Zum Haus der gerechten Hoffnung

Zum Haus der gerechten Hoffnung.

Zum Haus der gerechen Hoffnun

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Sonntag, 12. Mai 2013

Literaturtage Solothurn 2013




Hallo Odin



Halbtaumelnd schreite ich, in Walsergedanken wankend und von Nikotinsucht getrieben auf den Balkon. Jäh schrecke auf aus meiner inneren Welt, mir ist bitter kalt, nicht wegen dem eisheilig kalten Novembermaiwind der böig-grimmig entgegenpfeift, sondern wegen dem Gejohle einer, genau wie ich in Beton gefangener, zivilisierter Kriegsmeute. Fc TEEE, FC TEEE lalalalala, FC TEEE-FC TEEEE wirft der Wind schubweise gegen meinen graukalten betonierten Balkonkasten. Früher waren sie freie Kelten, wilde Wikinger und heute saufen sie kollektiv alkoholfreies Industriebier und treiben ihre überteuert bezahlten Hochglanzgladiatoren, in sterilen 0815 Arenen zum seichtblutigen Showkampf an.
Wenn sie nur wüssten was ich vor einigen Tagen im Elsass erfahren habe!
Kurz vor  Mitternacht suchte ich ein Hotel in einer kleinen Stadt (Haguenau) im Elsass. Eine Gruppe von Männern, ich dachte es handle sich um Monteure,  standen um einen vollautomatischen Check-in Kasten herum. Der eine fluchte lauthals, weil der Apparat seine Karte nicht akzeptieren wollte. Er sprach auf den Apparat ein, als handle es sich um eine störrische Rezeptionistin. Ich wartete eine Weile und fragte dann, ob ich helfen könne. "Das Scheissding will nich" war die knappe aber klare Antwort. Er habe vorgebucht und dieser Scheisskasten akzeptiere seine goldene EC-Karte nicht. Als er sie sah drückte er mit voller Wucht  in wütender Raserei grob die Klingel ein. Sprechen sie Deutsch oder Englisch, sagte er und wartete keine Antwort ab, sondern sprach weiter in fürchterlichem Englisch  harsch in das Plastikmikrophon.
Ich frage einen der Gruppe ob sie auf Montage seien. Der verneinte und sagte, dass sie sich Fussballspiele anschauen würden, morgen sei es  in Tours das Spiel Tours-Arles. Gestern seien sie in Offenburg an einem Spiel gewesen und einige der Gruppe würden auch Pferderennen ansehen. Ich fragte nur, ob sie das professionell machen würden und ob sie auf die Spiele wetten würden. Darauf erhielt ich keine Antwort und als ich dann noch nachfragte, ob sie überhaupt wüssten, wo Arles liegen würde, merkte ich wie die Situation unangenehm, ja feindselig wurde. Zum Glück war die Rezeptionistin mittlerweile aufgetaucht, ich war in Halbsicherheit. Ich wartete bis die vermeintlichen Monteure sich elektronisch eingechekt hatten. Ehe sie gingen sagte mir der eine noch, die Rezeptionistin könne doch französisch  ob ich sie fragen könne, ob das im Preis inbegriffen sei!

  Wenn nun also die johlenden FC-TEEE-Fans wüssten, dass grobschlächtige Soldaten von Wettpaten von Spiel zu Spiel geschickt werden, um sicher zu gehen, dass die von ihnen bestochenen Spieler auch das Spielen, wofür sie bestochen wurden, wenn die FC-TEEE-Fans das wüssten! Nein, ich vermute sie wollen es gar nicht wissen. Sagte man es Ihnen nämlich, so würden sie wütend das Gesagte als Verschwörung abtun, weil man Ihnen die einzige Freude, die sie in ihrer Betonwelt noch haben, vergälle. Irgendwie begreife ich sie und doch....


 So stehe ich also in meinem Betonkasten und höre das zivilisierte, sinnlose, nur für die Wettpaten  lukrative Kollektivgejohle und schweige.






Ich denke, also war ich gestern. Ja gestern war ich an den Solothurner Literaturtagen. Der Gewürztraminer biss mich zwar noch unfair hart ins Hirn und doch hörte und fühlte ich bei vollem Bewusstsein, das mehr oder weniger ostentativ intellektuell aufgewühlte Solothurn. Kein heiser frenetisches Gejohle, aber ein Ringen um wohlklingende Worte und alternativ intelligent anmutende Kleidung. Kein Betonkasten und eisiger Frühsommerwind, dafür harte Stühle und andächtiges Lauschen in stickig-schwüler Windstille.

Schisckin erzählte von russischen Liebesbriefen im Opiumkrieg. Und Evelin Hasler liess einen verkannten amerikanischen Helden, welche jüdische Intellektuelle vor den Nazis rettete, auferstehen.
Ich dachte mir noch, weshalb hat Literatur immer mit Krieg zu tun? Braucht der Mensch Elend und Leid um nachzudenken? Schon wurde ich von einer Masse stummer Zeugen aus dem Saal gespült. Ich ging durch die Hallen, vors Landhaus und wieder hinein. Vorbei an pensionierten Alleslesern, an Gattinnen reicher Männer, die ihre Zeit mit Karitativem und elitären Literaturzirkeln verbringen, an sich selbst zerfleischenden kritischen Geistern unserer Gesellschaft, an unbekannten hochintelligenten Literaturszenenbeobachtern, an gefeierten heimspielenden Autoren, an am Literaturbusiness mitverdienenden Buch- Manuskript- und Autorenspekulanten, an unbekannten provokativ kreativ und doch korrekt gehemmt, verkleideten Jungautoren, die nach Berühmtheit lechzten, an worthungerigen, verspielten  Literaturjunkies und an  zufällig Anwesenden.
Ich ging erneut in den Saal, zu Schertenleib, mit ihm war das nie Ankommen und stete Herumwandern, das Umschiffen des Nordirlandkonflikts und die Politmüdigkeit. Dann las er aus seinem neuen Projekt vor. In einer postapokalyptischen, tief archaischen Gesellschaft begeht einer einen Brudermord, wohl um aus der all zu engen Clanstruktur auszubrechen, um dann wohl befreit und politmüde herumzutreiben, einem tieferen Sinn nachjagend, versteht sich?
 Schertenleib sagte, dass er in Irland immer ein Blow In bleiben werde. Blow In würden die Iren alle zugezogenen nennen. Eine feine, edel gekleidete Dame, wohl eine Gattin eines reichen Mannes, sie sass direkt neben mir, nickte sichtlich erregt mit dem Kopf. Ja, ja in Irland würde es immer heftig winden! Die Dame war schon mal in Irland, wollte sie damit allen kundtun. Eine reiche Dame, für welche die Welt ein kleines Dorf ist. Eitel banaler Weltpseudokulturtratsch halt, auch dafür gibt's manchmal  Literaturpreise und garantiert Boulevardorgane in Milliardenauflage.
Ich gönne Schertenleib sein irisches Asyl ganz sicher aus vollem Herzen, ich gönne Schischkins schweizer Asyl ebenfalls und natürlich auch Haslers tessiner Refugium. Jeder hat sich behaglich an einem sicheren Ort eingenistet und schreibt wohlgenährt und stressfrei von seiner Sicht über die Welt.
Zu Ursula Krechels Landgericht Präsentation mochte ich nicht mehr gehen. Ich entnahm aus dem Programmheft, dass es da erneut um die Geschichte eines jüdischen Flüchtlings ging. Einer der von Kuba aus zurück nach Deutschland kam und doch nie ankommen sollte. Krechels Vorwerk handelt um jüdische Flüchtlinge in Schanghai.
Dann war da auch Michael Cunningham eingeladen, ein US-Pulizer-Schriftsteller. Wie könnte es anders sein, seine Themen drehen sich um die Grossstadtneurotiker in New York  der Nabel, falsch das Babel der Welt. Seine Protagonisten sind US-2 Weltkrieg Veteranen, Junkies, welche vom US-Nomansland in die Grossstadt ziehen, Schwule, Lesben, gescheiterte Kunstjournalisten und brandaktuell natürlich  bombenlegende Terroristen. Sucht man bei ihm nach fundierter Hintergrundsinfromation, oder echt kritischen Statements zu unserer Zeit, dann greift man tief ins Leere.
Die Welt geht vor die Hunde und erstickt im Morast der menschlichen Unvernunft und die Schriftsteller schreiben über die Geschichte von Glühwürmchen und peinlich sauber gehaltene Grosstadtgärten.  Muss das so sein? Ist die Schriftstellerei nur noch ein hollywoodesquer, schwer überzuckerter, absolut vitaminloser Bazookakaugummi fürs Hirn. Ist es anständig in einer Welt in der Millionen von Menschen auf der Flucht sind und Hungern, gerade auch wegen den selbstgefällign Grosstadtneurotikern in New York, Paris, London, Frankfurt, über die nichtigen Probleme einer verhätschelten Grosstadtgesellschaft zu schreiben. Wo bleibt das Feuer, das wirklich Licht in die dunkelsten Ecken unserer Welt bringen will.
In meinem Bauch bildete sich ein unbequemer, Nausea erzwingender, quälend unverdaulicher Klumpen aus triefender Ungerechtigkeit, die mir aus den Büchern entgegen kommt, die heute geschrieben werden. Denn wenn ich schreibe dann habe ich eine grosse Verantwortung. Nämlich die, denen eine Stimme zu geben, die zu ausgezehrt sind um selber sprechen zu können. Denen eine Stimme zu geben, denen man Land, Bodenschätze geklaut und sie zu modernen Arbeitssklaven gemacht hat.
Kommen wir zurück zu Cunningham, weshalb nur schreibt er nicht über die Millionen Hispanics die in den Waschküchen, Spitälern, Restaurants, Hotels der Grossstadtneurotiker für wenige Cents hart arbeiten müssen. Weshalb schreibt er nicht über jene illegalen, die sich eine Vergewaltigung vom Chef immer wieder gefallen lassen müssen, weil sie vom US-Gesetz nicht geschützt werden. Weshalb schreibt er nicht von denen, die in den USA todkrank sind, aber keine Krankenversicherung haben und deswegen nicht behandelt werden. Weshalb schreibt er nicht über die unsäglichen Rüstungsgeschäfte der USA? Etc etc etc.....


Wo ist überhaupt der Autor,  der ein Buch über die Verfolgung der Zigeuner schreibt? Wer schreibt ein Buch über die Zwangssterilisationen in den USA? Wer schreibt ein Buch über die Rassendiskriminierung der afrikanischen, von Lincoln "befreite", aber der Rechtswillkür überlassenen vogelfreien Sklaven (bis 1967!)?  Wer schreibt ein Buch über die Bombardierung Dresdens? Wer schreibt ein Buch über die polnisch-russische Eroberung Schlesiens? Wer eines über die neue Geschichte  im Kongo und der dortigen Interessen der internationalen Rohstoffgiganten?  Wer hat eines geschrieben über Sarkozys illegalen Krieg in Libyen, der als Bürgerkrieg anhaltet bis heute? Wer schreibt ein Buch über die Finanzierung der Rebellen im Syrienkrieg? Wer schreibt ein Buch über das miserable Leben der Menschen in Algerien, welches seit Jahrzehnten von Diktator Bouteflika regiert wird, welcher von F-USA-UK-I-NOR hofiert wird, nur weil diesen Ländern direkten Zugang zu den Oelfeldern von Bouteflika gewährt wird?   Wer schreibt ein Buch darüber, wie die Talibans (Saudiarabien) von UK-USA finanziert wurden und an die Macht gebracht wurden? Wer schreibt ein Buch über den Irak-Irankrieg? Wer schreibt ein Buch über den grassierenden Frauenhandeln in den von den USA/UK befreiten Ländern Vietnam, Kambodscha, Irak, Afghanistan etc. Wer schreibt ein Buch über Saddam Hussein, wie er von den USA an die Macht gebracht wurde und mit F-UK-US Chemiewaffen hunderttausende kurdische Zivilisten meuchelte und dass die USA Saddam den Krieg zu beenden halfen in dem sie auf zivile iranische Grossraumflugzeuge schossen ? Wer schreibt ein Buch über das Verhalten der GIs und UNO-Soldaten welche im Kosovo, Constanza, Vietnam, Kambodga etc stationiert sind? Wer schreibt ein Buch über das Oelgeschäft der holländischen Königsfamilie in Nigeria? Wer schreibt ein Buch über den elefantenschiessenden und brudermordenden König von Spanien? Wer schreibt ein Buch über die israelischen Atomraketen, welche den Weltfrieden gefährden? Wer schreibt ein Buch über die Manipulation der Finanzmärkte durch die UK-US-F-Geldinstitutionen (IWF-Weltbank-Bank für internationalen Zahlungsausgleich-Euripäische Zentralbank)? Wer schreibt ein Buch über die Entstehung der Mafiabank und heute grössten Bank der Welt, die Bank of America und wer eine kritische eine Biographie über den aktuellen UBS-CEO Sergio Ermotti?  Wer schreibt ein Buch über den Eugeniker und späteren Chef des WWF Julian Huxley? Wer schreibt ein Buch über Henry Ford, welcher das Kaiser-Wilhelm Institut für Rassenhygiene stiftete?` Wer schreibt ein Buch über Alfred Nobel, der sein Geld mit Tretminen generiert.

Ist es richtig, dass die Intelligentia sich selber ausgelassen feiert, aber die wirklich Schwachen keines Wortes würdigt.


Wenn dieses Kind das Opfer des Landminen produzierenden Nobelpreisstifters ist, wie ehrlich können dann die Preise die im Namen des Nobelpreiserfinders verliehen werden überhaupt sein? Wer bestimmt eigentlich was publiziert wird und was als unterdrücktes Manuskript gar nie zu einem verbotenen Buch werden darf?

Wo sind die kühnen, mutigen, schreibmächtigen Kämpfer für echte Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft? Wenn ich etwas nicht mehr hören mag, sind es Bücher über jüdische Vertriebene. Es gibt kein Volk der Erde das so viel Reparationszahlungen, Land, internationalen Schutz erhalten hat wie das jüdische Volk. Weshalb kommen noch heute jedes Jahr zig Bücher und Filme über den Holocaust auf den Markt, wo er doch jedem Kind bestens bekannt ist? Darf ein Thema so viel Platz einnehmen, dass andere Schandtaten im kollosalen  Holocaustschatten gar nicht mehr ans Licht kommen können. Ich bin empört und fühle mich elend.  Die Indianer, Aborigines, Kurden und viele andere Minderheiten wurden in diesem Schatten gemeuchelt, ohne dass ein Schriftsteller und die Massenmedien sich ihrer angenommen hätten. Weshalb gibt es heute noch kein Kurdistan, kein Palästina aber 200 atomare Sprengköpfe in einem illegalen Staat Israel?

Weshalb gehen unsere Schriftsteller nicht in die Welt hinaus und recherchieren über noch unbekannte Schandtaten? Weshalb gibt es kein Buch über Klaus Barbie, der nach dem Krieg auf der Gehaltsliste der CIA stand und über die Rattenlinie der katholischen Kirche nach Südamerika gefahren wurde , um dort paramilitärische Einheiten zu bilden und zu trainieren, welche dann die sozialistischen Regimes (Allende etc) zu stürzen hatten und den Weg so frei machten für die grausam dekadenten Militräjuntas? Weshalb gibt es für die Opfer dieses südamerikanischen Terros (der von den Grosstadtneurotikern bezahlt wurde!) keine Mahnmale, keine Fonds. Weshalb hört man ihre Geschichten bei uns kaum?  Weshalb schreibt kein Autor eine Biographie über den SS-Offizier Wernher von Braun, welche nach dem Krieg das amerikanische Apolloprogramm führte (wie ist sowas rechtlich überhaupt möglich?) Weshalb schreibt kein Autor eine Biographie über den Geschäftsführer und Oberchemiker der IG-Farben, welcher nach dem Krieg in der EMS-Chemie vor der Justiz versteckt wurde und in Sicherheit auf dem Schloss Rhäzuns residierte? Weshalb schreibt kein Autor ein Buch über die Banken Goldman Sachs, Schiff, Kuhn und Loeb und den obersten Freimaurer Deutschlands Hjalmar Schacht, welche die NSDAP an die Macht brachten?

Hätte ich in Solothurn ein Hotel buchen müssen, es hätte gut sein können, dass ich mit Aufpassern der wirklich grossen Weltwettpaten konfrontiert worden wäre. Sie hätten fliessend französisch gesprochen, sicher und hätten auch keine anzügliche Witze gemacht, sicher nicht, aber sie wären nicht weniger gefährlich gewesen als die Soldaten der Fusballwettpaten! Denn sie sind es, die dafür sorgen, dass Autoren nur schreiben und erzählen, was geschrieben und erzählt werden darf! Ist die Literaturschöpfung ein Selbstbedienungsladen für die Reichen und Mächtigen unsere Welt. Und wird der Erguss der Autoren durch streng kanalisierte und gefilterte Abflusseinrichtungen gezwängt? Erfahren wir überhaupt die wirklich ehrliche Meinung der Autoren, oder nur jene der Literaturspekulanten?
Wer schreibt, schreibt auch um zu überleben, das ist evident. Wer schreibt, schreibt deshalb leider oft Auftragsliteratur,  vermute ich! Er will es nicht wahrhaben, tut es aber trotzdem. Denn echte Märtyrer gibt es heute nur noch selten. Wer geht schon gerne, wie ein Robert Walser, oder Glauser als mittelloser Exzentriker ins Irrenhaus. Der Autor von heute weiss, was gefordert wird, er weiss was geschrieben werden darf und was tunlichst verschwiegen werden muss. Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden nicht mehr von den Solothurner Literaturtagen, sondern von Schweiz sucht den Superautor (SSS--$$$---Steigerung von SS)

Ja ich bin mir sicher, im grossen Saal im Landhaus und auch, vor allem auch im SAEULENsaal,  hat es wohl einige Aufpasser gehabt. Hätte ein Autor es gewagt zu sagen, was gesagt werden müsste, er wäre von Ihnen kritisch verbal zerrissen worden und hätte keinen Verlag mehr finden können, keine Preise mehr gewonnen und keine Lesungen mehr halten können. Entweder schweige ich und schreibe Bazookakaugummi fürs Massenhirn, oder ich lebe ein elendes, armseliges, ausgestossenes aber ehrliches Schriftstellerdasein.
Aufpasser, welche mit Argusaugen darüber zu Wachen haben, dass die Literatur nur das erzählt, was die Literaturpaten sie erzählen lassen wollen, das kann man sich kaum vorstellen. Aber seine wir ehrlich wie frei ist ein freier Schriftsteller wirklich?
Vielleicht war die Dame, die von sich gab, dass es in Irland wirklich immer kräftig winden würde, eine getarnte Aufpasserin, mich würde es jedenfalls nicht erstaunen. Private Mäzenen sind auch Aufpasser!

Ich war betrübt und zermürbt, es war nicht mehr der Gewürztraminer der mein Hirn plagte, sondern die verpasste Chance der Intellektuellen auf die wahren Ungerechtigkeiten unserer Welt zu schauen.

Einer hat mir dann aber doch ein Lächeln abverlangt. Ganz unbekümmert, gut drauf und voll im Saft, mischte er sich mitten unters Volk. Ein Traumtänzer, einer der sich zwar nicht auf zu heikle Aeste hinauslässt, aber, seiner Narrenfreiheit ganz bewusst, dann und wann überraschend blitzartig, heftig zubeisst. Und wenn er beisst, das ist das schöne an seinem Spiel, dann lachen die am heftigsten Gebissenen am lautesten.
 Er ist einer der, wenn alle sich um ein einziges hochdeutsches Wort streiten, in stoischer Stille gleich das ganze Gedicht auf Mundart übersetzt. Ein unscheinbare Wanderer, der aus einem gefunden Bleistiftstummel Milliarden von Geschichten zieht. Die Kleinen zu ganz Grossen macht und die Grossen mit der Bleistiftspitze stichelt. Der aus purer schelmischer Lust an den Wörtern noch heute nicht vom Spiel mit den Sätzen lassen kann und sich vom Uebel der Welt die Leidenschaft am Schreiben nicht hat versauen lassen. Einer dem die Lust trotz aller Aufpasser nie vergangen ist und der die ehrlich leisen Lacher fest auf seiner Seite hat.

Um wen es sich handelt? Denk nach, du wirst ihn sicher auch an den nächsten Solothurner Literaturtagen finden.


gruss

simorre



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