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Freitag, 5. August 2011

Der Soldatenkönig Teil 65

Hallo Odin


Preussen brach unter einer horrenden Schuldenlast von 20 Millionen Reichstalern fast zusammen. Preussen war aber auch Königreich geworden und mittels holländischer und hugenottischer Hilfe konnte es kulturell durchaus mit den anderern  mithalten. Am Hof in Preussen wurde französische gesprochen.

Friedrich Wilhelm I, Sohn Friedrich I, wurde von einer hugenottischen Gouvernante aufgezogen. Er sprach fliessend französisch aber nur schlecht deutsch. Das war damals durchaus so Sitte.

Sehr früh lehnte sich Friedrich (zum Glück?) sowohl gegen seinen zur masslosen Verschwendungssucht neigenden Vater und gegen seine philosophisch-schöngeistige Mutter Charlotte auf. Er widmete sich den pragmatischen Dingen allen voran den Kriegskünsten, aber auch der Buchhaltung. Als 6 jähriger erhielt er das Kommando über ein Kavallerie- und Infanterieregiment. Als 10 jähriger legte er sich ein eigenes Ausgabebuch an. Dem höfischen Tand und Pomp entsagte er und widmete sich immer mehr dem Militär.
Er wurde streng calvinistisch unterrichtet. Die theoretisch-wissenschaftlichen Fächer sagten ihm nicht zu.

Bereits als 10 jähriger erhielt er das Gut Wustenhausen. Auf diesem Gut erlernte er ganz praktisch die ökonomischen Grundlagen für die Gutsverwaltung. Was er da lernte, sollte er später auch auf Preussen übertragen. Aus den Untertanen der Wustenhausener Bevölkerung rekrutierte er eine eigene Wache. Aus dieser Wache entstanden in der Folge die legendären langen Kerls. Bald einmal war die wustenhausener Wache über 600 Mann stark.



Wustenhausen sollte über Jahre sein Experimentierfeld für die preussische Politik bleiben. Was in Wustenhausen gelang, wurde in Preussen ebenfalls eingeführt.
Während seiner Zeit als Kronprinz machte er auch wiederholt Fronterfahrung. Immer wieder verlangte er an die Front gelassen zu werden. Insbesondere im spanischen Erbfolgekrieg versuchte er in Wustenhausen Geübtes militärisches Handwerk auf internationalem Kampffeld anzuwenden.
Friedrich Wilhelm machte auch ausgedehnte Reisen, so zum Beispeil nach Holland, welche ihm die puritanisch-protestantische Ideologie noch näher brachten. Er musste auch mitansehen, wie im grossen nordischen Krieg, Preussen, obwohl Preussen nicht aktiv im Krieg war, sowohl von den schwedischen, wie auch russischen Soldaten verwüstet wurde.
Dieses Erlebnis stärkte in ihm den unbedingten Wunsch aus Preussen eine starke, eigenständigeMilitärmacht zu machen. Preussen solle sich in Zukunft gegen Plünderung zu schützen wissen.

Ab 1713 übernahm Friedrich-Wilhelm die Regierungsgeschäfte. Er war ein absolutistischer Herrscher durch und durch. Er duldete keinen Wiederspruch, sein Wort galt und nur sein Wort. Er liess sich von keinen Grafen ins Handwerkt reden (ganz im Gegensatz zu seinem Vater Friedrich dem Schiefen).
Er selber entliess einige Berater und stellte ihm loyale, pflichtbewusste und arbeitsame Staatsdiener ein. Er selber verlangte von sich ein enormes Arbeitspensum ab. Arbeitsinn, Pflichtbewusstsein, Unbestechlichkeit und Erhgefühl gegenüber dem Vaterland waren ihm die obersten Maximen. Allen überflüssigen Tand und Pomp liess er verbieten. Statt den barocken Perücken gab es den knappen Soldatenzopf.

Friedrich-Wilhelm machte aus den Preussen den Menschentyp für den heute ganz Deutschland und auch die Schweiz international stehen. Du siehst Odin, manchmal reicht ein Herrscher, um dem Staat eine clichée-Identität zu verpassen. Preussen war zuvor ein Vielvölkerstaat ohne wirkliches Nationalbewusstsein, Friedrich-Wilhelm schweisste den heterogenen Haufen zu  einer selbstbewussten Nation zusammen.



Als der Vater schliesslich starb gewährte Friedrich diesem zwar ein pompöses Begräbnis, für sich selber aber verzichtete er auf eine grosse Krönungszeremonie.
Sobald er König war änderte er einiges. Er verkaufte von den über zwanzig väterlichen Schlössern die meisten. Aus den Lustgärten machte er Exerzierplätze. Tafelsilber, Kutschen, die Hofkapelle, einfach alles was nach nicht zweckmässigem Prunk roch, wurde verkauft. Die Oper wurde geschlossen, die Kunstakademien nicht mehr gefördert. Viele Künstler flohen in anderer Fürstentümer und viele Hofhandwerker gingen bankrott.
Die Verwaltung wurde extrem gestrafft und von Friedrich Wilhelm akribisch überwacht. Die Gutsherren und Adeligen durften Ländereien besitzen, mussten aber Steuern zahlen und hatten kein Anrecht mehr auf ein höffisches Leben oder Einflussnahme in die Staatsgeschäfte.

Als die Habsburger gegen die Protestanten und Juden in Böhmen wüteten, kam dies Friedrich nur recht. Er lud sie offiziell in sein Reich Preussen ein und siedelte die arbeitsamen, sparsamen Protestanten im entvölkerten Ostpreussen an.

Im Militär änderte er auch einiges. So führte er die allgemeine Wehrpflicht ein. Er gründete auch eine Offizierskadettenschule für den preussischen Adel. Er wollte nicht, dass die Adeligen für fremde Herrscher Dienst tun könnten. Zudem gründete er auch das Regiment der langen Kerls, für das er in ganz Europa bekannt wurde. So musste ein langer Kerl grösser als 1.92m sein. Die langen Kerls wurden bevorzugt behandelt und erhielten einen sehr hohen Sold. Im Militär zog Friedrich seinen Sparkurs nicht so konsequent durch. Er machte aus dem preussischen Heer eines der grössten der damaligen Zeit.

1715 gab er auf langes Drängen Zar Peters nach und griff im grossen nordischen Krieg Schweden (das immer noch Pommern besetzte) an. Er gewann den Krieg und erhielt die schwedisch besetzten Gebiete im Frieden von Stockholm zurück.
Friedrich Wilhelm mochte aber den Krieg als politisches Mittel nicht. Deshalb erstaunt es nicht, dass die kurze Auseinandersetzung mit Schweden der einzige Krieg unter seiner Herrschaft war. Friedrich verkaufte auch die afrikanische Kolonie (Teil des heutigen Ghana) an Holland.
Alles was praktisch war, wurde von Friedrich gefördert, jeder Luxus verkauft. Das gewonnene Geld investierte er in praktische Anlagen für die Bevölkerung, so wurde aus einem einfachen Lazarett in Berlin das berliner Universitätsspital Charité.
Unnütze Philosophen hingegen wurden von Friedrich richtiggehend aus dem Land geprügelt.
1717: Führte er die allgemeine Schulpflicht ein. Etwas, das es sonst in Europa nicht gab. Ob Mädchen oder Knabe, alle mussten vom 5 bis zum 12 Lebensjahr in die Schule gehen.
PS: Im reichen England herrschte Analphabetismus, Kinderarbeit, keine medizinische Grundversorgung bei der Masse und Vetternwirtschaft, Masslosigkeit (Kolonialwahren, Patrizierhäuser, Landhäuser) bee den die Masse aussaugenden korrupten Lords und deren Bankiers und Grossindustrielle.

Friedrich investierte hingegen in Infrastruktur-Bildung und Sicherheit.

Bis zu seinem Lebensende widmete sich Friedrich vor allem der Innenpolitik. Er merzte Vetternwirtschaft und Korruption aus und machte aus Preussen einen schlagkräftigen, schlanken, finanziell gesunden "Vorzeige"staat.
Friedrichs Sohn hingegen war sehr musisch veranlagt. Die harte Erziehung des Vaters behagte ihm gar nicht. Er versuchte mit einem Freund (Hatte) aus Preussen zu fliehen. Die beiden wurden verhaftet. Und vor den Augen des Sohnes (Friedrich II, der Grosse) liess er dessen Freund töten.

1740 starb Friedrich Wilhelm I. Sein Verdienst ist es, dass Preussen zu einer Grossmacht wurde und viele typisch deutsche Tugenden sind auf seinem Dung gewachsen.

Einer der ganz grossen Herrscher war er bestimmt, da gibt es keine Zweifel. Ich ziehe noch heute mit vollem Respekt den Hut vor dieser für mich ganz grossen historischen Persönlichkeit.


Auch wenn die Welt heute den Bankstern-Hoffaktoren von anno dazumal zu gehören scheint mache ich voller Zuversicht weiter. Ich lasse mir die deutsche Seele nicht vom UK-US-Wallstrett-City of London Apparat zerstören. Ich kenne meine Wurzeln und bin stolz darauf. Ich hoffe, dass Du das dereinst auch sagen kannst.




We are perfect mirrors in the sun and we brightly shine. We are singing and dancing in perfect time. There is nothing in the world that we can do, to stop the light of love come shining through Song:

The Mirrors von Sally Oldfield......

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