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Montag, 18. Juli 2011

Die pragmatische Sanktion Karl VI Teil XXXXXX

Hallo Odin


Es ist Sommer, auch ich werde durch die milden Winde manchmal abgelenkt. Heute ist aber das Wetter derart durchzogen, dass es ein guter Tag ist die nötige Konzentration aufzubringen, um  in der deutschen Reichsgeschichte einen weiteren Schritt nach vorne zu tun.

Wir sind bei Joseph I und dem spanischen Erbfolgekrieg stecken geblieben. Joseph I starb 1711 in Wien. Ihm auf den Thron folgte

Karl VI
1711 war auch der spanische Erbfolgekrieg zu Ende. Und das war für den neuen Kaiser Karl VI sehr schmachvoll. Denn er hatte an vorderster Front als spanisch-habsburgischer Thronfolger gegen den Bourbonen Philipp von Anjou gekämpft. Bereits 1703 hatten ihm Kaiser Leopold und sein Bruder Joseph sämtliche spanischen Besitztümer zugesichert. Er war somit seit 1703 designierter habsburgischer König von Spanien.
Gegen die spanisch-französische Armee hatten der Habsburger und seine Verbündeten (England und die Niederlande) keine Chance. Karl konnte sich zwar nach seinen Niderlagen gegen Spanien noch länger im katalanischen Barcelona halten. Aber er musste Barcelona wenige Jahre nach seiner Wahl zum deutsch-römischen Kaiser ebenfalls räumen. Zudem liessen ihn gegen Ende der Auseinandersetzung mit Spanien die Niederlande und England im Stich.

Im Frieden von Utrecht wurde die Aufteilung Kontinentaleuropas beschlossen. Auf der einen Seite war Frankreich und Spanien (Bourbonen) auf der anderen Seite die Niederlande und England (Hosenbändler). Habsburg-Italien und das katholische Deutschland spielten zum ersten Mal seit Beginn der Reichsgeschichte nicht erste Geige im europäischen Machtpoker.

Karl VI reagierte auf die politische Isolation und vor allem den Verlust Spaniens mit der pragmatischen Sanktion. Niemals sollte es mehr dazukommen, dass Habsburg wegen Aussterben eines Familienastes, Territorium verlieren würde. Denn nur weil die habsburgische Erbfolge nicht geregelt war in Spanien, konnte es überhaupt zu einem Krieg zwischen Habsburg und den Bourbonen kommen.
Die pragmatische Santion war nicht nur habsburger Hausregel, sondern bindendes Staatsrecht für das ganze Reich. Sie besagt, dass jeweils der älteste Kaisersohn das Reich erben solle. Falls dieser sterben sollte, müsste die Macht an den nächst älteren und falls alle männlichen Nachkommen sterben sollten, sogar auf die älteste Tochter übergehen.  

Erst 1723 liess sich Karl in Prag zum böhmischen König ausrufen. Gegen die Juden in Böhmen (im ganzen Reich) ging auch Karl sehr restriktiv vor. Nur sehr wenig Juden wurden toleriert. Die reichsten unter ihnen wurden auch von Karl logischerweise als Geldgeber (Hoffaktoren) akzeptiert.

In Ungarn musste Karl erneut gegen Aufständische (Kuruzen) ankämpfen. Schliesslich gelang ihm ein Sieg und er konnte auch Ungarn mit der pragmatischen Sanktion fester an Habsburg-Oesterreich binden. In diese Zeit fällt auch die Zwangsansiedlung von Deutschen in Ungarn (Siebenbürgern und an die Donau). Die Roma wurden wie die Juden im Reich als minderwertige Ethnien hart verfolgt.

Im Norden des Reiches konnte sich  Karl VI gegen Hannover und Preussen nicht durchsetzen. Es kam de facto zu einer Trennlinie mitten durchs Reich, welche den katholischen Süden und den protestantischen Norden voneinander trennten.


Das deutsche Reich ein kaum regierbarer Fleckenteppicht aus gegensätzlichen Interessen bestehend.

Hier, lieber Odin, füge ich eine Karte des Kurfürstentums Hannover ein. Du siehst, dass Hannover zusammen mit den Niederlanden und Preussen den protestantischen Gegenpart zum katholischen Habsburgerreich spielten. Noch wichtiger ist aber, dass das Haus Hannover während Jahrzehnten  den englischen König stellten. Richtig gehört Odin, in London am Hof von Grossbritannien wurde  und wird immer noch DEUTSCH  gesprochen.
1692 wurde Hannover vom Kaiser der Kurfürstentitel gegeben. Nach dem Tod der englischen Königin Anne Stuart forderten die Wighs (heutige Labour Party), dass unbedingt ein Protestant neuer König Englands werden müsse. Die Torries hingegen forderten, dass es kein Ausländer sein dürfe. S Die Wighs stzten sich durch und besiegelten mit dem act of settlement (1701) per Staatsgesetz, dass der König Englands immer ein Protestant sein müsse. Der act of settlement gilt auch noch heute. Als nächster Verwandter Anne Stuarts wurde schliesslich George I von Hannover König Englands. Bis zu Queen Victoria sollte der englische Königsthron immer von einem Hannovraner besetzt bleiben. Da aber immer ein männlicher Thronfolger gefordert wurde, musste das Haus Hannover mit dem Tod der Queen Victoria die Macht an das Haus Sachsen-Coburg und Gota abgeben. 1917 wurde das Haus Sachsen-Coburg und Gota in Windsor umbenannt.

Zurück zu Karl VI. Karl konnte anfänglich einige Territorien erobern. Er gewann Kriege gegen die Türken. Belgrad und Teile der Walachei wurden zu Habsburg geschlagen. Im Krieg gegen Spanien um Sizilien gewann er ebenfalls mit Hilfe der Briten. Doch das Kriegsglück sollte sich wenden. Schon bald schlossen Frankreich-Spanien-England (Hannover) ein Bündnis gegen Habsburg. Habsburg  verlor Länderein in Italien und kam auch gegen die Türken erneut unter Druck. Der Verfall des habsburgsichen Reiches schien weiter zu gehen. Karl VI war mit seiner pragmatischen Sanktion gescheitert. Die neuen Sterne am europäischen Grossmachthimmel hiessen, Grossbritannien, Preussen, Russland, Frankreich und Spanien. Habsburg und das römische Reich waren im Absteigen begriffen.

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