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Samstag, 18. Februar 2012

Gerhard Roth und die Orkus-Hölle

Hallo Odin


Bin eben mit Gerhard Roth (Orkus) durch die Hölle gegangen. Bin geschreddert, zerzaust, verstört und satanisch ausgelaugt.



ORKUS ein wahnsinnig gewordener, barocker Höllenepos!




Wenn der Teufel den Orkus von Roth lesen würde, käme selbst er ins unendlich schwaze Grübeln.


Um Dir die Erträglichkeit des Werks zu versinnbildlichen, poste ich ein Video von der Weltenmaschine Gsellmanns.



Es ist eine schmerzhafte Reizüberflutung, es ist unser höllisches unbarmherzig nach aussen gekehrtes Innen(seelen)leben.
Gsellmann hat bloss vier Jahre die Grundschule besucht, aber er hat die Vernetztheit der Weltenseele, ihre Absurdität und gleichzeitge Komplexität unglaublich gut erfasst und eindrücklich dargestellt.

In Orkus nimmt uns Roth bewusst in den Untergrund des menschlichen Bewusstseins. Mit fast schon selbstzerstörerischem Antrieb versucht er den Menschen ihre eitlen Masken zu entreissen und die oft grausame Tiefe der menschlich-bestialischen Urtriebhaftigkeit auszuleuchten und zu beschreiben.

Um das wahre Innenleben zu ergründen nimmt uns Roth deshalb mit ins Irrenhaus. Irre Maler, Skulpteure, Schrifsteller zeigen in ihren Werken die Seele ungeschminkt und echt? Deshalb beginnt der Gang in die Hölle im Irrenhaus. Das Fazit ist erstaunlich, am Schluss des Buches, werden wir gewahr, dass die offensichtlich Geistesgestörten viel weniger gefährlicher sind, als die Menschen, welche ihre Höllentriebe hinter einer angepassten, gut bürgerlichen Fassade verstecken.
Der Fall Fritzl hat uns unschön gezeigt, dass scheinbar normale Menschen zu Höllischem fähig sind. Wen muss man mehr fürchten, den offensichtlich Gestörten, oder den versteckt Gestörten?



Da mir die Waldau und Münsingen bekannt und nahe stehen, verweise ich auf zwei weltbekannte schweizer Irrenhäusler. Adolf Wölfli und Friedrich Glauser.

Adolf Wölfli war Verdingkind. Wölfli wurde 1863 im Kanton Bern geboren. Sein Vater war Steinmetz und Alkoholkrank. Als Wölfli 6 jährig war, trennte sich der Vater von der Familie. Wölflis Mutter musste den Lebensunterhalt als Wäscherin verdienen; das Geld reichte nicht. Wöfli und seine Mutter wurden armengenössig. Wölfli wurde verdingt, d.h. das Sorgerecht wurde der Mutter abgesprochen und Wölfli musste als Knecht auf einem Bauernhof arbeiten. Wölfli war intelligent, kreativ und sehr liebesbedürftig. Während Jahren arbeitete er als Knecht und Handlanger. Wölfli hatte mehrere Liebschaften, aber alle scheiterten an seinem mangelnden Vermögen. Schliesslich wurde Wölfli wegen wiederholter Notzucht an Kindern in die Irrenanstalt Waldau gesteckt, wo er mit der Etikett-Diagnose Schizophrenie bis zu seinem Tod 1930 lebte. In dieser Zeit schuf Wölfli ein mehrere tausend Seite umfassendes, unglaubliches Werk. Er malte, komponierte und schrieb und brachte einige Archetypen auf Wölfli Art zur Erdgeburt.

Ich poste hier einige Bilder. Beachte sie gut, Odin, vergleiche sie mit Mandalas oder den Hölle-Himmel-Darstellungen der grossen christlichen Künstler.

Diese Bilder habe ich heute in der Waldau gemacht. Da steht im Museum ein ganzes Samelsurium von Wölfli "Mandalas".
Ein Bild, welches ich aus dem Internet habe.


Unten habe ich Dir noch ein literarisches Wölfli-Extrakt gepostet. Es schildert die Entdeckung des Paradieses durch die eidgenössische Jäger und Naturavantgarde. Bemerke auch die unglaubliche Zahlenakrobatik Wölflis.




Ich möchte Dir einige weitere Seelebilder von anderen psychiatrischen Patienten zeigen. Beide beschreibt Gerhard Rot auch in seinem Orkus.

August Walla


Wallas Gott-Teufel


Peter Pongratz


Vergleiche nun mal die Seelenbilder der Irrenhäusler mit  Bartolomeo Furosinos (bekannte Künstler 1420-1430) Bild der Hölle/Himmel. Für alle die meinen die Bilder Furosinos seien nur wegen der geistigen Vorlage der göttlichen Komödie Dantes entstanden poste ich hinduistische und budhistische Höllenbild.





Die hinduistische Hölle heisst Naraka. Auch der Budhismus kennt Höllendarstellungen.


Dieses Fresko stammt aus einem budhistischen Tempel in Nordthailand.

Sie ähneln sich sehr die Seelenbilder. Wie kann es sein, dass ein Adolf Wölfli, welcher Verdingbueb im Emmental war, keine rechte Ausbildng hatte und trotzdem so Nahe an der spirituellen Maltechnik des fernen Ostens liegt?



Ob soooo viel Hölle, können einem leicht etliche Haare, senkrecht zu Berge stehen.


Oft liegen die grössten Schätze in schäbigen Entsorgungseinrichtungen.

Fortsetzung folgt.

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