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Mittwoch, 6. Juli 2011

Schmidheinys: Ethik und Moral

Lieber Odin


Heute und gestern habe ich zwei Geschichten der Presse entnommen, welche mich abermals tief über Ethik-Moral in unserer modernen Gesellschaft haben nachdenken lassen.

Wie Du gesehen hast auf unserer Entdeckungsreise durch das heilige römische Reich deutscher Nation, war den Regenten oft fast schon jedes Mittel recht, um an der Macht zu bleiben. Mord, Krieg, Drohung waren die Mittel  zum Zweck. Ein Regent brauchte für seine Macht vor allem Geld, das wichtigste materielle Gut (Uebel meine ich)

Heute sind die Machtverhältnisse nicht mehr so klar ersichtlich, wie zur Zeit der Monarchen, aber die Kämpfe um die Macht werden mit ebenso schlimmen und teilweise perversen Abscheulichkeiten wie früher geführt.

Nun zwei Geschichten von modernen Fürsten- Königshäusern.


1) Fürstenhaus: Schmidheiny betreibt eine Stiftung in St. Gallen.

a) Ernst Schmidheiny Stiftung

Stiftungszweck

Die Aktivitäten der Ernst Schmidheiny Stiftung konzentrieren sich auf die Förderung des Interesses und des Verständnisses für wirtschaftliche Zusammenhänge, insbesondere bei der Jugend. Sie arbeitet bei Bedarf mit in- und ausländischen Organisationen zusammen, die den gleichen Zweck verfolgen. Die Stiftung setzt ihre Mittel ausschliesslich für eigene Projekte ein.

hier der link: http://www.esst.ch/start.htm

b) die Max Schmidheiny Stiftung:

Seit ihrer Gründung 1978 setzt sich die Max Schmidheiny-Stiftung für die Förderung einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ein. Sie arbeitet eng mit der HSG (Wirtschaftshochschule St. Gallen zusammen).

http://www.ms-foundation.org/site/index.cfm/id_art/28845

Man könnte meinen, lieber Odin, es sei ehrenvoll den jungen Menschen wirtschaftliches Denken zu übermitteln und ihnen die Werte der Schmidheiny-Patrons an die nächste CEO-Generation weiterzugeben.

Wie haben die Schmidheinys ihr Milliardenimperium aufgebaut? Die Familie Schmidheiny hat sich auf asbesthaltige Baustoffe spezialisiert. Bis weit in die 80er Jahre haben Arbeiter überall auf der Welt ihre Gesundheit für die Familie Schmidheiny geopfert, dies oft für einen miserablen Hungerlohn.

Seit 1900 ist bekannt, dass Asbest Lungenkrebs und Lungenfellkrebs sowie Fibrose verursachen kann.
Asbestkrebs ist nicht therapierbar, die Patienten verenden elendiglich. Die Fibrose hingegen ist eine nicht tödliche Krankheit, aber die Lebensqualität massiv reduzierende Krankheit. Du kannst Dir vorstellen, lieber Odin, dass Deine Lunge wegen den toxischen Asbestfasern dauernd entzündet ist und zu einem einzigen Narbenteppich wird. Als Folge davon, hat man dauern Atemnot, insbesondere wenn man sich anstrengen will. Tausende sind an Asbest erkrankt sie wurden dafür nie entschädgit und auch die Hinterbliebenen Familienangehörigen nicht.
Die Schmidheinys haben, obwohl man seit 1900 wusste, dass Asbest das Lungengewebe zerstört,  voll auf Eternit (Asbest haltiger Zemet gesetzt). Das Geschäft florierte, die Bedenken von Aerzten und engagierten Gesundheitspolitikern wurde in den Wind geschlagen. Aggressiv ging die Schmidheiny-Expansion im Asbestgeschäft weiter. 1945 wurde Asbest als Berufskrankheit anerkannt. Trotzdem lief die Schmidheiny Produktion in der Schweiz ungestört weiter. Erst ab 1980 kamen langsam einschneidende Richtlinien zum Schutz der Bauarbeiter und Fabrikarbeiter in Nordwesteuropa zum Zug. Ab1994 wurde in der Schweiz das letzte abesthaltige Rohr der Eternit-AG von Schmidheiny produziert.
Um der steigenden Kritik in D und CH und Beneluxstaaten gegen das Asbest zu entgehen ist die Schmidheiny Eternit-AG nach Portugal und Italien und in 3-Weltländer ausgewichen. Da waren die Löhne tiefer und die Schutzrichtlinien für die Arbeiter gab es nicht. Schmidheiny setzte weiterhin tausende von Arbeitern auf fast allen Kontinenten der Welt wissentlich der toxischen Asbestfaser aus.

Damit aber nicht genug der Schmidheiny Moral. Die Schmidheinys kauften Asbestminen in Südafrika. Die schwarzen Arbeiter wurden nicht nur nicht geschützt, sondern auch noch massiv unterbezahlt. In den Eternit-Werken in Guatemala, Brasilien, Simbawe... war die Situation nicht besser in Nicaragua unterhielten die Schmidheinys ausgezeichnete Beziehung zu Diktator Somoza. Die Renditen für die Schmidheinys waren enorm, sie besitzen heute ein Milliardenvermögen. Die kranken Arbeiter hingegen in den ärmeren Ländern (inkl Portugal und Süditalien) haben nicht einmal Zugang zu optimaler medizinischer Versorgung und adäquater Pflege. Menschen sind Wegwerfartikel, bloss Verbrauchsmittel zum Zweck. Ist es das was die Schmidheinys an die jungen Wirtschaftsstudenten und Gymnasiasten weitergeben wollen?

Damit aber noch nicht genug lieber Odin. Die Schmidheinys haben noch ein ganz anderes Kapitel in ihrer Firmengeschichte. Während dem zweiten Weltkrieg waren Max und Ernst Schmidheiny im Aufsichtsrat der DAZAG (Deutsche Asbest-Zement AG). Die Fabrik wurde von den Nationalsozialisten geführt. Unter miesesten Bedingungen mussten in dieser NSDAP-Schmidheiny Fabrik Zwangsarbeiterinnen arbeiten. Schmidheiny lobte die gute Organisation der Nationalsozialisten, das kann man scheinbar einem Polizeirapport (1940) aus St. Gallen entnehmen.
Notabene Odin, die Stiftungs Väter Max und Ernst Schmidheiny waren bekennende Naziverehrer und Nazikollaborateure, Apartheitsregimeunterstützer, Diktatorenfreunde und haben ihr Imperium mit krebserregenden Baumaterialien gemacht. Sind das ehrenwerte Stiftungsgründer?


Hier im Bild siehst Du Altbundesrat Hans Rudolf Merz (siehe Blogeintrag M(h)erzstillstand). Merz ist im Auftrag der Schmidheinys mehr als 10 Jahre als Berater um die ganze Welt gejettet. Später wurde er Bundesrat und hat die UBS-Misere zu verantworten. Weshalb? Na weil Merz eben auch ein Freund von dem da war.



Das ist Marcel Ospel, der SkandalCEO der UBS. Weshalb Marcel CEO der UBS wurde? Weil er ein Freund von dem da ist.

Altbundesrat Christophe Blocher. Blocher hat die UBS-Fusion durchgesetzt zusammen mit einer anderen luschen Wirtschaftsgestalt (Marcel Ebner) und Marcel Ospel als CEO eingesetzt. So geht das in der Wirtschaftswelt, oder?

Hier siehst Du ein Warnviedeo aus den USA, welches den Arbeitern die Gefahr der Asbestfibers zeigt.
Und dass sie eine Lungenfibrose (VERNARBUNG des Lungengewebes) bewirken kann.





Hier siehst Du was ein Mesotheliom ist. Das Mesothel ist eine dünne Hautschicht, welche die Lunge wie einen Mantel umgibt. Wenn Asbestkristalle in Mesothelzellen aufgenommen werden, können sich diese zu Krebszellen entwickeln. Das heisst sie teilen sich unkontrolliert und drücken die gesunde Lunge von aussen immer mehr zusammen. Stell Dir vor wie es ist, wenn Deine Lunge in einen Schraubstock gepresst wird, der sich über Monate-manchmal Jahre immer mehr zusammenzieht. Am Schluss erstickst Du, aber erst nach einem wochenlangen Todeskampf.
Und wisse, Schmidheiny und andere Asbesthändler wussten, was Asbest anrichten kann.



Hier kannst Du Dir noch einen Ueberblick über die Asbestexposition, Arbeitsrecht und auch Krankheiten machen. Die Infos wurden von der SUVA (obligatorische schweizerische Unfallversicherung) zusammengetragen.

http://www.suva.ch/asbest-daten-fakten.pdf


Für die teuren Sanierungen zahlen die Familie Schmidheiny und anderer Asbestverkäufer nichts.
Hier siehst Du wie aufwendig eine Sanierung sein kann.

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