frieden mit den restlichen Bewohnern der jeweiligen Stadt. Es war eine win-win Situation. Denn da die Juden kein Land besitzen durften und auch kein Handwerk ausüben durften, trieb sie das Christentum in den Handel und vor allem das Geldgeschäft. Den wahren Christen war das Zinsgeschäft strengstens untersagt. Die Juden wurden also durch frevlerische Geschäfte (in den Augen der christlichen Bevölkerung) stinkreich, das schürte Neid und Hass. Da die Juden aber gute kaiserliche Steuerzahler waren und manch einer froh war, dass er beim Juden Geld borgen konnte, waren sie zwar nicht gern gesehen, aber geduldet. Es war eine Art win-win Situation, welche für Stabilität sorgte. Es gab jedenfalls kaum Uebergriffe.
In der Zeit der Pest und der immer grösseren Ausgaben der Kurfürsten für Luxusgüter, verschuldeten sich die Kurfürsten unglaublich hoch bei den Juden. Wie ein Flächenbrand explodierte der von den Kurfürsten geschürte Hass gegen die Juden im Reich und ganze Städte wurden von den Juden gesäubert. Die Kurfürsten waren froh um jeden toten reichen Juden, dem mit seinem Tod wurden auch die Schuldbriefe vernichtet. Es war eine hässliche Zeit und die Uebergriffe gehen voll auf das Konto Karl IV, der den kaiserlichen Judenschutz aufgehoben hat und die Judenfrage den jweiligen Kurfürsten überlassen hatte.
Die Kurfürsten schalteten und walteten wie lokale Könige und schlimmer noch ihre Macht konnte nicht angerührt werden, denn das Kurfürstentum war auf ewig vererbbar. Das Volk schäumte vor Wut gegen die Ungerechtigkeiten und einige mutige Kirchenmänner auch. (Jahn Hus). Dazu komme ich aber später.

Zuerst schwenken wir unseren Lichtkegel der historischen Betrachtung auf Wenzel, den Sohn und Nachfolger Karl IV. Die Mutter Wenzels, Anna von Schweidnitz (Herzogtum in Niederschlesien), war eigentlich als seine Ehefrau vorgesehen. Karl IV nahm die junge Anna dann selber zur Frau, nach dem Tod seiner früheren Ehefrau und des Thronfolgers.
Die Hochzeit wurde am Hof zu Wien besprochen. Um zu veranschaulichen wie knallhart politisch-taktisch geheiratet wurde, nenne ich Dir die Durchlauchten, welche bei der Ehebesprechung von Karl IV dabei waren 1354. Es waren anwesend der Herzog von Sachsen, der Herzog von Brandenburg, der König von Ungarn, ein delegierter der Stadt Venedig und der oesterreichische Herzog (Albrecht II, ein Habsburger). Eklig, wer da alles mitredet. Aber eines sei der gesagt, Odin, noch heute heiraten die Reichen und Mächtigen unter sich und einige (vor allem in der Wirtschaft) heiraten ganz bewusst in reiche Familien hinein Z.B: Daniel Vasella hat als Hochzeitsgeschenk die fusionierte Novartis vom Schwiegervater erhalten, Peter Spuhler hat seiner ehemaligen Gattin Stadler Rail abgeluchst, Marcel Ospel (hat in den Basler Geldadel Köchlin)  hineingeheiratet und nur deshalb die UBS leiten dürfen  etc etc etc etc etc etc etc etc). Wenn es um Macht und Geld geht, wird nichts dem Zufall, der Liebe überlassen. Alles ist dann knallhartes Kalkül. Die Seele, sowie die geistigen Prinzipien von Vernunft und Anstand werden als Ganzes auf dem Schaffott des heiligen Mammons mit schärfster Klinge von Rest des Kandidaten getrennt. Wer dazu nicht bereit ist, dem ist der  Eintritt in die Gilde der  Herrscher verwehrt. Weltherrschertum und Sentimentalitäten gehen nicht zusammen. Nicht Menschen regieren die Welt, sondern seelenlose geldgesteuerte Polit- und Wirtschaftszombies. Nun hast den Beweis, dass das schon seit einiger Zeit so ist. Karls und Wenzels Welt, aber auch die Welt vieler heutiger Machtinhaber, war/ ist ein leeres Theater voller Lug und Trug.
Lieber, Odin ich sage Dir das nicht aus Frust oder Neid, sondern weil ich der Macht schon lange direkt auf den faulen Zahn fühle. Vielleicht tue ich das, auch um zu wissen wer ich bin und was ich auf keinen Fall sein möchte. Es ist harte Arbeit, frisst viel Zeit, aber tu mir gut.
Ich selber bin glücklich.
Ich bin froh mit Dir zusammen und  Deiner Mutter  in einer kleinen bescheidenen, aber grundehrlichen Familie zu leben. Ich bin gerne bereit auf materiellen Ueberfluss zu verzichten, um dafür täglich dein Lachen und Glucksen zu hören. Was nützt es einem unglückliche, schmutzige Millionen zu erhalten, wenn man dafür das Lachen und Glücksen  erschiessen muss?

Zurück zu Wenzel

Wenzel wurde bereits als Kind zum Thronfolger ernannt. In seiner Ausbildung wurde nichts dem Zufall überlassen. Bereits als 2jähiges Kind wurde er zum König von Böhmen ernannt. Du siehst zum Regieren braucht es nicht Hirn, Vernunft, Verstand und einen ethisch-moralischen Ehrencodex (wie ihn die Staufer noch gekannt haben), sondern einfach das rechte Blut. Die hereditären Krankheiten grassieren unter den Blaublütern Europas, inklusive der geistigen Minderentwicklungen. Das ist der Preis für deren verbissenen Hang zu Macht und Geld. Keinem Bauer der Welt würde man ein Pferd oder eine Kuh abkaufen, wenn er so grobfahrlässig wie die Herrscher unserer Welt Inzucht betreiben würden. Nun was soll mein Lamentieren, es wird nichts ändern. Noch heute kann, in unserer aufgeklärten Welt, in der fast jeder zweite einen Hochschulabschluss macht, man mit der Imbezilität eines G.W.Bush Präsident der mächtigsten Nation der Welt werden. Der Keim dieser idiotischen innerfamiliären Herrscherdynastievermehrung wurde seit dem 13/14Jh immer konsequenter durchgezogen. Aufsteiger gab es immer weniger. Ab und an wurde mal auf einer Nebenlinie, zur Blutauffrischung (so spricht man in diesen Kreisen) eine nicht Adelige von einem Blaublüteroberhaupt zugelassen (entschuldige die Doppeldeutigkeit des Wortes).

Wenzel war also mit 2 König von Böhmen. Als 15 Jähriger musste er bereits das Erbe seines verstorbenen Vater als deutscher Kaiser übernehmen. Man kann es Karl nicht verübeln, dass er sich in den Alkohol flüchtete und zu cholerischen Ausbrüchen neigte. Sein Leben war kein Leben, er wurde gelebt. Hast Du schon mal einen glücklichen Menschen in lebenslänglicher voll Geist-Seelen und Körperzwangsjacke gesehen? Falls ja war es bestimmt ein total Irrer. Der alkoholkranke, schwache Kinderkönig war den Macht-Ränkespielchen der Kirchenoberhuäupter und der Herzöge im Osten total ausgeliefert.
So anerkannte er wie sein Vater zuvor den Papst Urban. Das Herzogtum Schwaben wollte er den Habsburgern (auf deren Verlangen) übergeben. Wenzel regierte fern vom Reich von Prag aus. Der Westen war keine Reisen wert.
 Er hatte keinen Bezug zum Volk und war umgeben von einem Herr von obskuren Beratern. Man sagt ihm brutales Regieren nach, Mord und Folter seien an der Tagesordnung gewesen. Wieviel der Herrscher selber entschieden hat und wieviele politische und wirtschaftliche Gegner der Berater auf deren Geheiss im Namen Wenzels um die Ecke gebracht wurden, kann lediglich gemutmasst werden. Jedenfalls schreckte der Hof Wenzels nicht davor zurück den theologischen Gelehrten und Weisen Johann von Nepomuk einfach umbringen zu lassen, weil dieser einen einfachen Mönch zum Abt eines Kloster machen liess und nicht den königlichen Kandidaten berücksichtigte. Von Nepomuk wurde von den königlichen Schergen gefangengenommen In Prag, gefoltert und schlussendlich von der Karlsbrücke geschmissen. Ich vermute ganz stark, dass die geistlichen, äusserst aggressiven und machtgierigen Berater am Hof Wenzels das Urteil fällten. Der König war ein alkoholkranke willenlose Puppe.
Ja lieber Odin, seit Karl IV hat sich vieles im Reich gehörig geändert.
Seit Karl sollten die sichtbaren Herrscher der Welt immer mehr nur noch zum Spielball der Geldgeber und Einflüsterer im Hintergrund werden. Es hat sich nach den Staufern eine Art Schattenregierung etabliert. Diese Herrscher im Schatten mussten weder Verantwortung übernehmen, noch mussten sie sich an einen ethisch-moralischen Codex halten.



Dieses Kreuz zeugt von der Stelle auf der Karlsbrücke in Prag, von der der heilige Johann von Nepomuk in den Tod gestossen wurde.

Ich verzichte auf Einzelheiten aus der Herrscherzeit Wenzels und fasse ganz kurz das Wesentliche zusammen. Es gab Zwist und Unruhe im böhmischen Reich. Wenzel wurde zweimal gefangengenommen und nach reichlichen seine Macht einschränkenden Eingeständnissen wieder freigelassen. Berater wurden von Adeligen ermordet. Es herrschte kurz und gut Zustände wie in Sodom und Gomorra im böhmischen Reich. Wer die mafiösen Geschehnisse im heutigen Russland, Kolumbien, Brasilien, naher Osten, aber auch in den USA betrachtet sieht, dass sich viele Länder bis heute nicht aus intrigantem blutigem stupiden Machtgeplänkel haben retten können.

Wenzel der Säufer wurde 1400 von den Kurfürsten (Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier und dem Herzog von der Pfalz) abgesetzt. Weshalb? Weil Wenzel im Westen des Reichs ganz einfach überhaupt nicht sichtbar war und die Westprovinzen den Angriffen aus Frankreich frei ausgeliefert waren.
Sie ernannten Ruprecht, einen Wittelsbacher zum König.

Wenzel, der schwache König, konnte ohne deutsche Krone in Böhmen gar nicht mehr regieren. Er hatte die Glaubwürdigkeit bei den lokalen Adeligen und auch in der Bevölkerung völlig verloren. In seiner Verzweiflung flehte er seinen Bruder Sigismund, welcher König von Ungarn war, um Hilfe an. Sigismund akzeptierte einzuschreiten, er forderte aber die Krone Böhmens nach dem Tod Wenzels. Wenzel willigte ein (musste einwilligen, sein Wille war ja schon lange gebrochen). Sigismund kam und wollte sogleich überall in Böhmen ihm hörige Vasallen in wichtige böhmische Reichsposten bringen. Der Adel und das Volk begehrten auf. Wenzel versuchte  zu schlichten, wurde aber von seinem Bruder gefasst und nun bereits zum dritten Mal eingekerkert. Die Schmach für Wenzel war gross, er kam so quasi vom Reichsregen in die Familientraufe. Einmal mehr wurde er einfach weggeschoben.
1411 wurde Sigismund dann deutscher König und sollte später sogar Kaiser werden. Die  politische Zeit Wenzels war also besiegelt, Sigismund hatte übernommen.
1419 starb Wenzel auf der Wenzelsburg in Prag.
Er hinterliess ein Reich, in welchem das tschechische Volk sich immer mehr von der Willkürherrschaft der deutschen Herrscher und der römischen Kurie distanzierte. Der Drang nach Abspaltung vom Reich und der katholischen Kirche war in Böhmen gross. Was früher als Segen empfunden wurde, war nun Fluch und Last.
Die Verbrennung von Jan Hus in Rom leitete nicht nur einen Sturm der Entrüstung in Tschechien ein, sondern im ganzen Reich. Das lasterhafte Leben der Bischöfe und Herzöge passte vielen nicht. Martin Luthers Samen wurde in dieser Zeit (auch in England) gesät.
Dazu später aber mehr.

Servus und noch ein Lied zum Entspannen und wenn es Dir den Armel reinnimt, dann kommst Du oft aus der Hölle nicht mehr raus. Pass auf, lieber Odin, sei auf Der Hut. Nicht jedes Knusperhäuschen schmeckt süss, manche haben einen unglaublich bitteren Nachgeschmack, den man fast nicht mehr wegbringt.


Eagles - Hotel California live von Augenblicke

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