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Samstag, 9. Juli 2011

Spanien wir französisch! Teil XXXXXIX

Hallo Odin


Der Spätbarrock treibt nicht nur in der Kunst und Architektur seinen Hang zur Verschwendung, sondern ebenso auf dem Schlachtfeld. Europa versinkt nach dem dreissig Jährigen Krieg, kaum erholt, erneut in einem graussamen Flächenbrand, welcher Zerstörung, Krankheit und Armut hinterlässt. Von Norddeutschland-Holland bis nach Spanien-Italien kämpfen Fürsten-Könige und der Kaiser mit ihren Söldnerheeren um eine neue Weltordnung.
Geherrscht wurde weiterhin mit eitlem, uneinsichtigem Absolutsimus. Das Volk brach unter der Last der Steuern fast zusammen. Als einzige Ueberlebenschance blieb vielen nur der  Söldnerdienst.
Aber auch der Militärdienst für einen fremden Herrn war kein Garant für ein sicheres Einkommen. Gerade die Habsburger und auch Frankreich, waren bekannt dafür, dass sie oft und gerne den Sold über Monate, ja manchmal Jahre nicht ausbezahlten. Den Slöldner blieb also nichts anderers übrig, als sich den fehlenden Sold durch Raubzüge aus  der gemeinen Bevölkerung zu holen. Das Volk hatte also ein dreifachschweres Kreuz zu tragen. 1: immense Abgaben an die Kirche und die Adeligen 2: die jungen starken Männer zogen in den fremden Heeresdienst, die Last der Arbeit in Heim und Hof lastete voll auf den zurückgebliebenen Frauen und Alten 3: von Räuberbanden (unbezahlten Söldnern, aber auch gelangweilte Adeligen) ausgeraubt und vergewaltigt zu werden. Wer in dieser Zeit noch an staufersche Ritterlichkeit glaubte und diese zu leben versuchte, wurde als armer Idiot betrachtet.
Hier die Geschichte von Don Quixote. Der letzte Edelmann, welcher an ritterliche Tugenden glaubte und von der Wirklichkeit des 17/18 Jh eingeholt wurde. Frustriert hat Don Quixote, als er von seinen Abenteuern zurück kam, in sein Testament geschrieben, dass er jeden enterbe, der in Ritterromanen lese.



So Odin, lass uns zurück zur Realgeschichte wandern.

Kaiser Joseph kämpfte im spanischen Erbfolgekrieg gegen den neuen spanischen König  (Philipp von Anjou). Joseph wurde in diesem Kampf unterstützt von England und den Niederlanden, denen die Machtausweitung der Bourbonen ebenfalls nicht genehm waren. Von 1701-1713 dauerten die Kämpfe an. Die Bourbonen (spanische König Philipp von Anjou) konnten nicht vom spanischen Thron gestossen werden. Frankreich konnte mit dem stärksten Heer Europas den Bourbonensturz in Spanien verhindern. Spanien verlor aber seine Territorien in Italien (Neapel, Sizilien, Sardinien, spanische Niederlande) an das deutsch-römische Reich.  Grossbritannien erhält das strategisch sehr wichtige Gribraltar und Menorca, aber vor allem auch Territorien in Nordamerika (Hudson Bay, Neufundland, Neuschottland) und vor allem das Monopol für den äusserst lukrativen Sklavenhandel in Nordamerika. In Südamerika hatte immer noch Spanien (neu also die Bourbonen) das Sklavenmonopol.


Mit diesem Sieg stieg Grossbritannien in den Reigen der Weltmächte auf. Der Duke of Marlborough (John Churchill, Ahne von Winston Churchill) hat massgeblich zum Sieg Englands im spanischen Erbfolgekrieg beigetragen. Die Geschichte der Königin Anne und ihr Kampf gegen die Katholiken werden wir in einem gesonderten Blogbeitrag noch genau betrachten, denn der König von Hannover kommt da auch ins Spiel.

Hier hast Du eine Karte welche die Machtverhältnisse nach dem Utrechter-Frieden 1717 (Ende span. Erbfolgekrieg) zeigt.



Interessant zu sehen, auf dieser Karte, ist, dass Savoyen als Puffer zwischen den Bourbonen und den Habsburgern, wie die Schweiz auch, sich haben behaupten können.

Zur Zeit von Joseph wütete aber auch im Norden ein gewaltiger Krieg. Preussen und auch Sachsen konnten deshalb nur bedingt in den spanischen Erbfolgekrieg miteingreifen. Die Habsurger umgekehrt hatte keine freien Kapazitäten, um im Norden ihre Interessen zu verteidigen.

Der grosse nordische Krieg dauerte vom 1700-1722.
Vorgeschichte:  Seit dem dreissig jährigen Krieg hat Frankreich Schweden im Kampf um die Vormachtstellung im Norden unterstützt. Schweden hat sein Gebiet so Schritt für Schritt vergrössern können. Schweden war ein nordisches Bourbonenreich?


Vor allem die Gebietsgewinne im Baltikum, Finnland und im Bereich Dänemarks und Norddeutschlands waren Stein des Anstosses. Russland, Sachsen-Polen, Dänermark griffen 1700 den 18 jährigen Schwedenkönig an. Anfänglich schien es so, dass die dreier Allianz den Schwedenkönig Karl VII leicht würde besiegen können. Dem Sachseneinmarsch im Baltikum setzte sich aber ein schwedentreuers starktes Heer, bestehnd aus Balten (Esten-Letten) und Finnen, gegenüber. Der lokale Adel stand ganz klar hinter Schweden, er hatte Angst davor, dass mit dem Einmarsch der Sachsen die Bauern mehr Rechte erhalten würden. Die Privilegien, welche der sehr reiche baltisch (Estland und Lettland)-finnische Adel (Handel) hatte, wollte er nicht aufgeben.
Dänemark hingegen versuchte über die See Göteborg zu erreichen. Die dänische Flotte wurde aber in der Zange zwischen den verbündeten Niederlanden-England und Schweden aufgerieben. Die dänische Flotte floh. Kopenhagen wurde von Schweden angegriffen und der dänische König musste kapitulieren. Der Status quo ante wurde im Frieden von Traventhal besiegelt zwischen Schweden und Dänemark.  Dänermark schied bereits 1700 aus dem Krieg aus, noch bevor Russland in den Krieg eingetreten war. Zar Peter I zögerte mit der Kriegserklärung an Schweden, er wollte zuerst das Türkenproblem im Süden seines Reiches gelöst haben.
Doch Peter I konnte gegen das starke schwedische Heer keine Erfolge verbuchen. Nun hatte Karl freie Bahn und konnte ungehindert gegen den Polenkönig und sächsichen Kurfürst August ziehen. Er eroberte Warschau und Krakau. Polen holte Hilfe aus Sachsen, doch auch das Sachsenheer konnte nichts gegen die Schweden ausrichten. Nach zwei Jahren heftigem Kampf um Polen wurde 1704  von Schweden ein neuer schwedentreuer König für Polen-Litauen ernannt. Schliesslich eroberten die Schweden auch Westpreussen und Schlesien.
Karl der Schwedenkönig meinte nun auch gegen Russland ziehen  zu müssen, um Zar Peter I ein für alle Mal zu schlagen. Die Russen schnitten die vorrückenden Schweden aber vom Nachschub ab. In dem sie die Dörfer auf dem Weg nach Russland abfackelten und vor allem die Versorgunstruppen der Schweden ins Visier nahmen. Schwedens Armee litt schweren Hunger. Dazu wurden sie unaufhörlich von den nicht unter Hunger leidenden Russen attackiert. Karl wurde immer weiter gegen Süden, Richtung Ukraine, getreiben und müsste sich schliesslich ins osmanische Reich retten, wo er einige Zeit im Exil lebte.

Die Gunst der Zeit liessen sich die Herrscher im Norden nicht nehmen. Friedrich I von Preussen, August II von Sachsen-Polen und Friedrich IV von Dänermark schlossen sich zur nordischen Allianz zusammen. Und zogen gegen das königlose Schweden in den Krieg.




Russland. Dänemark, Preussen konnten ihre Gebiete nach langen Kämpfen sukzessive zurückerobern. Der grosse nordische Krieg schmiss Schweden vom Thron als europäischen Grossmacht. Europa stand neu unter dem Einflss folgender Mächte: Preussen-Hannover(England)-Frankreich-Russland-Oesterreich.

Die deutsche Sprache hielt Einzug in alle Grossmachthäuser Europas, ausser jenem der Bourbonen. Das sollte zunehmend auch für Spannungen sorgen.

Hier ein kleiner Ueberblick über das grosse Schlachtfeld Europa.




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