Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Montag, 21. November 2011

Leoluca Orlando ein Mafiajäger??

Hallo Odin





Gestern war ich an der Buch Basel. Anwesend war auch Senator Leoluca Orlando. Er stellte da sein neues Buch vor und wurde von sfrdrs Italienkorrespondent Massimo Agostinis interviewt. Leoluca war von 1985 bis 2000 Bürgermeister Palermos. Uns sitzt seit 2006 im italienischen Parlament als Abgeordneter von Italia dei Valori.
Leoluca sass jovial im Sessel und lies sich von Agostini völlig harmlose Fragen stellen. Olivenölige Haare, volle Lippen, Primitivo-rote Augen und eine prall gefüllte Politwampe versuchten dem Publikum glauben zu machen, wie sehr sich die leolucanische Seele hinter deren üppigen Senatorenpanzer gegen Berlusconi gestellt habe.
Berlusconi habe alles falsch gemacht und er und seine Leute von "Italia dei Valori" seien dagegen gewesen. Immer wieder fragte Agostini nach, was denn falsch gemacht wurde. Ueber die vollen Lippen kam es dann wiederholt der Berlusconismus habe Italien geschadet.  Leoluca liess das Wort Berlusconismus auf seiner Zunge, Publikumsreaktionen erwartend, zergehen. Es schien als wolle er jetzt für seine Wortschöpfung Berlusconismus tosenden Applaus oder gar nach US-Manier eine dümmliche Polit-Standing-Ovation. Die Reaktion blieb aber aus, das schweizer Publikum liess sich nicht blenden und wartete erneut auf Inhalte, mit denen Leoluca die leeren römischen Politphrasen gefälligst füllen sollte.
Schliesslich liess sich Leoluca doch zu einigen inhaltlichen Aeusserungen hinreissen, auch wenn er diese nur halbherzig, dafür völlig fahrig vortrug, mehr noch vorbetete und mit matten unkoordinierten Italogesten zu unterstreichen versuchte. Wenn man genau hinschaute sah man aber, dass er mit seiner Mimik und Gestik das Gesagte (Gestammelte) postwenden DURCHSTRICH.
Ich fasse zusammen. Leoluca will
a) dass die Reichen in Italien mehr Steuern bezahlen müssen. Denn in Italien bezahlen, so wollte er uns glaubhaft machen, nur jene Steuern, welche nichts haben.
b) dass es weniger Abgeordnete gäbe, denn in Italien gäbe es dreimal mehr Senatoren als in den USA. Hier erlaubte sich Leoluca einen Gag, indem er uns aufklärte wieviel grösser doch die USA im Vergleich zu Italien sei. Es hat niemand gelacht, Leoluca merkte schnell, dass er nicht vor den Kameras eines Bungabunga-Italo-Senders sass, sondern vor einem kritischen Publikum der Messe "Buch Basel". Es war peinlich, man hatte fast sowas wie Erbarmen mit dem Mafia"jäger".
c) Wolle er eine meditarane Union bestehend aus Spanien-Griechenland-Italien-arabische Staaten. Nicht gesagt hat er, dass wahrscheinlich für seine Vision einer Südunion der Norden dann zahlen müsste.
d) Faselte er etwas von einem italienischen Frühling, der ganz ähnlich wie der arabische Frühlin von statten gehen solle. Und noch von Toleranz zwischen den drei monotheistischen Religionen, welche im Mittelmeerraum erfunden worden seien.

Differenziertere Statements waren dem Vollblutpolitiker aus Sizilien beim besten Willen auch nach dreissig Minuten nicht zu entlocken. Ach doch, der Technokrat Monti, solle möglichst schnell seine Aufgaben erfüllen, dann könne er den Staat wieder den richtigen Politikern übergeben, das sagte er auch noch.

Ehrlich, lieber Odin, ich dachte bereits ans Gehen.

Dann entlich sprach Agostini den Mafijajäger auch auf die Mafia an. Leoluca erwiderte, die Clans seien nicht mehr das Problem, die Mafia arbeite heute im Zeitalter der Globalisierung gut vernetzt auf der ganzen Welt. Viele grosse Mafiosi seien in den Norden ausgewandert. Bereits dachte ich, jetzt kommt dann wenigstens etwas Aktuelles, etwas Informatives, vielleicht eine Aufzählung von Banken und deren Verbindung zur Mafia. Weit gefehlt das wars auch schon.

Leolouca wollte bereits weiter schwadronieren, als ich meine Stimme erhob und Informationen über Profumo-Unicredit-Maifa-Sergio Ermotti erhalten wollte.
Aber ich wurde sogleich von Moderator Agostinis brüsk unterbrochen. Fragen könne man am Ende stellen, sagte er wirsch.

Leoluca faselte dann noch 10 Minuten weiter und dann war endlich das Mikrophon offen für Fragen. Eine Mikrofonträgerin, so schön wie ein italienisches Berlusconi-TV-Häschen, kam breit lächelnd üppig auf mich zu getänzelt und übergab mir das Mirkophon.

Fast hätte ich mich versprochen und einen katholischen Hochzeitsantrag gemacht, statt meine Frage zu stellen; unter solchen Umständen ist seriöses Politisieren offensichtlich nicht ganz einfach, das gebe ich kleinlaut zu.

Ich benahm mich und stellte die Frage. Ich wollte wissen, wieso Unicredit innerhalb von wenigen Monaten wegen der Legge Amato so schnell zur grössten Bank Italiens habe werden können? Weshalb man politisch nicht sofort intervenierte, als Berlusconi und der lybische Staat sich massgeblich an Unicredit beteiligte? Was er zur Ostexpansion d.h. Investition von Unicredit in marode Staaten wie Kasachstan, Asarbeidschan, Turkmenistan, Ukraine, Bulgarien, Rumänien, etc sagen könne?. Ob ein derartig gigantisches Unicredit-Engagement in extrem schwache Volkswirtschaften nicht ein enormes Risiko für den Staat Italien darstelle? Was er uns zu Sergio Ermotti sagen könne, der sechs Jahre lang im Vorstand der Unicredit-Hypovereinsbank und Bank Austria war? Was er uns zum Profumo Skandal sagen könne, betreffend Weisswaschen von Mafiageld über die Vatikanbank.

Leoluca hörte und schwieg, wie ein in sich zusammenfallender Oelgötze. Er schaute verzweifelt zu Moderator Agostini. Welcher dann auch gekonnt meine Frage abwimmelte und sagte, die Frage(n) seien weit am Thema vorbei,  es gehe ja um das neue Anitmafibuch von Leoluca, nicht um die Mafia und der Gast habe meine Fragen sowieso nicht verstanden.
 Ich lächelte nur und murmelte ins Mikrophon: "Peinlicher kann man Lügenbolde nicht decken". Agostini meinte dann ich solle nach der Diskussionsrunde Leoluca direkt die Frage stellen.

Leoluca stellte sich aber nach der Diskussion lieber in Pose um fotographiert zu werden und versteckte sich sogleich hinter dem Signiertisch, wo er von (in den Norden ausgewanderten Mafiosi?) Anhängern belagert wurde.

Nach dem Event sprang ich zu Massimo Agostinis. Und bat ihn, der er immerhin Italienkorrespondent in Rom ist und somit auch von meinen Steuerngeldern lebt, was er denn über Unicredit sagen könne.
Er meinte nur, da sei alles in Ordnung. Im Business gebe es keine Moral. Ich sagte dann, dann ist also die Moral nur mein Bier, Massimo Agostinis nickte und zog lächelnd ab. Er müsse zurück nach Rom. Die nichtsagenden Nachrichten von Morgen vorbereiten, dachte ich mir und schüttelte ihm kräftig die Hand. So wie es nach einem Ringkampf fair gemacht wird.

Als ich im Zug nach Hause fuhr, dachte ich mir, wie viel Information hält Agostinis zurück. Von was lebt er wirklich vom Salär des schweizer Radios, oder vom Zustupf aus italienischen Patentaschen? Mir wurde schwindlig, bis zu diesem Treffen, waren für mich Korrespondenten die Stimmen des reinen Gewissens aus dem Ausland.
Ich wurde eines besseren belehrt, das jouranlistische schweizer Gewissen aus Italien grinste mir noch im nächtliche Alp verwegen zu. Die Moral und Ethik ist Dein Bier und Leoluca der Mafiajäger hat Deine Fragen nicht verstanden. Er ist zum Signieren seiner Bücher in die Schweiz gekommen, es geht hier nicht um die Mafia.
Danke Massimo, ich weiss nun besser wie Italien funktioniert, ich fühle mich nicht gut dabei.

Am nächsten Morgen wusch ich mir das hässliche Gestern mit eiskaltem Blattenheidwasser aus dem Gesicht, kleine Zorn(stolz)falten auf der Stirn habend, nahm ich den Kampf gegen Ungerechtigkeiten trotzdem überzeugt wieder auf.


Massimo Agostinis, Verteidiger Leoluca Orlands an der Buchmesse Basel






Hier siehst Du noch wie die Mafia, d.h. die Mafia als Bank of America ( Italy ), das Bild Profumos (CEO-Unicredit) hochhält. Uebrigens die Grössenverhältnisse stimmen.


Gruss

Nachtrag: Im Dezember 2011 hat Leoluca Orlando verlauten lassen, dass viele schweizer Banken von der Mafia unterwandert seien. Man solle sich die UBS als Vorbild nehmen, sie sei die einzige Bank, welche kein Mafiageld akzeptieren. Aeusserst bizarr Odin, nicht? Denn der Chef der UBS Sergio Ermotti hat jahrelang als Vizepräsident bei der grössten Mafiabank Europas (Unicredit) und zuvor bei der weltweit grössten Mafiabank: Bank of America. Diese Bank hiess früher Bank of Italy und wurde von der Chosa nostra in San Franzisio gegründet.
Auch eine Taktik der Mafia, man stellt einen Mafioso als Mafiajäger auf und lässt ihn mit den Fingern auf die anderen zeigen, um von sich selber abzulenken.

Pfui Leolando, das ist schmierigste Komödie, was Du da betreibst. Und nach den Publikumsreaktionen in Basel ist mir klar, dass man ihm  in der Schweiz sicher nicht traut.

Dein Simorre

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