Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Dienstag, 24. Januar 2012

Solothuner Filmtage

Hallo Odin


Habe mich die letzten Tage während den Solothurner Filmtagen durch die Massen geschlängelt. Gute Stunde vor Filmanfang musste ich mich bereits vor eine Kasse bemühen, oder direkt vor einer Kinotür Wache halten. Die Anstehkolonnen waren definitv von angelsächsischem Ausmass. Zum Glück fehlte aber der eitel kitschige Hollywood Galmour und somit auch die wenig filminteressieretn, dafür hysterisch kreischenden Star-Groupies.
Das gemütliche Biertrinken und diskutieren zwischen den Filmen, kam deutlich zu kurz. Die intime Atmosphäre des "Klein"festivals scheint verloren und doch nicht ganz, denn es gab immer noch die vielen, vertrauten typisch solothurnerisch beschaulichen Momente. Oft waren die französischen Filme ohne deutsche Untertitel wunderbare Oasen der cinematophilen Musen. Volle Konzentration auf den Film und wenig ablenkendes Stimmengewirr, ich fand das toll. Einige meckernde Französischmuffel aus Zürich und Anhang hingegen fanden französisch klar zuwenig englisch, standen auf und gingen.

Am diesjährigen Festival hat es einige Leckerbissen dabeigehabt.

Mein absoluter Favorit war The Turin Horse von Bela Tarr

Ein harter, scharfer, echter, verbissen konsequenter Film, der den Kampf des Menschen in der Natur bis ins kleinste Detail genau erfasst. Ein Film, der den Willen des Menschen auch dann noch zelebriert, wenn die Welt aufgehört hat zu existieren. Bela Tarr, hat die Apokalypse mit so unglaublich schroffen Kontrasten und schweizeruhrkonsequentem Drehbuch auf den Alltag der Menschen einbrechen lassen, dass man beim Zusehen tiefste Wurzelzahnschmerzen kriegt.
Tarr zeigt vier Menschentypen und ein Pferd wie sie mit dem Erlöschen der Welt umgehen.
Der alte Starrkopf, hackt das Holz auch dann noch, als die Anzeichen des nahen Untergangs bereits deutlich ins Haus standen. Tarr lässte den veribssenen Alten selbst in absoluter Dunkelheit, als bereits alle Elemente aufgehört haben zu sein, seiner Tochter zuraunen, dass sie gefälligst essen möge.
Die Tochter ist der biblische Typ der komplett loyalen, unterwürfigen Dienerein des Mannes. Ohne Abweichung, dient sie jeden Tage auf den Punkt genau in derselben Art und Weise, dem Alten, sie resigniert erst beim Ausgehen des Lichts und des Feuers.
Das Pferd, verweigert die Arbeit, Essen und Trinken sobald es die Veränderung warhnimmt. Das Tier nimmt die Veränderung klar vor den Menschen wahr. Als das Tier bereits resigniert, haben die Menschen noch nicht mal erahnt was auf sie zukommen wird.
Der Gelehrte kauft sich eine Flasche Schnaps beim Alten, erzählt alles was er weiss, steht auf und geht einsam in die stürmische Einöde um sich volllaufen zu lassen.
Die Zigeuner besetzen und verhexen alles (so predigt es der Weise, bereits bevor der Alte direkten Kontakt mit den Zigeunern haben wird). Sie sind es, welche die Elemente zum verschwinden bringen. Mir schien als seinen die Zigeuner ein Sinnbild für die neoliberalen Kapitalisten, welche die Elemente dem Menschen klauen. Wenn  man bedenkt, dass heute bereits Wasser, Wärme (Oel, Strom, Holz), Nahrung und saubere Luft hoch spekulative und deshalb sehr teure Güter sind, merkt man wie aktuell der Film ist. Das Menschenrecht auf Nahrung, Wasser, Wärme ist zur Zeit des aktuelle Raubtierkapitalismus Arg unter Beschuss. Da verweise ich auf einen anderen Film, der mich sehr bewegt hat. Botteld Life, ein Dok, der Nestles Geschäft mit Trinkwasser zeigt.
In Tarrs Bild sind die Zigeuner Sinnbild für die CEOs der grossen Weltkonzerne, sie tauchen im Film johlend auf, schenken als Ablenkung eine scheinheilige Ideologie (Buch), in der die Tochter (Dienerin) liesst, während die Ziegnuer das kostbare, überlebenswichtige Wasser klauen.
Siehe Grossindustrien (Nestle), welche scheinheilige Wasserförderungsprogramme für Dörfer anbieten und so eine stupide geschäftswirksame Ideologie verbreiten, um sich einzuschleichen und für viele unbemerkt ganze Wälder, Flüsse, Berge für ein Apfel und ein Ei zu erschleichen.
 Vergleiche mal die britischen und französischen Einwanderer und ihr Umgang mit den Ameroindiens, da wirst Du merken, wen Tarr mit seinen Zigeunern meint.

Hier der Trailer der Tarr Apokalypse






und hier der Nestle-Wasser Trailer(Tarrs-Zigeuner d.h. Skull and Bones etc Brüder??)



und hier schiebe ich noch ein Interview mit Tarr ein. Tarrs Filme sind tausende Fotomeisterwerke aneinander gereiht. Tarr lässt einem Zeit die Bilder genau zu betrachten, es gibt keine schnellen, unsauberen Schnitte. Tarr zwingt den Betracher die Asthetik seiner Bilder zu erkennen. Keiner kann sich an Tarrs Bildkunst vorbeischummeln.



Ein guter Film verändert Dich, ein schlechter Film auch. Der Film ist kondensiertes und konzentriertes Leben.
Wer den Film liebt, liebt das Leben.


Alles Gute Odin Dein

simorre

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen