Zum Haus der gerechten Hoffnung

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Sonntag, 7. Oktober 2012

Gliebtes und verfluchtes Land



Hallo Odin



Ich möchte Dir noch ein Buch emfpehlen.



Hannelore Deinert hat hier nicht irgendeine Familiensaga geschreiben, sondern bewusst die Geschichte einer Familie in Schlesien aufgezeichnet. Schön an diesem Buch ist, dass sie die Zeit vor, währnd und nach dem zweiten Weltkrieg aus der Sicht der zuhause Gebliebenen beschriebne hat. Deinert hat den Fokus auf den Alltag der Frau in diesen sehr turbultenten Zeiten gelegt. Frauen, die um ihre Männer im Krieg bangten, Frauen die sich vor dem Einfall der Polen und Russen fürchteten, Frauen die sich entscheiden mussten ihre Hab und Gut zu verteidigen, oder aber zu Fuss hunderte von Kilometern durch das zerbombte Land zu fliehen. Frauen, welche unglaublich viel ertragen mussten und schier unmenschliches geleistet haben. Frauen welche oft nie über ihre Traumas sprechen konnten. Frauen, welche entwurzelt, entseelt und ausgelaugt im Westen des Landes ein neues Leben aufzubauen versuchten. Oft waren die geflohenen Preussen (so nannte man alle aus dem Osten kommende Flüchtlinge im Westen) auch für die Menschen im Westen eine Plage. Die Fremden ausgehungerten wurden nicht mit offenen Armen empfangen.
Schön an diesem Buch ist auch beschrieben, wie die Kinder trotz allen Kriegswirren und grossem Leid unbeschwert ihren Spielen nachgingen und als Hoffnung für eine neues, friedliches Deutschland betrachtet wurden.

Es ist an der Zeit, dass man diese Geschichten gut aufarbeitet. Das schlimmste ist, wenn Unrecht verschwiegen bleibt. Es gibt viele Holocoust Filme, aber es gibt kaum Filme, welche z.B. die Bombardierung Dresdens zeigen. Es gibt kaum Filme, welche das Sträflingsleben in Sibieren zeigen. Es gibt kaum Filme, welche diese Schicksale der Ostvertriebenen gut aufarbeiten. Es würde der deutschen Seele gut tun, wenn man ohne falsche Scham, sich mehr der Geschichte Schlesiens, Pommerns, Preussens, Böhmens, Mährens, Siebenbürgens widmen würde.

Die grosse Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat ihren Alltag gelebt und sich wenig um die NSDAP-Schergen gekümmert. Die meistne Menschen haben sind ihrem Alltag nachgegangen und haben sich kaum um Politik gekümmert. Dass die Männer in den Krieg mussten und die Kinder umerzogen wurden, missfiel den meisten. Die Menschen kümmerten sich um das Wohl der Familie, des Dorfes, der Stadt, die grosse Politik verunsicherte die meisten.
Wie war der Alltag in Schlesien, wie war er in Böhmen, wie im Sudetenland, wie in Siebenbürgen das musss uns interessieren.
Das Gebell des von UK-USA finanzierten braunen Oesterreichers kennen wir aus Wochenschauen und zig Hollywoodfilmen. Das Leben der Deutschen im Osten hingegen ist kaum bekannt.

Wie war es in Königsberg zu leben, wie in Tilsit, wie in Brünn, wie in Breslau, wie in Schäsburg? Das muss uns interessieren, das sind wir den Vertriebenen schuldig, meine ich.

Es gibt noch viel zu tun, wie haben nicht mehr viel Zeit dafür, denn Zeitzeugen gibt es immer weniger.

In Schlesien lebten 6 Millionen Menschen vor dem Krieg (ca. die Einwohnerzahl der Schweiz 1970). Alleine beim Ueberfall der Russen und Polen verloren weit über eine Million schlesischer Zivilisten ihr Leben. Hundertausende wurden misshandelt, gefoltert und vergewaltigt. Diese Zahl gilt nur für Schlesien.
Man kann Gut und Gerne davon ausgehen, dass beim Einmarsch der Russen binnen weniger Wochen gleichviel deutsche Zivilisten umkamen, wie Juden in den Konzentrationslagern während dem ganzen Krieg.
Auge um Auge Zahn um Zahn, so sieht für mich die freie neue Welt nicht aus. Auch die A-Bombe auf Hiroshima und Nagasaki, sowie die Millionen von Zivilisten, welche in Vietnam und Korea von den US-GIs jahzehnte nach dem 2 WK ermordert und geschändet wurden, haben wenig mit Zivilisation zu tun.

Die Befreier sind oft jene, welche das Gefängnis in Auftrag gegeben haben. Das musst Du Dir ganz dick hinter Deine Ohren schreiben, lieber Odin. Und die Befreier sind oft die grausamsten Wärter.
In Russland sind 60 Millionen Menschen in Gulags umgekommen, so verhält sich kein Befreier, oder??

alles Liebe

simorre


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