Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Sonntag, 24. Juli 2011

Preussen wird aufgeklärte Monarchie Teil XXXXXXIII

Hallo Odin


Die Entwicklung in Europa, ja in der ganzen Welt, war nicht mehr aufzuhalten. Das emprirsche Denken der Naturwissenschaften, ermöglichte den Menschen einen rasanten technologischen Fortschritt. Das katholisch, scholastische, oberigkeitsgläubige Denken wich einem freien, praktischen, analytischen, individuellen Denken. Der Mensch wurde Mündigkeit gepredigt und er rebellierte.
Und doch schien das dunkle Mittelalter noch lange nicht ganz überwunden, es klebten noch dichte alte feudalwirtschaftliche Zöpfe an den keimenden individuellen Freiheiten der Menschen. Die alten adeligen Familien, welche vom Volk gelebt hatten und diese brutale Ausbeutung als von Gott gewollt legitimierten, sahen sich um ihre Privilegien geprellt. Und ich sage Dir lieber Odin, der Teufel gab und gibt die irdische Macht nie gerne ab. Er lehnt sich mit allen Mitteln gegen den Verlust  von materiellen Dingen auf.
Nehmen wir also unsere Hirnlampen und leuchten weiter in die dunklen Höhlen. Denn es ist die Zeit des geistigen Lichts, die Zeit der Aufklärung. Du erinnerst Dich an die Prometheusstatue vor dem neoliberalen Rochefellerzentrum in NYC??



Ach ja, lieber Odin, natürlich sind wir nicht so überheblich, dass wir die Moderne, die gute aufgeklärte Welt, als unser Ziel erachten. Du und ich und alle anderen auch wir wissen eigentlich im Innersten schon wohin die Reise gehen müsste. Aber die Verlockungen sind gross und na ja so kommt man halt schnell mal vor der spartanischen Route ab.

Aber immer wenn wir meinen am Ziel zu sein ist eines sicher,  dann platzt die scheinbar unumstössliche Wahrheit und löst sich in Nichts auf, wie eine heiss flimmernde Fata Morgana in der Wüste des Erdenlebens. Als Mensch kann man nie absolut wissen, auch wenn uns das einige Menschen glauben machen wollen.  Das darf uns aber nie entmutigen, ganz im Gegenteil es muss uns immer antreiben unaufhörlich weiter zu gehen, um uns selber im Innersten zu erkennen. Der weise Krug geht immer wieder zum Brunnen, um nie zu brechen und so langsam zum  Gral zu werden. Der eitle Krug hingegen bricht schon beim ersten Gang zum Brunnen und setzt sich arrogant, mit viel Pomp auf einen eitlen Pfauenthron. Jene die solchen Pfauen huldigen, besudeln ihre Herzen. Nicht wissen ist immer eine schlechte Entschuldigung und absolutes Wissen mörderisch.
Odin, mein Hermes, Dein Name ist der eines Weltenwanderes. Du brauchst nichts, als ein Stock und einen Schlapphut. Der Stock ist Dir Stütze und gibt Dir erdverbundenheit, der Hut ist Deine Tarnkappe und Dein blitzschnelles Reisegerät. Odin offenbart sich nicht jedem, wirft sich lange nicht jeder Nichtigkeit um den Hals, aber er beobachtet sich und die Welt ganz scharf. Das bist Du, lieber Odin, mein Hermes, lassen wir die Welt aufgeklärt in ihrem Wahn versinken, schauen wir nur zu, in unserem Geiste nicht mit unterzugehen.



Nun gehen wir zurück zum preussischen Kaiser Friedrich II. Friedrich war ein feinfühliger Mensch, er erlitt den nicht aufgeklärten Absolutismus am eigenen Leib. Sein Vater schnürte das Korsett des musisch veranlagten Friedrich sehr eng. Er trieb ihm das Flötenspiel und Dichten mit der Peitsche aus. Der Vater Friedrich II war ein pragmatisch protestantischer Monarch. Sein Grossvater Friedrich I war ganz anders, er regierte und funktionierte wie sein Vorbild Louis XIV, verschwenderisch und prunksüchtig.

Um Friedrich II zu verstehen muss man die Charakterzüge seiner Ahnen kennen.


Wie kam es, dass ausgerechnet Preussen zu einer Grossmacht in Europa aufsteigen konnte. Widmen wir uns also den Anfängen der preussischen Geschichte. Preussen war ein unwirkliches, karges Land, dass niemand wirklich begehrte.  Preussen war eingeklemmt zwischen den Aggressoren Schweden-Russland-Polen-Schlesien und wurde deswegen immer wieder in Händel verwickelt. Im Winter harrten die Menschen in einer Stein und Bein zugefroren Landschaft aus und im Sommer waren sie den tief moderigen Sümpfen und nagenden Mückenschwärmen ausgeliefert. Wer wollte da schon freiwillig leben. Ja die Masuren sind schön, es ist toll da einen Sommer zu verbreingen in der reinen Natur Ostpreussens, aber für die damalige Zeit war es trotz aller romantischer Idylle ein gefährliches, wildes, oftmals todbringendes Land und auch ein Land voller Gegensätze. Ein Land in dem man sogar den menschenfeindlichen,  todbringenden sibirischen Frost äusserst liebenswürdig mit Väterchen Frost begrüsste. Ein Land in dem das massivste Unwetter auch bloss Wetterchen genannt wurde. Da kommt mir ein Gedicht von Heinz Erhardt (in Riga, Hauptstadt von Livland, geboren) in den Sinn, das diesen verharmlosenden Umgang mit den Naturgewalten schön zeigt. Die wenigen Menschen in Ostpreussen waren hart im Nehmen und lebten furchtlos in der Weite des Landes.




Beginnen wir also mit der preussischen Geschichte von ganz vorne. Drehen wir das Rad der Geschichte zurück zur Zeit der Kreuzzüge. Jene Zeit in der die Staufer (süddeutsches Adelsgeschlecht) mehrere Kaiser stellten, darunter auch Barbarossa. Du findest dazu mehr Informationen in früheren Blogeinträgen, ich versuche mich deshalb hier kurz zu halten.

Die muslimischen türkischstämmigen Seldschuken eroberten weite Teile des Orients. Darunter auch Syrien, Anatolien und eben auch das heilige Land. Hier hast Du eine Karte, welche Dir die Ausbreitung des Seldschukenreichs aufzeigt.




Die katholische Kirche fühlte sich stark bedroht. Ja es kam soweit, dass die verfeindete christliche Ost- und Westkirche im Kampf gegen die vorrückenden Seldschuken gemeinsame Sache machten.

Der Kaiser des West- und Ostreiches waren mittels Treuebünden den Kirchen verpflichtet und mussten grosse Soldaten- Ritterkontingente zum Schutz der orthodoxen Ostkirche und der katholischen Westkirche stellen. In Europa verkaufte man den Krieg als heiligen Krieg gegen die Heiden, welche das heilige Land besetzt hätten. Viele mittellose Abenteurer schlossen sich den Kreuzzügen an, welche von den Adeligen der damaligen Zeit angeführt wurde. Es war für jede Adeslfamilie ein must, eigene Söhne, als Ritter nach Jerusalem zu schicken. Wer in den Himmel wollte, musste Heiden umbringen.

Der "heilige" Krieg war ein ganz hässlicher, sittenloser Krieg. Die Europäer hatten Märsche von tausenden Kilometern zu tun. Sie mussten viele Entbehrungen auf sich nehmen, viele starben auf der Reise, darunter auch der bekannte Barbarossa.
 Die Frustration war gross, denn es gab oft zuwenig zu Essen und bezahlt wurden die "heiligen" Krieger nicht wirklich. Man kann sich leicht vorstellen, wie die ausgehungerten, während Monaten ja, oft Jahre, fern von ihren Frauen lebenden jungen Bauernsöldner wüteten, wenn sie ein Dorf brandschatzen durften. Es war ein sinnloses Abschlachten von wehrlosen Menschen unter dem Banner der Religionen.




Hier siehst Du ein klassisches Propagandabild dieser Zeit.



Es ist ein Bild, das um 1200 in England erstellt wurde. Oben siehst Jesus, der das heilige Jerusalem besucht. Rechts siehst Du wie die Feinde des Herrn, den Tempel zerstören. In der Mitte siehst Du wie die Christen-Juden von den Feinden geköpft werden und unten siehst Du wie die Kreuzritter Jerusalem von den Feinden zurückerobern.

Jerusalem wurde also von den Seldschuken eingenommen. Ihr bekannter Anführer und Gegner der Kreuzritter war Sultan Saladin (siehe Voreintrag über Nathan der Weise). Die Kreuzritter versuchten auf dem Landweg gegen Jerusalem vorzudringen. Dies war sehr beschwehrlich und mühselig. Barbarossa ist ja bekanntlich auf dem Kreuzzug im Fluss Saleph in "Kleinarmenien" ertrunken. Siehe auf der Karte der Seldschucken den weissen Fleck zwischen Syrien und Anatolien. Das ist das Königreich Kilikien, welches weil es von christlichen Armenieren gegründet wurde, fälschlicherweise oft Kleinarmenien genannt wurde.  Die Kreuzritter liessen sich gerne in dieser Provinz aufpäppeln, um dann gestärkt gegen die Seldschuken vorzugehen. Denn von Kilikien war es nicht mehr weit bis Jerusalem.
Viel besser kam man aber über Aka (Acre,Akkon) nach Jerusalem.

Hier ein Bild von Akkon, welches heute in Israel liegt.




 Akkon war ein wichtiger Hafen im Königreich Jerusalem. Als Jerusalem fiel, wurde Akkon zur Hauptstadt des christlichen Königreichs Jerusalems. Akkon wurde mehrmals belagert und schliesslich unter vereinten europäischen Kräften, darunter auch der Sohn Barbarossas und Richard Löwenherz, von den Seldschucken zurückerobert. Die Christen hatten einen nicht sehr gehobenen diplomatischen Umgang, sie vertrauten auf die Kraft des Schwertes. Statt mit Saladin Verträge zu schliessen, metzelten sie in Akkon 2700 Muslime nieder und versuchten darauf von Akkon aus auch Jerusalem zu befreien. Die blutigen Kämpfe im heiligen Land dauerten 100 Jahre an, bis 1291 schliesslich Akkon wieder an die Seldschuken fiel.

Akkon wurde in dieser Zeit zum Lazaret der Kreuzritter. Kaufleute aus Bremen und Lübeck gründeten, als sie die miserablen hygienischen Zustände und die sich ausbreitenden Seuchen sahen, ein Lazarett für die deutschen Ritter in Akkon.  Die französischen Templer  hatten auch bereits eines gebaut in Akkon.



Du siehst auf diesem Altstadtplan von Akkon gut, dass unten an der Spitze der Stadt die Tempelritter ihr Spital hatten und rechts an der Befestigungsmauer das von den "hanseatischen" Kaufleuten gegründete Spital der Deutschritter lag.
Im Verlauf der Kämpfe gegen die Muslime entwickelte sich aus den Spitalorden immer mehr  ein nicht nur pflegender, sondern gut organisierter kämpfender Orden. In diesen Orden konnten Arme und Geächtete aus Europa ihr Glück versuchen, nicht wenige schafften es bis zum Ritter und erbeuteten grosse Schätze.
Es war eine Art Fremdenlegion der damaligen Zeit. Die Verlockung auf materiellen Gewinn war gross, es mangelte den Orden deshalb  nicht an Novizen.
Die Orden wurden, schnell reich (durch Schenkungen aber auch Plünderungen heidnischer Städte) Sie konnten auch in Europa einig Niederlassungen erreichten, denn die König machten den Orden grosse territoriale Schenkungen und vergaben auch wirtschaftliche Privilegien (keine Abgaben, keine Zölle und gar freie Münzprägung.). Das Volk akzeptierte diese fremden Herren nicht immer.


Nachdem die Kreuzzüge eingestellt wurden, mussten die Ordensritter irgendwo in Europa angesiedelt werden.
Die ersten Niederlassungen in Europa waren in den Staufergebieten (Sizilien-Neapel). Schnell breitete sich der Orden aber auch über die restlichen Teile des heiligen-römischen Reichs aus. Denn die Kirche umgab sich gerne mit den Gotteskriegern.
Schliesslich wollte man dem Orden einen eigenen Staat ermöglichen. In Siebenbürgen scheiterte der erste Versuch, wegen zunehmendem Ressentiments der Ungarn gegen die immer zahlreicheren Deutschen.
Schliesslich wurden die Deutschritter zum Kampf gegen die heidnischen Pruzzen im Norden des Königreich Polens gerufen. Die Pruzzen waren eine baltische Volksgruppe. Pruzzisch als Einheitssprache gab es nicht, es wurden dort sehr viele, teilweise deutlich unterschiedliche, Dialekte gesprochen. Diese Sprachen wurden bis ins 16Jh noch gesprochen.
 Bereits die Römer versuchten gegen die Pruzzen anzukämpfen. Danach versuchte es Polen über Jahrhunderte und auch die Kaiser des heiligen römischen Reichs. Die Pruzzen waren kein besonders kriegerisches Volk, sie trieben Handel bis nach Greichenland,  England, Skandinavien. Sie hatten eine eigene Schrift (Runenalphabet gemischt mit griechischen Zeichen) und eine eigene Naturreligion.
Typisch für die Zeit des Hochmittelalters war, dass man gegen Andersgläubig mit rohster Gewalt vorgehen durfte. Obwohl damals die Bergpredigt auch schon bekannt gewesen ist. So rief Friedrich II der Staufer die Deutschritter zum Kampf gegen die Pruzzen. Auch die katholischen Polenherzöge hatten nichts dagegen, denn mit Hilfe der Deutschritter sollte endlich der Norden von Heiden gesäubert werden.
Die Deutschritter konnten schnell Erfolge verbuchen im Kampf gegen die Pruzzen. Und als 1291 Akkon fiel, floh der Hochmeister des Ordens vom gefallenen Königreich Jerusalem zunächst nach Venedig (den wichtigen Keruzfahrerhafen)  und dann in die neu errichtete Ordensburg (Marienburg) an der Nogat im heutigen Polen.



Die Burg liegt etwa 60 km südöstlich von Gdansk (Danzig). Von hier aus wurde nun das Reich der Pruzzen regiert und den Heiden der Katholizismus hart eingebläut.

Die Expansion des Deutschritterordens ging immer weiter voran. In Riga (Lettland) wurde ein ähnlicher Orden gegründet (Schwertritterorden). Damit es nicht an Nachschub für den Krieg gegen die Pruzzen fehlte, liess Papst Gregor den Pruzzenkrieg als heiligen Krieg ausrufen. Wie im Krieg gegen die Araber im heiligen Land, konnte man sich von allen Sünden reinwaschen, wenn man genügend Heiden umbrachte. Viele europäsiche Adelige sandten Miglieder ihrer Familien zum heiligen Kampf. Schon erstaunlich Odin, dass sowas aus dem Mund eines Stellvertreters Jesu  kommt, nicht?

Hier hast Du eine Karte der baltischen Stämme.



In Riga entstand der Schwertbrüderorden, ebenfalls unterstützt von der katholischen Kriche.
Hier eine Karte, die Dir das Einflusssgebiet (Livland dh. Esltand und Lettland) dieses Ordens zeigt.


Mit der Gründung dieses Ordens war es auch mit der Ruhe für die Livländer vorbei. Die Heiden wurden nun auch in Livland (Estland-Lettland) vergewaltigt, enteignet, oder mussten sich dem neuen Glauben und den neuen Herren beugen. Die neue Macht der Ordensbrüder und der katholischen Kirche in Preussen und Livland liess die Russen vor allem wegen Nowogorod (wichtige Handelsstadt und Absatzmarkt für sibirische Pelze) unruhig werden. Es kam zu einem ersten Krieg um Nowogorod zwischen den Russen und den Ordensbrüdern auf dem "zugefrohrenen" Peipussee (siehe Karte). Die Russen konnten die Deutschen schlagen. Die Kriege um Livland gingen nun aber über Jahrhunderte weiter.

Also hielten auch im hohen Norden Krieg, Mord, Intrigen, Eitelkeit und Geltungssucht Einzug voll unterstützt von der katholischen Kirche.

Nicht, dass ich ein sattelfester Bibelkenner wäre, nein, aber man kann jeden fanatischen Fundamentalisten mit den eigenen Waffen schlagen.
Hier die Bergpredigt, des katholisch-jüdisch-islamischen Gurus Jesus von Nazareth. Wie gut passt diese Predigt zu den heiligen Kriegen der Katholiken, Juden und Araber? Ich bin katholisch geblieben, weil in jeder Religion ein echter Kern von Spiritualität liegt. Ein Kern, der über alle Religion hinausgeht, der alle Menschen und alle Universen miteinander verbindet. Die Bergpredigt ist ein solcher Kernfunken. Ich bin aber nicht mit Jesus (der Schrift) derselben Meinung, dass die Menschen viel wertvoller als die Tiere seien. Dnn wer wertet, zerstört die Einheit. Salam, Shalom, Pax haben nichts mit Krieg zu tun. Und der Anfang jedes Krieges beginnt mit Wertung. Ein Aufteilen in verschiedene Klassen. Zb. Heiden und Katholiken, oder Deutsche und Türken ist die Eintrittspforte für  Krieg. Und wenn wir ehrlich sind, dann leuchtet uns ein, dass ein  deutsches Atom sich nicht von einem türkisches Atom (Atom im Sinne von Demokrit) unterscheiden lässt. Im Innsersten sind wir alle aus demselben Pinocchio-Holz geschnitzt.



Sorry für diesen Ausrutscher ins Moralische, aber ich will auf die Gefahr aufmerksam machen,  die einem unterlaufen könnte, wenn man sich zu sehr mit der eigenen Geschichte (Herrengeschichte) identifiziert. Man muss sie immer mit nötiger, kritischer Distanz betrachten.

1309 nach Kämpfen der Ordensbrüder um die Gebiete Danzig und Pommerllen gegen die Askanier, wurde im Vertrag von Soldin besiegelt, dass die Askanier (altes deutsches Adelsgeschlecht (Brandenburg-Sachsen) die Gebiete an den Deutschritterorden abzutreten hatten. König Kasimir von Polen akzeptierte die Staatsbidlung der katholischen Deutschritter und die Vertreibung der Askanier.  Den Askaniern blieb ab da nur noch das Fürstentum Anhalt.
1323-1373 wurde die Markgrafschaft Brandenburg wittelsbacherisch (bayrisch). Das passte dem ansässigen Adel gar nicht, es kam zu heftigen Aufständen. Der wittenbacher Kaiser, Ludwig konnte aber trotzedem  durchsetzen, dass Brandenburg zum Kurfürstentum wurde. Damit stieg die politische Bedeutung Brandenburgs, welches die nördliche Markgrafschaft darstellte, markant an. Als Ludwig I der Wittelsbacher starb, wollten sowohl die Luxemburger (neue Kaiser), als auch die Polen die wichtige Grafschaft an sich reissen.


1373-1415 war Brandenburg unter den Luxemburgern.

Karl IV war jener Kaiser, der die verhängnisvolle goldene Bulle erliess und den Herrschersitz nach Prag (Böhmen verlegte). Böhmen wurde zur Hausmacht der Luxemburger. Die Wittelsbacher wurden aufgerieben zwischen dem Haus Habsburg und Luxemburg. Karl gelang es Brandenburg den Wittelsbachern zu entreissen. Er schlug Brandenburg zu Böhmen und Mähren und wollte es so für alle Zeit für die Luxemburger beanspruchen.

Schau unten auf der Karte die Machtverteilung jener Zeit genau an. Du siehst da sehr schön, wie die Grenze zwischen dem Deutschordensstaat und Brandenburg verlief.



Du kannst Dich aber noch erinnern wie verschwenderisch Karl IV und Sigismund gelebt haben. Das Haus Luxemburg hatte die Finanzen entsetzlich schlecht im Griff. Karl IV hattte mit der goldenen Bulle sich selber ein Bein gelegt, denn darin verankerte er, dass die Kurfürstenämter immer in derselben Familie vererbt werden solle. Das hiess, dass ein Kaiserkandidat sich die Stimmen der Kurfürsten kaufen musste. Das kam die Luxemburger sehr teuer zu stehen. So mussten sie aus pekuniären Gründen die Markschaft Brandenburg dem Haus Hohenzollern abtreten. Die Luxemburger (insbesondere Karl IV) war sehr eng mit den Hohenzollern befreundet. Zum Ausdruck der Freundschaft baute Karl IV auch die grösste damalige Strasse von Nürnberg (Residenz der Hohenzollern) nach Prag (der neuen Kaiserstadt). Die Prunkstrasse hiess via carolina, auch goldene Strasse genannt. Auch Prag wurde ja durch Karl IV auch zur goldenen Stadt. Bei soviel Gold ist es nicht verwunderlich, dassabei das luxemburgische Haus völlig verlumpte. Prunk und Tand fordern sogar vom Kaiser ihren Preis.
Also wenn man sich das so bedenkt und vor allem weiss, dass das luxemburgische Königshaus heute immer noch Politik betreibt, so ist es wohl gescheiter das Geld den freien Eidgenossen zur Verwaltung zu geben, als es den in Geldsachen fahrläsigen luxemburgischen Blaublütern anzuvertrauen. Aber halt, Odin, das ist auch gewertet und so entstehen Kriege, also schweigen und wisse, dass wir alle nur Menschen sind. Schwarz ist nie ganz schwarz und weiss nie ganz weiss.

Die nürnberger Hohenzollern versuchten ihr Reich zu vergrössern, mit geschickter Heiratspolitik. Nicht Krieg führten sie, sondern sie trieben die hohe Kunst der privaten und politischen Diplomatie sehr fein. So kam es dass die Hohenzollern bald einmal auch Preussen erben sollten.
1511 wurde Albrecht von Preussen zum letzten Hochmeister der Deutschritter gewählt. Albrechts Vater war mit den Hohenzollern verwandt und seine Mutter stammte aus der Familie des polnischen Königs. Die Deutschritter hatten gar keine Wahl, als den mächtigen Albrecht zum Hochmeister zu machen, sonst wären sie zwischen Polen und Brandenburg aufgerieben worden.
Albrecht liess sich von Martin Luther (der in Nürnberg stark wirkte) dazu überreden zum Protestantismus überzutreten und den Ritterorden aufzulösen und Preussen in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln. Albrecht von Preussen macht wie Luther es ihm vorschlug.

1526 trat Albrecht freiwillig zurück von seinem Amt als Hochmeister der Deutschritter. Der Kaiser verhängte sogar die Reichsacht über den reformierten Albrecht und gab dem neuen Hochmeister der Deutschritter Walther von Cronberg Preussen in Lehen. Walther von Cronberg konnte aber die Macht in Preussen nicht ausüben, Albrechts Einfluss im ansässigen Adel war viel stärker. Es kam sogar so, dass die Zentrale der Ordensritter von Preussen nach Würzburg verlegt werden musste. Die Deutschritter wurden also von der Gegenreformation aus Preussen vertrieben! Der ehemalige Hochmeister wurde zum anerkannten Herzog in Preussen.

Albrecht versuchte als legitimierter Herzog überall im Land Lateinschulen aufzubauen. Er gründete auch die bekannte Universität in Königsberg, die Albertina. Zudem machte er etliche Leibeigene frei. Das waren alles Dinge, die einigen Noblen in Kirche und Adel Angst machten. Man wollte kein freies und mündiges Volk. War Albrecht ein Vorbereiter der Aufklärung?
Königsberg und insbesondere die Albertina sollten ja einmal Heimat des aufklärerischen Scharfdenkers Emanuel (Immanuel) Kants werden (1724-1804). Kant hat wie kein anderer die alten scholastischen Zöpfe aus dem Geist zu wischen versucht. Er hat versucht einen sich ganz klar und neutral selber betrachtenden Geist zu beschreiben. Er hat versucht die Grenzen des Denkens an sich auszuloten. Er hat aufgeräumt mit der alten angsteinflössenden Methaphysik der katholischen Kirche abgerechnet und gleichzeitig ein weites Tor zum kategorischen Imperativ aufgestemmt. Und wenn man den Kreis schliesst, dann könnte man doch glatt behaupten, dass das reine Gewissen der christlicheh Mysthiker (Böhme, Eckhardt) nichts anderes als der kategorische Imperativ Kants ist. Was anders genannt wird muss nicht immer auch anderen Inhaltes sein. Kant hat jedenfalls das individuelle Gewissen (die Seele, die innere Stimme) von der oft grausamen Manipualtion der Kirchen befreit. Und dies ohne den Menschen zu einem Atheisten erziehen zu wollen. Ohne Kant und viele andere aufgeklärte Geister hätte sich Brandenburg-Preussen nie so rassant entwickeln können.

Hier ein schöner Film über Königsberg.


und hier siehst Du alte Königsbergerschnapschüsse verglichen mit heute.



Nach dem Tod von Albrecht dem ersten Herzog von Preussen ging die Macht an seinen Sohn Albrecht Friedrich über. Der Deutschritterorden war weg. Eigentlich hätte Albrecht Friedrich  es sich gemütlich einrichten können. Aber Albrecht Friedrich litt unter einer Geisteskrankheit. Vielleicht hatte ihn die lokale Geistlichkeit und der alteingesessene Adel auch derart unter Druck gesetzt, dass er darob geistig krank wurde.  Er starb krank, einsam und ohne männlichen Nachkommen 1618 in Fischhausen (am frischen Haff). Was sollte nun aus Preussen werden?
Hier siehst Du einen Dokumentarfilm über die frische Nehrung.. Die frische Nehrung ist nördlich der kursichen Nehrung. Die frische Nehrung ist Grenzgebiet zwischen Königsberg (rus) und Polen und die kurische Nehrung Grenzgebiet zwischen Königsberg und  Litauen.


Preussen wurde von den Hohenzollern verwaltet, da sie die nächsten Verwandten des preussischen Herzogs Albrecht Friedrichs waren.
Unter dem Hohenzoller Johann Sigismund wurde dann Preussen definitiv zur brandenburgischen Mark geschlagen. Sigismund nannte sich Kufürst von Brandenburg-Preussen. Unter seiner Herrschaft konnten die Hohenzoller ihre Macht in Preussen nicht nur festigen, sondern sogar noch ausbauen.
1616 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nie mehr erholen sollte.
Drei Jahre später übergab er die Macht seinem Sohn Georg Wilhelm.

Georg Wilhelm: War von 1619-1640 Kurfürst von Brandenburg. Die Spannungen im Reich nahmen zu. Und zwar zwischen dem katholischen Polen und dem protestantischen Schweden. Schweden wurde ja bekanntlich im dreissig jährigen Krieg zu einer bedeutenden Grossmacht auch in Kontinentaleuropa.
Georg Wilhelm entschied sich dafür seine Schwester mit dem Schwedenkönig Karl Gustav zu verheiraten und nicht mit dem ebenfalls um sie werbenden Polenkönig. Damit war der Protestantsimus als Staatsreligion gefestigt. Im dreissig jährigen Krieg wurde das Land mehrmals sowohl vom kaiserlichen Heer, wie auch vom Schwedenheer schwer verwüstet. Obwohl Brandenburg nicht aktiv in den dreissig Jährigen Krieg eingriff, verlor fast die Hälfte der brandenburgisch-preussischen Bevölkerung ihr Leben. Der bescheidene Wohlstand dieser Provinz schwand plötzlich schnell dahin. Georg Wilhelm war ein schwacher und ebenfalls kranker Regent. Sein mangelndes diplomatisches Geschick kostete vielen unbescholtenen Bürgern das Leben.
Es war düster im Land. Die Leute waren verängstigt und oft zu schwach um überhaupt noch Angst zu haben.

1640 starb Georg Wilhelm in Königsberg und wurde auch dort beigesetzt.

Und wie es eben noch so oft ist, steigt die Sonne aus dem dunkelsten Dunkel am eindrücklichsten empor. Friedrich Wilhelm (auch der grosse Kurfürst genannt) übernahm das armselige Erbe seines Vaters. Friedrich weilte während den unsteten Zeiten des dreissig Jährigen Krieges in den sicheren Niederlanden. Er genoss eine sehr gute, humanistisch-protestantische Ausbildung. Als zwanzig jähriger trat er in die Fussstapfen seines Vaters, wahrlich kein Schleck.

1. Weite Teile seines Reiches waren nach dem Krieg stark verwüstet und  teilweise total entvölkert.
2. Brandenburg und Kleve waren von den Schweden besetzt.
3. Preussen drohte von den Polen zurückverlangt zu werden.
4. In Brandenburg regierte ein mit den Hohenzollern verfeindetes Adelsgeschlecht (Graf Schwarzenberg). Schwarzenberg war ein "Berater" Georg Wilhelms und zugleich Herrenmeister des Johanitterordens. Dieser Orden blieb, obwohl evangelisch, weiter bestehen und ist heute noch mit dem katholischen Malteserorden verbunden.

Als erster Akt verdängte Friedrich Wilhelm Den Grafen Schwarzenberg. Denn Schwarzenberg hatte bereits einige Jahre vor dem Tod Georg Wilhelms die Regierungsgeschäfte übernommen. Er liess ihn inhaftieren, Schwarzenberg verstarb aber bereits einige Tage vor dem Haftantritt.

Als zweiter guten Schachzug heiratete er die älteste Tochter des Statthalters von Den Haag, Henriette von Oranien. Holland war damals eines der reichsten Länder der Welt. Somit war die Mitgift für Brandenburg-Preussen enorm hoch.  Aber nicht nur das, dank dieser Heirat kamen auch viele holländische Handwerker, Baumeister etc ins Land. Brandenburg-Preussen wurde nach holländischer Art wiederaufgebaut. Strassen, Kanäle, Schlösser, Besfestigungsaanlagen wurden schnell und solide aus dem Boden gestampft.

Im westfälischen Frieden 1645 (Münster und Osnabrück) musste Wilhelm auf Vorpommern verzichten, welches an Schweden ging. Diese bittere Pille musste geschluckt werden, denn an erneuten Krieg war im ausgelaugten Land nicht zu denken.

Wilhelm wusste aber, dass der Frieden nicht lange währen konnte, deshalb beharrte er bereits von allem Anfang an darauf ein stehendes Heer zu finanzieren. Die volle Last für die sehr kostspielige Armee ging auf die Bauern. Frondienst und Leibeigenschaft waren der Preis für ein unabhängiges Brandenburg-Preussen. Manch ein Bauer wird sich wohl gefragt haben, ob es wirklich einen Unterschied macht für den Zaren, den Brandenburger oder den Schweden,, als geschundener Knecht ohne jegliche Rechte, arbeiten zu müssen. Es war ein hartes Los für den Grossteil der Bevölkerung, der Willkür der Herren derart ausgesetzt zu sein, aber es sollte sich für die  kommenden Generationen bezahlt machen. 

Bereits 10 Jahre nach dem Frieden von Münster und Osnabrück herrschte wieder Krieg. Es wütet nämlich der zweite nordische Krieg. Der Einfall des Schwdenkönigs Karl Gustavs von schwedisch Vorpommern und schwedisch Lievland aus ins katholische Polen wurde von protestantischer Seite frenetisch gefeiert. Denn in Europa wütete damals die schreckliche Gegenreformation, mit Folter, Hexenverbrennung und peinlichen Verhören.

Hier ein kleiner Doku dazu.


und hier ein sehr interessanter Film über die Inquisition. Der aktuelle Papst Benedikt II liess die vatikanischen Archive der Inquisition öffnen. Der Doku ziegt die Inquisition auch vor allem aus der Warte der katholischen Inquisitoren. Denn die Katholiken sahen sich, vom sich rasant ausbreitenden Protestantismus in die Enge getrieben. Sie griffen deshalb zum Mittel der Inquisition. Viele Inquisitoren sahen sich auch als Kämpfer gegen die Reformatoren. Es war ein tollwütiger Verzweiflungsakt der katholischen Kirche.


Wilhelm verhielt sich  abermals klug. Er anerkannte die Vorherrschaft des schwedischen Königs über ganz Preussen an. Er erhielt im Gegenzug vom Schwedenkönig das Herzogtum Preussen als Lehen (somit war Wilhelm gegen alfällige polnische Uebergriffe geschtüzt). Der Schwedenkönig kam in Polen immer mehr in Bedrängnis, durch die kaiserliche Truppen. Der Schwedenkönig anerkannte, um Friedrich Wilhelm als Bündnispartner behalten zu können, Friedrich Wilhelm nun sogar als Preussischen Herzog. In der Folge des Krieges wechselte Friedrich-Wilhelm seinerseits den Bündnispartner und machte gemeinsame Sache mit Polen-Litauen. Im Gegenzug wurde  er als Kurfürst von Brandenburg vom habsburgischen Kaiser anerkannt. Friedrich Wilhelm hatte also Preussen wieder zu einer wichtigen Macht im heiligen römischen Reich gemacht. 

Bereits 1672 griff Frankreich die Niederlande an, es herrschte erneut Krieg. Friedrich Wilhelm musste seinem Bündnispartner (seine Frau war Holländerin und nur dank Holland konnte Preussen überhaupt aufgebaut werden nach dem 30 jährigen Krieg) Holland 20`000 Mann senden. Frankreich vergalt die Kriegseinmischung des Brandenburgers indem es in Brandenburg (Westfalen) einmarschierte. 1673 kam es zum Friedensschluss mit Frankreich. Doch bereits ein Jahr später flackerte der Krieg gegen Frankreich wieder auf. Friedrich Wilhelms Heer stand im Elsass gegen Frankreich. Es musste aber bald in den Nordeb abgezogen werden, denn da waren die Schweden im Begriff in die Mark Brandenburg einzufallen. 1675 besiegte Friedrich Wilhelm die Schweden bei Fehrbellin. Seither trägt er den Namen der grosse Kurfürst. Er vertrieb die Schweden aus schwedisch Pommern und stellte ihnen in einem Jagdritt über das kurische Haff bis über die Grenze nach schwedisch Lievland nach. Im Krieg gegen Frankreich war er plötzlich auf sich alleine gestellt. Der Kaiser und die Niederlande untersagtem ihm die Gefolgschaft, nur gerade Dänemark schloss sich dem Kampf gegen die Franzosen an. Habsburg, Holland hatten nach dem Sieg über die Grenze Angst  vor einer neuen Grossmacht.
Derart in die Enge getrieben entschied Friedrich Wilhelm abermals sehr klug, er willigte um sinnloses Blutvergiessen zu vermeiden, in einen Frieden mit Frankreich ein. Im Frieden von St. Germain mussten die Brandenburger Vorpommern wieder an Schweden abtreten. Ich wiederhole, weder der Kaiser, die Niederlande wollten Frankreich wollten ein starkes Brandenburg-Preussen.
Die europäische Angst vor Preussen sollte sich immer wieder schwer auf die politische Entwicklung des preussischen Staates auswirken. Eine Angst, die oft propagandistisch absurd überzeichnet wurde, um den Kampf gegen Preussen zu legitimieren.

Auch in den Zeiten des Friedens im Lande handelte der gorsse Kurfürst weise. Als das Edikt von Nantes durch den grössenwahnsinnigen, egomanen französischen Sonnenkönig (Louis XIV) aufgehoben wurde,  waren die Hugenotten (Calvinisten) schutzlos den hässlichen katholischen Uebergriffen in Frankreich ausgeliefert. Es kam zu einem sinnlosen Abschlachten von Protestanten (Bartholomäusnacht). Friedrich Wilhelm nahm viele fliehende Hugenotten in Brandenburg-Preussen auf. Andere flohen nach Holland, Skandinavien und vor allem auch in die calvinistische Schweiz. Dank den Hugenotten kam es zu einem eindeutigen wirtschaftlichen Aufschwung in Brandenburg-Preussen.  Der Hugenottenfriedhof in Berlin zeugt von der grosszügigen Geste der Brandenbruger. Auch vertriebene Juden und andere Flüchtlinge wurden in Preusen angesiedelt. Denn Preussen litt und einem akuten Bevölkerungsmangel.

Falls Du, lieber Odin Lust hast, Dich in die Zeit der Religionskrieg in Frankreich zurückzuversetzen, schau Dir den Film la reine Margot an. Er gibt Dir einen guten Einblick. Hier der englische Trailer.


Weitsichtig war Friedrich Wilhelm auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Er setzte bewusst auf den Ausbau von Manufakturen und den Seehandel. Zusammen mit dem holländischen Wissen wurde die brandenburgische Marine gegründet und es gab sogar eine Kolonie in Afrika (Guinea).


Friedrich Wilhelm der grosse Kurfürst starb 1688 in Potsdam.


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