Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Zum Haus der gerechen Hoffnun

Freitag, 25. Mai 2012

Mittelreich/Bierbichler. Wir stecken alle tief in der Odelgrube!

Hallo Odin


Mir graut vor kalten, seelentoten Geschichtsbüchern, geschrieben von Leuten, die im Leben nie an  vorderster Front mitgekämpft haben. Das Leid der Menschen interessiert den Historiker wenig, Staatsverträge, Grenzverschiebungen, Attentate hingegen schon. Bei Bierbichler ist das genau umgekehrt. Die grosse Geschichte sucht in irren Schüben die Kleindörfler heim, treibt sie aus ihren Nestern in die weite Welt hinaus. Bierbichlers Buch ist das Buch der von der grossen Geschichte getriebenen und vertriebenen Kleinbürger.
In seiner Geschichte, macht die Politgeschichte der Grossen  aus gesunden, bodenständigen, gottesfürchtigen, kräftigen Bauernmenschen seelenkranke, heimatlose, skrupellose (gegen sich und andere) Krüppel.
Die Geschichte der Kleinbauern, Mägde, Knechte, Flürchtlinge, Internatsknaben, welche wie Zinsoldaten von General, Kaiser, Diktator, Pfaffen und geilen Mönchen über ein irres Spielbrett getreiben werden, diese tief berührenden Geschichten interessieren Biebichler.

Bierbichler hat es nicht mit den Grossen und schon gar nicht mit selbsternannten Autoritäten. Sie machen ihn krank, seelenkrank. Sie rauben, so vermute ich, ihm die Hoffnung auf eine freie, gute Bierbichlerwelt. Deshalb lässt Bierbicheler seine Gestalten in hässlichster Metzger-Manier gegen Autoritäten auffahren. Und man kann es ihm weiss Gott nicht verüblen, denn jene welche grosse Geschichte geschrieben haben in Deutschland, haben dies auf dem Buckel von Millionen eingeschüchteter, ausgenützter, malträtierter, massakrierter Seelen getan. Jene die deutsche Geschichte geschrieben haben, haben sich feige in Bunkern erschossen und verratene Generationen  schuldgeplagter, nationalistisch komplett orientierungsloser Menschen hinterlassen. Generationen, welche von fremden Mächten regiert wurden und immer noch werden und sich, egal ob im russischen-französischen-britischen oder amerikanischen Sektor lebend, im Selbst, im eigenen Herzen, nur noch mit grösster Scham als überzeugte Deutsche bezeichnen konnten.
Ein jeder Judenwitz, welcher den betrunkenen Dörflern über die Lippen rollte, richtet sich im eigendlichen Sinn nicht gegen die Juden, sondern gegen jene, welche die Bauern verraten haben. Gegen jene, welche aus einem bescheidenen, anständigen Volk, ein international immer wieder verfilmtes, germanisches Massenmordmonster gezüchtet haben. Die Wut gegen diese Autoritäten steckt tief in Bierbichlers Knochen, vermute ich. Es geht ihm um den brutalen Verrat am Kind, an der unschuldigen Seele.


Sepp Bierbichler hat hundert Jahre deutsche Geschichte mit einer beneidenswerten archaischen Urgewalt zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Er hat die Geschichte eines ganzen bayrischen Dorfs, ja einer Seegegend bestehend aus mehreren Dörfern samt Kreisstadt, ungehemmt gefleddert und in barock-schwülstiger Art und Weise,  mehr oder weniger  verdaut, auf jungräuliches Papier erbrochen. Und das ist kein Verbrechen, weil es absolut zu Bierbichler passt. Bierbichler bleibt sich nicht einfach nur stur treu, sondern er schafft durch sein Buch, aus sich und mit sich und gar auch noch mit dem Leser zusammen ein Bollwerk  literarischer Kunst.



In seiner Schrift tun sich seelisch-jauchige Abgründe auf, dass es einem das Gedärme beim Lesen nur so um den vernarbten Ansatz der eigenen abgeschnitten und verdorrten Nabelschnur schleudert. Auch der hartgesottenste Leser, wird bei der Lektüre an empfindlichsten Stellen jäh gepackt.
Bierbichler traut sich ungehemmt zu sagen, wie die Dinge sind im rechten Leben. Er tut dies nie belehrend, auch nie trivial, sondern immer saftig-lebendig. Bierbichlers Sätze tönen schmetternd-wagnerartig und riechen nach Schlachthof und Sperma. Und in diesem bayrischen Blut- und Leberwurst Umfeld sind Menschen zum Leben verdammt. Einem Leben, in dem sie eine geerbte Beruf-Familien-Glaubens-und Kriegsschuldrolle zu spielen haben. Die Rolle wird mit der Geburt vergeben und muss gespielt werden (Erbsünde?) Und alles wird minutiös mit höchstem Argwohn kontrolliert von jedem anderen Dorfbewohner. Und weil man dauernd beobachtet wird, macht man es umgekehrt natürlich auch, weil man verpflichteter Teil vom Ganzen ist.
 Jeder leidet, keiner ist frei. Egal ob der Seewirt, der zwar einen ganzen Sturm mit einer Wagnerarie tot zu singen vermag, aber nicht fähig ist sich selber zu befreien, oder der geflohene schlesische Bankangestellte, der den verantwortunglosen Bankstern von heute einen bissigen Spiegel entgegenzuhalten vermag, aber nicht in seine Heimat zurück traut,  oder die bigotte Hitlerjungfrau, welche keine Seele hat, dafür umso mehr die Seelen anderer klaut und sich nicht einmal scheut sich selbst grosse  Diktatorenseelen  in megalomaner Art überzustülpen.
Jeder hat alle Körperöffnungen vollgestopft mit Verpflichtung, belastender Vergangenheit. Jeder hat die bis an den Rand gefüllte, besser überfüllte Seele in zerstörerischem Würgegriff. Es darf nicht rauskommen, was rauskommen müsste. Es wird unterdrückt, vertuscht, verboten und gezwungen, dass der menschenverachtenste Oberteufel, seine wahre Freude am Nachkriegsdorfleben hätte.
 Ganze Dörfer voller raunzender, saufender, betender, geld- und geltungsgieriger, grobschrötiger Voralpendickschädel sind das Resultat.. Alles Zwangsneurotiker, welche zwar äusserlich den starken, markigen Bayer darstellen, im Innersten aber bis in die tiefsten Tiefen der persönlich-seelischen Odelgrube voller Zweifel sind. Nicht wenige werden nach Jahren der Unterdrückung zu wandelnden Kältesärgen. Eine Kälte, welche die heranwachsende Generation sobald sie geboren werden mit Frostbeulen übersät, welche sie dann ein Leben lang als hässliche, tiefste Narben herumtragen müsssen. Man kann die Vergangenheit, die Schande nicht ablegen, auch wenn man den Vergewaltiger in Stücke schneidet, das ist das Elend, die Hoffnungslosigkeit, die bleibt, wenn man dieses Buch gelesen hat.

Kann Bierbichler vergeben? Diese Frage hätte ich ihm gerne gestellt in Solothurn, leider kams nicht dazu.

Und doch, es gibt Lichtblicke, Bierbichler zeigt uns auch die Vorzüge des Dorflebens. Man sagt sich was man denkt und sagt es so, dass es auch jeder versteht. Man versteht anzupacken, hilft einander, schlägt sich halbtot, um unmittelbar hernach wieder Frieden zu machen. Und man ist eins mit der Natur.  Man beutete sie nicht sinnlos aus und unterwirft nicht alles dem Geld. Die heile Welt scheint aber mit dem Geld der Neureichen und dem Krieg ziemlich zerstört worden zu sein.
Leider ist  der Experte  ein gewiefter Hund. Er lernt vom Laien unglaublich viel. Man muss nur immer schön Werbung machen und den tumben Bauern die neuen Produkten unter die Nase reiben. So lange, bis sie sich im Kaufrausch bis über beide Ohren verschulden und ihr Land, Natur, Ehre und Würde an das Grosskapital verkaufen müssen.

Das Grosskapital hat ganze Arbeit geleistet, es hat einen Krieg finanziert, die Menschen entwurzelt und hält sie  heute allesamt als fette Zinsgeldkühe für die Zinsmilchsüchtigen , welche in unstillbarer Sucht die Zinsmilchzentralen in Frankfurt, Paris, New York, London, Rom und Wien betreiben. So geht das?


Danke fürs Buch, ein starkes Stück.
Wenn ich fünf Sterne zu vergeben hätte, dann würde ich diesem Buch mindestens sieben schenken.



Was will die blonde Protestantin aus gutem norddeutschem Haus  im archaischen Süden schon? Was kann aus einer solch unwirklichen Ehe schon für ein Seewirterbe entspriessen? Ein nördliches Kuckucksei in fetter katholischer Wiese, die Bierbichlerkathastrophe ist vorprogrammiert?





An den Solothuner Literaturtagen habe ich, lieber Odin, das bierbichlersche Stimmgewitter direkt, ungefiltert gehört. Der Wind pfiff durch den Saal, es donnerte, blitzte und regnete heisse, dicke Tropfen. Das Gewitter hielt an bis aus dem Solothurner Säulensaal ein einzige grosse dampfende Odelgrube wurde und alle ein Stück vom eben noch jungräulichen Entelein gefressen hatten. So geht es halt im Leben, man tritt ins Leben ein, ganz ungefragt, unbescholten und jungfräulich, sobald man die Erde aber betritt, wird man vom Leben in kleinen Stücken  aufgefressen.
 Und noch was, die fetten Jahre sind oft die perverstesten. 


Ich bat den Autor nebst der Unterschrift auch noch das Entlein zu zeichnen. Er tat es und machte einen Kreis  drum herum und sagte und das ist die Odelgrube.

Das Schöne und Unverdorbene wird direkt ins Jaucheloch geboren, so geht das?

bhüetäch Gott??

Und noch was lieber Odin. Wie Bierbichler bin auch ich in einer riesigen Beiz in einem abgelegenen katholischen Voralpendorf aufgewachsen. Das Buch ist mir durch Mark und Bein gefahren.






"Ruf der Orden des Aaron und des Melchizedek." Beides waren jüdische Hohepriester. Dass hinter dem obskuren Zeichen (ligierte Hände) sich das G des Evangelium verbirgt, ist auch kein Zufall. 
Soll das eine Anruftafel sein zum Bau des dritten Salomontempels. Und dies in einer katholischen Kirche?





Wahrscheinlich handelt es sich um eine katholisch getarnte Kapelle der sich in den  Rotarier, Kiwaner und Lions Club versteckenden, nach Melchizedekmagie arbeitenden Freimaurern!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen